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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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bestehen. Das Sekret der Reaumuria.Arten enthält vorwiegend Ca., Na» und Mg.Chloride. Bei Tamarix, woderselbe Vorgang zu beobachten ist, treten kohlensaure Verbindungen in grösserer Menge hinzu. BeiT. articulata z.B. stellte Marloth 51,9% CaCta, 12% MgSOi + H«0, 4,7% MgCls, 3,2% MgHPO«, 5,5 °/o NaCl,17,2 % NaNO« und 3,8% NaaCOs fest. Die Eingeborenen verwenden dieses durch Wasser von den Zweigengelöste Gemisch unmittelbar zu Speisezwecken. Stahl sieht in dieser Sekretion ein Mittel, um dadurch dieTranspiration und in Verbindung damit das Wachstum zu fördern. Kerner und Volkens hingegen nehmenan, dass das auf dem Salze sich niederschlagende Wasser von der Pflanze aufgenommen werde und einenteil weisen Ersatz für die mangelhafte Zufuhr (Wüstenklima 1) durch die Wurzeln darstelle. Marloth deutetdie Erscheinung als Transpirationsschutz. An diesen eigentlichen Drüsenkörper schliessen sich nach Vuilleminseinwärts 2 weitere Zellen (cellules annexes) an (Fig. 2023u bis w). Nach C. Brunner (Beiträge zur vergleichendenAnatomie der Tamaricaceen, 1909) gehen sowohl die sezernierenden als auch die Anhangszellen aus einerEpidermiszelle hervor. Entferntman die Kruste, so welken diePflanzen sehr rasch. In der Achsefinden sich, von den Leitbündelnunabhängig, nach V esque wasser»speichernde Zellen eingelagert, diemit Heinricher als Speichertra-chelden bezeichnet werden können.

Die durch 2 Halbsträucherbekannte zentralasiatische GattungHololächne Ehrenb. soll wirt»schaftlich eine ähnliche Verwen.dung finden wie Tamarix. Gehtman von der Voraussetzung aus,dass die Vorfahren der Familie wieihre jetzt lebenden Arten Wüstenund Steppen bewohnten, so istes nicht verwunderlich, dass sichfossile Reste nicht erhalten haben.

Trotzdem müssen die Tamarica-ceen bereits ein hohes Alter be.sitzen. Viele ihrer Arten besitzentrotz ihrer guten Verbreitungs.möglichkeiten (flugfähige, sehr kleine bei Tamarix mannifera z. B. nur 0,8mm lange Samen) gutumschriebene Gebiete. Einige sind sogar räumlich eng beschränkt, wie z. B. Tamarix Mey6ri Boiss. auf Cypern,T. amplexicaulis Ehrenbg. auf die Oase Siwah, T. Ewersm&nni Presl auf die Wolgamündung usw.Die systematische Verwandtschaft der Familie weist auf die Fouquieraceen (mit denen man sie früher ganzvereinigte), die Frankeniaceen und Elatinaceen hin, die alle drei wie die Tamaricaceen nur am Grunde derFruchtblattränder Samenanlagen entwickeln. Die am nächsten verwandten Fouquieraceen unterscheiden sichchemisch nach H. Brunswik (Akademie der Wissenschaften, Wien. Bd. 129, 1920) dadurch, dass ihre in denGeweben eingelagerten Kristalle aus Kalk bestehen, während sie bei den Tamaricaceen aus Gips gebildetsind. Bei Tamarix sind sie besonders gut am unteren Ende der 1-jährigen Zweige zu beobachten. Auch mitden Salicaceen wird die Familie in Verbindung gebracht, mit denen sie folgende grosse Aehnlichkeit besitzt!Gynäceum, Plazentation, Samenanlage; Frucht und Samen entsprechen einander bei beiden Familien vollständig,nur beträgt die Zahl der Fruchtblätter bei den Salicaceen 2, bei den Tamaricaceen 3 bis 4. Auch der Diskusist beiden Familien gemeinschaftlich. Die anatomischen Verhältnisse bieten ebenfalls viele Aehnlichkeiten, u.a.die einfache Tüpfelung der Gefässe. Daneben weisen die Tamaricaceen, durch ihre Lebensweise in trodcenenKlimaten bedingt, manche Eigentümlichkeiten auf. Die Kutikula der Laubblätter ist stets ± dick und häufigvorgewölbt, zuweilen papillös und meist mit einer Wachsschicht überzogen. Die inneren Mesophyllzellen, indenen oft umfangreiche Tracheidenzellen eingelagert sind, sind teilweise zu Wasserspeichern umgewandelt.Anatomische Unterschiede zwischen den beiden Tribus bestehen nach C. Brunner darin, dass bei denReaumurieae primäre Markstrahlen fehlen, während sie bei den Tamariceae immer deutlich, meist mehrereZellen breit, als zartwandige oder später nur in geringem Masse im Anschluss an die Faserzellen des Perizycelsskierotisierte Gewebeelemente erscheinen. Unter dem für die ganze Familie charakteristischen Sklerenchymringbilden die Tamariceae einen subepidermal entstehenden echten Oberflächenkork, wogegen diese Bildung bei denReaumureae eine innere, ebenfalls meristematische oder auf sekundärer Verkorkung bestimmter Rindenpartien

Fig. 2021. Tamarix Gallica L., kultiviert. Phot. B. Haldy, Mainz.