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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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und Fett als Reservestoffe. Bezeichnend ist das Vorkommen von harz« und balsamartigen Stoffen, ätherischenOelen, sowie dasjenige von Talg. Die sehr gut abgegrenzte, zweifellos sehr alte Familie hat mit den Theaceae,Guttiferae, Ochnaceae und Tiliaceae nahe verwandtschaftliche Beziehungen. Sie ist streng altweltlich und mitihren 17 Gattungen hauptsächlich auf das tropische Asien (Ceylon, Vorder, und Hinterindien, MalayischerArchipel, vereinzelt bis Neuguinea) und auf die Seychellen und das tropische Afrika (13 Arten) beschränkt.Verschiedene Arten treten bestandbildend im Primärwald der Ebene auf; doch zeigen die meisten Artentrotz der geflügelten freilich ziemlich schweren Früchte nur kleine Verbreitungsareale. Als Stammpflanzedes offizineilen Dammar.Harzes, Dämmar oder Resina Dammar (Pharm. Germ., Austr.) wird ShöreaW i e s n 6 r i Schiffner von Sumatra angesehen. Dammar bedeutet malayisch = Träne, Harzträne, im über,tragenen Sinne auch Licht bezw. Leuchtstoff und ist ein Sammel. bezw. Handelsname für die Harze ver»schiedener Dipterocarpaceen (Shörea», H ö p ea»') und Pachynocdrpus» Arten) des Malayischen Archipels.Bis vor einigen Dezennien hielt man Arten der Coniferen-Gattung Agäthis bezw. Dammära, die den Manila» oderKaurikopal liefern, für die Stammpflanzen des Dammarharzes, später auch Engelhärdtia spicäta Blume(eine indische Juglandacee). Uebrigens werden auch indische Burseraceen.Harze (Dammar item = schwarzesDammar), wohl von Canärium st riet um und C, r o s t r a t u m, als Dipterocarpaceen.Harze angesehen. DasDammarharz, das freiwillig in grossen Mengen aus den Stämmen austritt und an der Luft sehr bald erhärtet, istgelblichweiss, durchsichtig, aussen bestäubt, in Benzol, Schwefelsäure, Chloroform und Schwefelkohlenstoff, wenigerleicht in Alkohol, Aether, Toluol und Aceton löslich, enthält 23 % Dammarolsäure (GseHsoOs), 40 % «»Dammarresen(Cssl IstOs), 22,5 % /S.Dammarresen (Cstl I. m O ), ätherisches Oel, 0,5°/o Bitterstoff, 2,5% Wasser, 3,5 °/o Mineralstoffe,8% Verunreinigungen. Das Harz wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch R umphius auf Amboinanäher bekannt und gelangte 1827 in den europäischen Handel. Medizinisch dient es zur Herstellung von Pflastern(Emplästrum adhaesivum), technisch wie das Saul» oder Salharz von Shörea robüsta Gaertner oder jenes vonS. Selämica Blume zur Herstellung von Fade ein, Firnissen, Lacken, zum Einbetten von mikroskopischen Präparaten,zu Beleuchtungszwecken usw. Ausserdem liefern Doöna Ceylänica Thw. auf Ceylon, Vatica RdssakBl.auf Borneo (Rosen.Dammar), sowie Va16ria*) Indica L. (Piney resin) durchsichtige Harze. Dünn» bisdickflüssige Harzbalsame werden durch Anbohren der Stämme von verschiedenen indisch.malayischen Diptero»carpus»Arten, malayischkerning" geheissen, gewonnen. So liefert D. grandiflüus Blanco das Apiton.Oeloder Calao (mit 25 bis 40% ätherischem Oel), D. verniciflüus Blanco das Panao.Oel oder malapaho,D. turbinätus Gaertn., D. alätus Roxb., D. leevis Ham., D. ineänus Roxb. u. a. das wood=oil (Holzöl),Kanyin»Oel, den Gurjunbalsam, Garjanbalsam, BalsämumGurjünae (= B. Dipterocdrpi, B. Capivi, B. Gargänae),der ähnlich wie der Kopaiva»Balsam seit alters medizinisch (gegen Hautkrankheiten, Syphilis, Gonorrhoe,Lepra) und technisch zu Firnissen, Lacken, Farben, ebenso zur Verfälschung von ätherischen Oelen, umHolzwerk (Häuser, Schiffe) und Bambus wasserdicht und termitensicher zu machen, schliesslich zu Beleuchtungs»zwecken sowie in der Parfümerie verwendet wird. Der Gurjunbalsam gehört auch zu den wenigen Lösungsmittelnfür Kautschuk. Der frische Balsam ist eine grünlich fluoreszierende Flüssigkeit, die an der Luft bald zu Harzerhärtet. Die Dipterocarpeen.Balsame sind je nach der Art und nach dem Alter der Bäume voneinander rfcverschieden; es sind Gemische in sehr veränderlichen Gewichtsverhältnissen von ätherischem Oel (bis 80%),kristallisierbaren und amorphen Harzsäuren, indifferenten Harzen (16 bis 18%) und Bitterstoff. Von Dryo»bälanops aromätica Gaertn. (= D. Cämphora Colebrooke), einem riesigen, auf Borneo, Labuan undSumatra helmischen Baume, wird der Sumatra», Borneo» oder Baros«Kampfer gewonnen. Der Kampfer ist inSpaltenräumen des Holzes in kristallinischen Massen vorhanden und bildet vollständig rein als Borneol(CtoHisO) weisse, perlmutterglänzende oder vollkommen farblose Kristallblättchen, die sich leicht zu einem weissenPulver zerreiben lassen. Borneol besitzt einen eigenartigen, weniger an Kampfer als an Pfeffer erinnerndenGeschmack und schmilzt bei 207 °. Das Borneolkampferöl enthält etwa 35% Terpene, 10% alkoholischeBestandteile, 20% Sesquiterpene und 35% Harz. In Süd» und Ostasien steht der Borneokampfer noch inhohem Ansehen; von den Chinesen wird er zum Einbalsamieren von Leichen, von den Malayen zu rituellenZwecken benützt. Aus den Samen bezw. Früchten von verschiedenen Arten der Gattungen Hopea, Shoreaund Isoptera wird der Borneotalg oder das Tangkawangfett gewonnen, das als Speisefett sowie als Ersatzstoff desKakaofettes Bedeutung hat. Ein gleichfalls ausgezeichnetes Fett liefern die Samen (Butterbohnen) des ostindischenKopalbaumes Vat6ria Indica L., welches im europäischen Handel als Piney tallow, Pineytalg, Malabartalgoder Vateriafett bekannt ist und besonders in England in der Kerzen, und Seifenfabrikation Verwendungfindet. Durch Einschnitte in den Stamm wird ein an der Luft erhärtendes, durchsichtiges Harz gewonnen (pineyresin). Verschiedene Arten der Familie liefern ein gutes Bauholz.

*) Benannt nach John Hope, 1725 bis 1786, Professor der Botanik in Edinburgh.

*) Benannt nach Abraham Vater, 1684 bis 1751, Professor der Anatomie und Botanik inWittenberg.