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wigers ist das mundartliche „Jageteufel", wie die Pflanze (nach dem mittellat. „fügadaemönum")in den Kräuterbüchernfrüherer Jahrhunderte hiess. Das schweizerische Manns»Chraft scheint ebenfalls auf die bösen Zauber lösendenEigenschaften des Krautes zu gehen. Zu Löcherkraut (Schlesien), Tausendlöcherlkraut (Steiermark) vgl.Anm. 1 pag. 5265 Eine Legende erzählt, dass es der über die Heilkraft des Krautes erboste Teufel gewesen sei,der die Blätter mit unzähligen Nadelstichen durchlöcherte. Die Blüten geben beim Auspressen einen roten Saftvon sich: Blutkraut (in den verschiedenen mundartlichen Formen in Schleswig, im Nahegebiet, im Riesen«gebirge), Blut gros (Böhmerwald), Herrgottsblut (Nahegebiet, Eifel, Nassau), Christusblut (Ost»preussen), Christi Kreuzblut un Blömen (Mecklenburg), Johannisblut, «seh weiss (Nordböhmen),Jesu«, Herrgottswundenkraut (Westpreussen), Färbäkraut (Niederösterreich). In katholischenGegenden gilt die Pflanze, die in der Volksmedizin gern bei Frauenkrankheiten Verwendung findet, derMutter Gottes geweiht (vgl. auch Thymus Serpyllum und Galium verum): Leiwefruggenbettestrauh[= Liebfrauen.Bettstroh] (Westfalen), Maria Bettstroh (Nordböhmen), Unserer lieben Frau Nagei[Nelke], «Morkro [Margram, Majoran], «Gras (Böhmerwald), Frauenpliester (Tirol: Pitztal). Nach derVerwendung der Pflanze gegen Frauenkrankheiten (z. B. Bleichsucht), Kreuzschmerzen, Fieber wird sie genannt:Fraue(n).kraut (Schwaben), Jumpfere(n)kraut (Elsass), Kreuzkrottch [= .kraut] (Nordböhmen),Fieberkraut (Schwäbische Alb). Bezeichnungen wie Gele Dost (Göttingen), Falscher Wohlgemut(Böhmerwald) rühren wohl daher, weil das Hartheu wie der Dost (= Origanum vulgare) zum Vertreiben vonHexenspuk benannt wurde. Romanisch (Bergün): Flours»tenta.
Ausdauernde Pflanze mit langlebiger, spindelförmiger, reichästiger Wurzel und reich»ästigem Erdstode. Stengel 20 bis 100 cm hoch, aufrecht, im oberen Teile ästig, mit zahlreichen,oft ausläuferartigen, kur»zen, bis 12 cm langenAdventivsprossen, stiel»rund, mit 2 Längskanten,kahl, bereift, gegen dieSpitze zu mit Drüsen be=setzt. Laubblätter ellip»tisch«eiförmig, länglichoder lineal, die unterenam Grunde abgerundet,sitzend, die oberen kurzstielartig in den Grundverschmälert, stumpf, zu»weilen etwas Stachel»spitzig, ganzrandig, kahl,durchscheinend punktiert,am Rande und teilweiseauch auf der Fläche mit Fig. 2012. Hypericum perioratum L Phot. Dr. Joh. Mattfeld, Berlin,
schwarzen Drüsen. Blüten
auf kahlen, meist schwarzdrüsigen Stielen, in ausgebreitetem, ebensträussigem, trugdoldigemBlütenstand mit aus ± reichblütigen Schraubein bestehenden Seitengliedern. Kelchblättereilanzettlich bis lanzettlich, fein zugespitzt, etwa 6 mm lang, an der Spitze ganzrandig odergesägt, kahl, ± reichlich mit hellen und schwarzen, punkt» und strichförmigen Drüsen. Krön»blätter schief=elliptisch, 10 bis 13 mm lang, kurz benagelt, spitz, an der einen Seite — seltenbeidseitig — gekerbt, goldgelb, mit schwarzen Punkten und helleren oder dunkleren Strichenauf der Fläche. Staubblätter 50 bis 60 (100), 3 bis 1 /e kürzer als die Kronblätter. Fruchtknotenbreit» bis schmal»eiförmig; Griffel IV2» bis 3»mal so lang wie der Fruchtknoten. Frucht breit» bisschmal=eiförmig, 5 bis 10 mm lang, mit breiten, strich» bis punktförmigen Drüsen und unregel»mässigen, harzführenden Riefen. Samen zylindrisch, an beiden Enden kurz zugespitzt, feinwarzig(Fig. 2011 i und 2013 b), 1 bis 1,3 mm lang, schwarz oder dunkelbraun. — (V) VI bis VIII (IX).
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