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Rispen. — VIII bis IX. Vom Nordufer des Kaspischen Meeres bis in die Dsungarei verbreitet. — T. GdllicaL. (= Tamariscus Gallicus All.). Fig. 2021 und Fig. 2022 a bis d. Strauch oder bis 10 m hoher Baum mitsdilanken, etwas bogigen, dunkelgraugelben Aesten, feinrutigen, leidit übergeneigten, mit Lentizellen besetzten2.jahrigen und kahlen, feinstreifigen l.jährigen Zweigen. Laubblätter klein, 1 bis 2 mm lang, eilanzettlich, mitspitzem Grunde sitzend, spitz, etwas gekielt, an den jüngeren Zweigen sich deckend, fleischig, vorn häutigberandet, graugrün, vertieft drüsig punktiert. Blüten (Fig. 2022 c) in bis 2,6 cm langen, an den Zweigen desselbenJahres entspringenden, dichten, ährigen Trauben, in den Achseln eiförmiger, lang zugespitzter Tragblätter aufebenso langen oder etwas längeren Stielen entspringend. Kelchblätter 5, verkehrt«eilän glich. Kronblätter 5,klein, eirundlich, etwa 3=mal so lang wie die Kelchblätter, hellrosa, hinfällig. Staubblätter 5, etwa so langwie die Kronblätter, am Grunde ± verbreitert; Staubbeutel zugespitzt, dem lappigen Diskus ± aufsitzend,rosa. Kapsel pyramidenförmig, 3= bis 4=seitig, rosa. Samen schnabellos, an der Spitze mit einem Haarschopf.— VI bis VIII. Heimat: Westliches Mittelmeergebiet, östlidi bis Dalmatien und Sizilien, in Frankreich nördlichbis in die Departements Vaucluse, Dröme und Ardeche j Kanarische Inseln. Seit 1596 in Gärten als Zierstrauchverwendet. Eingeschleppt oder verwildert (?) in Solothurn (1918). In sehr kalten Wintern friert der Strauch oftbis zum Grunde zurück. Die Aeste liefern Pfeifenrohre, die Zweigspitzen ein Hopfensurrogat. Die Stengelund Laubblätter, in denen Ellagsäure (Ellagitannin) und ein gelber Farbstoff Cio His Cb (= Quercetinmono»methyläther) auftritt, finden sich als Sumachverfälschungen. Die gerbstoffreiche Rinde, sowie häufig entstehendeGallen, dienen zum Gerben und Gelbfärben. In Ungarn wird Tamarix Gallica auf Friedhöfen wie SalixBabylonica und Sorbus torminalis angepflanzt. — Als Varietät ist nach C. K. Schneider hierher wahrscheinlichT. 6legans Spach (= T. viridis hört.) zu stellen, die noch feiner und zierlicher als T. Gallica ist, grünlichere Laub«blätter besitzt und später, bis September, blüht. — Nahe verwandt mit T. Gallica ist auch T. Nilötica Ehrenb. var.mannifera Ehrenb., ein bis 7 m hoher Baum, dessen Heimat in Persien, Afghanistan, in der Wüste Sinai, Ober.Aegypten und Nubien liegt und der als die Stammpflanze des sinaitischen Manna gilt. Angeblich durch die Lebens-tätigkeil einer Schildlaus (Cöccusmanniparus Ehrenb.) veranlasst, wird nachts ein schmutziggelbes, süsssdimedcendesSekret auf den Blättern und Zweigen abgeschieden, das in der Sonnenwärme während der Monate Juni und Juli inglänzend weissen, honigdicken Tropfen von eigentümlich angenehmem Geruch herabträufelt. In der Umgebung desSt. Katharinen.Klosters (Der es.Sina) am Sinai wird es vor Sonnenaufgang, wenn es noch erstarrt ist, in ledernenSchläuchen (dschirab) gesammelt (die Ernte ergibt 2 bis 300 kg) und seit Jahrhunderten (bereits Antonius Martyr[ca. 570 n. Chr.] berichtet davon) teils von den Mönchen genossen, teils um teures Geld als „echtes Manna der KinderIsrael" an die Pilger verkauft. Während Carl Ritter, Tischendorf, Ebers und andere diese Abstammung desjüdischen Manna annehmen, vertritt namentlich A. Haussknecht, gestützt z. T. auf die alttestamentarischen Dar«Stellungen, die Meinung, dass die biblische Manna durchaus nichts mit den Ausschwitzungen von Tamarix zu tunhabe, vielmehr eine Erdflechte sei, vielleicht Chlorängium Jussüffii Link (= Lecanöra escul^nta Eversm., = L.desertörum Krempelh.), die sich in der Wüste Sinai findet (Näheres bei Kaiser, Alfred. Der heutige Stand derMannafrage. Arbon [Schweiz] 1924). Nach Henry Castrey könnte es sich um Sphaerothällia escul6ntaNees ab Esenb. handeln, die von den Nomadenvölkern Arabiens in grossen Mengen zusammengetragen und teilszur eigenen Ernährung, teils als Futter für die Kamele verwendet wird. Bei Wüstenstürmen wird die Flechte oftweit weggetragen und fällt dann als „Mannaregen" nieder, wie Ledebour und Eversmann in der Kirgisen«steppe, Parrot in Persien, Kotschy in Kurdistan, Haidinger bei Karput feststellten. Die chemischenBestandteile der Tamariskenmanna sind 55°/o Saccharose, 25°/o Lävulose und 20°/o Dextrin. Auch die Flechtenschmecken schwach süss und enthalten 14°/o Stickstoff, 32% Kohlehydrate und 4°/o Fett. Im alten Aegyptenscheint man die Manna.Tamariske mit den Namen ämaxeü, äser und äsern belegt zu haben. Auch Theophrastkannte die Benützung des Mannas. Herodot berichtet, dass ausgerissene Gestrüppe der Tamariske dazubenützt worden seien, um auf dem Nil die Stellen stärkster Strömung ausfindig zu machen. Die in Europa aufMessen und Märkten von Händlern als „Manna" angebotenen, zylindrischen, schwarzen Hülsen, die neben hartenKernen auch ein schwarzbraunes, süssliches Mus enthalten, sind bekanntlich die Früchte von Cässia fistulösa L.(vgl. Bd. IV/1, pag. 1131).—T. pentändra Pall. Formenreicher Strauch oder kleiner Baum mit anfangs grünen,später purpurn gefärbten Zweigen. Der T. Gallica sehr ähnlich, aber Kronblätter bleibend und Staubblätterdeutlich zwischen den Diskusdrüsen stehend, am Grunde nicht verbreitert. — VII und VIII. Im Balkan, Süd«russland, Turkestan und Kleinasien bis Persien heimisch, im Gebiete hie und da kultiviert. — T. juniperinaBunge. Schlank verästelter, i braunästiger, bis 5 m hoher Strauch oder Baum mit sehr feinen Zweigen.Laubblätter i grünlich, an der Spitze ± häutig. Blütenstände am alten Holz erscheinend (Frühblüher). Blüten5«zählig, deutlich gestielt; Griffel mit ± dicker keuliger Narbe. Staubblätter unbespitzt. — V und VI. HeimatiJapan, Mandschurei, Nord.China. — T. Africäna Poir. Von der vorigen Art namentlich durch sehr kurzgestielte Blüten mit allmählich in die Narbe übergehendem Griffel unterschieden. — V, VI (VII). In den Küsten«ländern des Mittelmeergebietes heimisch; soll im Gebiet in Kultur sein. Nach Netolitzky finden sich Teiledieser Art als Verfälschung des Sumach (Rhus coriaria. Bd. V/1, pag. 224). — T. parviflöra DC. Strauch