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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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84. Farn. Elatinäceae. Tännelgewächse 1 ).

Meist kleine, am oder im Wasser lebende, 1= und mehrjährige Kräuter mit gegen»ständigen oder quirligen, ungeteilten, sich oft in einen Stiel verschmälernden Laubblättern undmit kleinen, dünnen Nebenblättern. Blüten einzeln in den Laubblattachseln oder in wickeligenBlütenständen, klein, zwitterig, strahlig, 2» bis 5=zählig (Fig. 2016 h), meist alle Kreise gleich»zählig. Kelchblätter frei oder am Grunde verwachsen. Kronblätter frei, in der Knospenlagedachig. Staubblätter so viele oder doppelt so viele als Kronblätter. Fruchtknoten oberständig,2= bis 5=fächerig ; Griffel frei, meist kurz keulig. Samenanlagen mit 2 Integumenten, an einemz. T. auch von der Blütenachse gebildeten Mittelsäulchen sitzend. Frucht eine vielsamige,septifrage Kapsel. Samen gerade oder ± gekrümmt; Schale glatt oder felderrippig. Nähr»gewebe meist völlig fehlend. Keimblätter kurz.

Die zuerst von Du Mortier 1827 und Cambessedes 1829 aufgestellte, früher mit den Caryo»p hylla ceae, Crassulaceae und Lythraceae in Verbindung gebrachte Familie wird seit Bentham und Hookerganz allgemein zu den Parietales neben die Tamaricaceae und Frankeniaceae gestellt. Ob die auffallendeAehnlichkeit einzelner Arten mit Hippuris auf blosser Konvergenz beruht, ist weiter zu prüfen. Von mono,graphischen Bearbeitungen seien diejenigen von M. Seubert (Elatinarum monographia. Nova Acta Acad.Leopold. Bd. XXI, 1845), F. Niedenzu (in Engler und Prantl. Nat. Pflanzenfam. Bd. III 6, 1895), G. Moesz(Die Elatinen Ungarns. Ung. Bot. Bl. Bd. VII, 1908) und K. Kossinsky (in der von Fedtschenko heraus»gegebenen Flora des asiatischen Russland, H. 14, 1917, russisch) genannt.

Ausser unserer Gattung umfasst die Familie nur noch Bergia L., die mit etwa 27 Arten (bis 50 cmhohe Stauden und l=jährige Kräuter) in den Tropen (meist in Afrika, nördlich bis Aegypten, Arabien undTurkestan) und in der südlichen gemässigten Zone weit verbreitet ist, aber in Europa fehlt.

CCCCLXXIII. Elätine 2 ) L. Tännel. Franz.: Elatine; engl.: Waterwort;

schwed.: Länkesärf.

Einjährige, selten ausdauernde, zarte, amphibische, kahle Kräuter. Stengel nieder»gestreckt oder aufsteigend, weich, glasig durchscheinend und wie die Wurzeln und die Laub»blattstiele von weiten Lufthöhlen durchzogen. Laubblätter ganzrandig oder kerbzähnig, ovaloder länglich»elliptisch bis lineal, mit kleinen Nebenblättern. Blüten stets einzeln in denBlattachseln, ohne Vorblätter, sitzend oder gestielt. Kelchblätter 2 bis 4, am Grunde ver»wachsen, häutig, aber ohne abgesetzten Saum, bleibend. Kronblätter 3 oder 4, weisslich oderrosa, abfallend. Staubblätter 3, 4, 6 oder 8, frei, mit introrsen Antheren. Fruchtknoten frei;Griffel 3 oder 4, frei; Narbe kurzkeulig. Frucht eine fast kugelige, oben etwas eingedrückte,häutige Kapsel, mit 3 oder 4 mehrsamigen Fächern. Samen zylindrisch, mit einer wechselndenZahl von Längsreihen quergestreckter, durch ebensoviele Längskanten getrennte Grübchen,gerade bis hufeisenförmig gebogen (Fig. 2017 h bis 2020 k), nur 0,5 bis 0,8 mm lang.

Die Gattung umfasst über 20, teilweise sehr mangelhaft bekannte Arten, von denen 9 nur ausAmerika, 2 nur aus Asien und 3 oder 4 nur aus den westlichen Mittelmeerländern bekannt sind. Wohl allesind Amphiphylen, d. h. wachsen mit Vorliebe an periodisch überschwemmten Ufern von Teichen, Seen undFlüssen, wo sie mit Leichtigkeit aus kleinen, kurzgliederigen Landformen in langgliederige Wasserformen über»gehen. Beide blühen und fruchten; die Wasserformen scheinen regelmässig kleistogam zu sein und sichausserdem auch vegetativ stark zu vermehren. Die meisten Arten sind kalkfliehend (kalkhold angeblich diewestmediterrane E. macröpoda Guss.), d. h. verlangen saures bis höchstens neutrales Wasser, werden aber im übrigendurch Nährstoffreichtum (besonders durch Kali, einzelne Arten anscheinend auch durch einen gewissen Chloridgehalt)begünstigt. E. hexandra und E. Hydropiper wachsen hauptsächlich in den Sauerwasservarianten der Litorelleta

') Bearbeitet von Dr. Walter Kupp er «München und Dr. H. Gams.

s ) Griech. iXazivri [elatine] = tannen, von ihhri [el&te] = Tanne. Der Name wurde im Altertum) z. B. beiDioskurides und Plinius) und bis ins 18. Jahrhundert für Arten von Kickxia (Bd. VI, pag. 28) gebraucht.Auf unsere Gattung (vgl. das deutsche .Tännel") wurde er anscheinend zuerst von Tournefort übertragen.