beruhende Umwandlung ist'). Ein weiterer Unterschied ergibt sich darin, dass bei Reaumurea und H o 1oldchnedie prosenchymatischen Holzelemente deutlich radial angeordnet sind, während eine solche Gruppierung beiTamarix und Myricaria nicht zu beobachten ist. Die Spaltöffnungen und Epidermisdrüsen sind bei denmeisten Arten tief eingesenkt (Fig. 2023 r bis w) und können bisweilen, z. B. bei Reaumurea hypericoides, bisunter die Mitte des Mesophylls reichen und sitzen dann am Grunde einer schornsteinartigen Röhre.
Der wirtschaftliche Wert der Familie ist unbedeutend und beruht z. T. auf der lokalen Salzgewinnung,sowie auf einigen weiteren Erzeugnissen, die von einzelnen Arten der Gattung Tamarix*) stammen (Tamarisken.Manna, Oscotillawachs, Tamariskengallen). In Nordafrika verwendet man die auf Tamarix articuldta
Vahl vorkommenden, als Takut oder T6ggaut be»kannten Gallen zum Schwarzfärben. Die Gattung,die sich in neuerer Zeit ihrer feinzerteilten, rutenför«migen Zweige und der gehäuft stehenden rosavio»letten bis weisslichen Blütenrispen wegen zunehmenderBeliebtheit erfreut und mit dem Namen „Feder«busch" belegt worden ist, unterscheidet sich vonMyricaria durch untereinander freie oder nur ganzkurz am Grunde verbundene Staubblätter (Fig. 2022 c),nach auswärts gewendete Staubbeutel, meist deutlichenGriffel, flache oder etwas hohle Narbe und demSamen ansitzenden Haarschopf. Zu ihr zählen etwa64 strauchige oder baumförmige Arten, die vor-wiegend Bewohner von Steppen und Wüsten sind,in den Oasen eine nicht unbeträchtliche Rolle alsschattenspendende Gehölze spielen und nach O.Paulson (The second Danish Pamir Expedition,1920) in ariden Gebieten stets Zeiger von An«Wesenheit von Wasser sind. Tamarix Cr6ticaBunge, ein der T. parviflora DC. nahestehender Ende»mismus von Kreta, ist ein steter Auenwald-Begleiter,T. Hampeäna Boiss. in Griechenland gehört derartenreichen, hinter Dünen auftretenden .Formationder Halipeda" an, vereint mit Alhagi Graecum,Cardopatium corymbosum, Statice sinuata und St.Limonium, Eryngium Creticum usw. In Griechenlandwerden verschiedene Arten als ausgesprochene Fried»hofpflanzen gehalten und ersetzen nach C. Sprenger(Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Ge«Seilschaft, 1923) in der Nähe der Küste oft vollständigdie Cypressen. Ein Teil der Arten zeichnet sichbiologisch dadurch aus, dass er den grössten Teilseiner 1 •jährigen Triebe am Ende des Jahres abwirft.Da die Blütenrispen am Ende dieser Zweige sitzen,so können sie erst im Verlaufe der laufenden Vege«tationsperiode angelegt werden) diese Arten sindalso Spätblüher (z. B. T. pentändra Pall., T.Gdllica L.). Im Gegensatz dazu entwickeln dieanderen Arten die Blütenrispen-Anlagen am altenHolze seitenständig, erscheinen als Frühblüher undkennen ein periodisches Abwerfen der 1 «jährigenZweige nicht. Als Zierpflanzen für Ziergärten, Anlagen, Friedhöfe usw. seien genannt: T. hispida Willd.,ein noch selten in Gärten gepflanzter, bis 1 m hoher, aufrechter, gedrungen verzweigter Strauch mit ± blaugrünen,behaarten (1) Laubblättern, lebhaft rosa gefärbten Blüten in 6 bis 7 cm langen und 8 mm dicken, endständigen
e
Fig. 2022. Tamarix GallicaL. a Blühender Zweig, b Spitzeeines Blattzweiges vergrössert. c Blüte, d Junge Blütenknospe.— T. tetrandra Pall. e Austreibender Spross mit Knospen./ Knospe vergrössert. — Myricaria Germanica (L.) Desv.g Blütendiagramm, h Laubblatt (Fig. g nach Marktanner).
l ) Das Auftreten solcher Korkschichten im Holzkörper ist bisher nicht oft beobachtet worden. Eswird z. B. von P. Brenzina bei der westamerikanischen, in Steppen lebenden Artemisia tridentätaNutt. beschrieben.
*1 Name zweifelhafter Herkunft, der schon bei den Alten (Columella,Celsus,Plinius) verwendet wurde.