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Mittellinie strichförmig. Im südlichsten Teile der Gebiete verbreitet, nördlicher zerstreut und wohl in ganz Mittel.(Thüringen?) und Norddeutschland (angeblich in Westfalen) fehlend. In Deutschland wohl nur in Schlesien beiGrünberg, Lüben, Winzig, am Zobtenberg, Schweidnitz, Reichenstein, in Bayern bei Grosshesselohe oberhalb Münchenund bei Bernau am Chiemsee. — In Oesterreich in Mähren, Niederösterreich (in Vorarlberg wahrscheinlichfehlend), Steiermark, Kärnten und wohl auch Tirol (z. B. Bozen). — In der Schweiz z. B. in den KantonenGenf, Waadt, Tessin, Zürich, Schaffhausen, St. Gallen. Diese für das pontisch«mediterrane Florengebiet kenn,zeichnende Varietät wird vielfach verkannt. 1910 wurde sie im Hafen zu Ludwigshafen eingeschleppt beobachtet.Infolge des Auftretens von Uebergängen sowohl zur var. angustifolium als auch zur var. vulgare stösstdie Abgrenzung bisweilen auf Schwierigkeiten. Das extremst xeromorph ausgeprägte Glied des Hypericumperforatum.Formenkreises stellt die var. corioides Vokutino dar, eine südöstliche Rasse, die angeblich beiIlanz (Graubünden) gefunden worden ist.
Hypericum perforatum ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter der zur Sektion Euhypericumgehörenden Unter-Sektion Heterotaenium, deren wenige andere Glieder, meist auf kleine Gebiete beschränkt,im Mittelmeerbecken leben. Dank ihres grossen Formenkreises und der damit verbundenen grossen ökologischenAnpassungsfähigkeit ist die Art ein ausgesprochener Formations.Ubiquist, der sich aber mit Vorliebe inGesellschaften auf trockenen Böden einstellt. Man findet die Pflanze daher häufig in lichten Laubwäldern,namentlich in Mischwäldern aus Eichen und Linden, auch in trockenen Föhrenbeständen, lichten Laubgebüschen(Haselnuss. und Dorngesträuchen), in Wacholder.Heiden, auf Waldschlägen, hier etwa zusammen mit Fragaria vesca,Rubus Idaeus, Senecio viscosus und S. silvaticus, Cirsium arvense und C. lanceolatum, Epilobium angustifolium,Verbascum div. sp., Gnaphalium silvaticum, Juncus effusus usw. In der Norddeutschen Calluna.Heide stehtsie auf diluvialen Sanden bei Arneburg an der Elbe z. B. nach P. Graebner zusammen mit Cladonien,Moosen, Weingaertneria canescens, Carex ericetorum, Luzula campestris, Teesdalia nudicaulis, Spergulariavernalis, Cerastium caespitosum, Genista Anglica, Achillea Millefolium, Hieracium Pilosella und H. Auricula.Auf einmähdigen Torfwiesen in Oberbayern findet sie sich nach Paul mit Briza media, Holcus lanatus,Anthoxanthum odoratum, Deschampsia caespitosa, Plantago lanceolata, Potentilla erecta, Viola palustris, Carices,Ranunculus acer, Equisetum palustre, Trifolium montanum, Betonica officinalis, Hypericum acutum, LythrumSalicaria, Polygala vulgare usw. In den Alpen tritt sie z. B. gern in das Brometum erecti, Festucetum Vallesiacae,in das feuchte Agrostidetum tenellae oder in trockene Kunstwiesen ein. Gruppenweise erscheint sie auf Weidenoder auf Felsen, bisweilen auch auf Flusskies, an Uferböschungen oder an offenen Stellen in Mooren zusammenmit Agrostis canina. Mit Vorliebe wächst sie auch apophytisch auf Aedcern, Mauern, auf Lesesteinhaufen,an Wegrändern und Bahndämmen auf. Auf Brachäckern können nach Laus mit ihr z. B. gefunden werden.Cirsium lanceolatum, Carduus acanthoides, Centaurea Scabiosa, Daucus Carota, Geranium columbinum,Lithospermum arvense, Crepis biennis, Campanula rapunculoides, Equisetum arvense, an Bahndämmen RumexAcetosella, Erigeron Canadensis und E. acer, Oenothera biennis, Silene nutans, Plantago arenaria, Anchusaofficinalis, Euphorbia Cyparissias usw. In Nordamerika ist die Pflanze in den Vereinigten Staaten und inKanada ein äusserst lästiges und verbreitetes Unkraut geworden. Im pannonischen Florengebiet erscheint dievar. Veronense z. B. in der Beifuss-Trift auf festerem Sand« und besonders schotterigem Boden zusammenmit Bromus tectorum, Koeleria gracilis, Phleum phleoides, Cynodon Dactylon, Poa compressa, Artemisiacampestris, Asparagus olficinalis, Kochia arenaria, Salsola Kali, Silene Otites, Eryngium campestre, Echiumvulgare, Anchusa officinalis, Linaria genistifolia, Chondrilla juncea, Crepis rhoeadifolia, Hieracium setigerumusw. (H a y e k).
Die schwarzen Punkte und Streifen an den Laub«, Kelch« und Kronblättern enthalten ein durchAnthocyan und Xanthophyll dunkelgefärbtes, aromatisch riechendes, abführend wirkendes und bitterschmeckendesHarz, das in Wasser unlöslich, in Alkohol und fetten Oelen leicht löslich ist und um dessentwillen die Pflanzebereits im Altertum zu Heilzwecken, z. T. auch bis in das Mittelalter hinein zu Zaubermitteln verwendetwurde. Samen sind in den Resten der römischen Niederlassung von Vindonissa (Schweiz) aufgefunden worden.In Mittenwald (Bayern) fügt man die Pflanze noch heute den „Kräuterbüscheln" bei, die neben den „Wetter«kerzen" (Verbascum thapsiforme) Origanum vulgare, Aconitum variegatum, Wermuth, Kamillen, Fingerhut undBlätter der Pfingstrose enthalten. In Schlesien benutzt man das Johanniskraut als Orakelblume. Dabei wird daraufgeachtet, ob der aus den Stielen abgerissener Blüten austretende Saft blutrot oder (wie es bisweilen vorkommt) graugefärbt ist oder ganz ausbleibt. Der erstere Fall wird als günstig angenommen und durch den Spruch ausgedrückt!Bist mir gut, gibst mir Blut; der letzteres bist mir gram, gibst mir Schlamm. Bei der Landbevölkerung giltdie Pflanze heute noch als (angeblich von den Germanen überkommenes) Mittel gegen Blitzgefahr (durchstocheneLaubblätterl). Zur Sonnwendfeier am Johannistag (24. Juni) schmücken sich nach Kerner die um die Johannis»feuer tanzenden Burschen und Mädchen mit Kränzen dieser Art und werfen diese nach dem Verlöschen derFeuer auf die Dächer der Häuser, um dadurch dem Einschlagen der Blitze vorzubeugen. Die zur Blütezeitgesammelten Zweigspitzen oder auch die ganzen Pflanzen sind getrocknet ein weitverbreitetes Volksmittel,