Druckschrift 
5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
525
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

blätter sitzend, 2 bis 8 cm lang, mit fast herzförmigem Grunde halbstengelumfassend,eiförmig oder länglich, stumpf oder spitzlich, die oberen kleiner und am Grunde eiförmig,ganzrandig, unterseits bläulichgrün, am Rande schwarz punktiert, die oberen durchscheinendpunktiert, kahl und unterseits auf den Nerven feindrüsig oder die ^

unteren unterseits flaumhaarig rauh, zu 2, selten zu 3 in einem Wirtel

stehend. Blüten in endständigen Trugdolden. Kelchblätter lanzettlich oder i A r- \

eilanzettlich=spitz, auf jeder Seite mit 7 bis 8 kurzen Stieldrüsen (Fig. 2009 b).

Kronblätter länglich, 10 mm lang, etwa doppelt so lang wie der Kelch,blassgelb, nicht schwarz punktiert. Staubblätter wenig kürzer als dieKronblätter. Kapsel eiförmig, bis doppelt so lang wie der Kelch,mit groben, harzführenden Längsstreifen. Samen zylindrisch, an beidenEnden kurz zugespitzt, 0,6 bis 0,8 mm lang, feinwarzig. VI bis VIII.

In kleinen Gruppen auf meist humus= und kalkreichen Böden:in lichten Wäldern, Gebüschen, Zwergstrauchheiden, Wiesen, auf Fluss=alluvionen usw. Von der Ebene bis in die subalpine Stufe: in denBayerischen Alpen bis 1300 m, in Tirol bis 1500 m, in den UrnerAlpen bis 1600 m, in den Tessiner Alpen bis 1900 m, im Puschlavbis 1800 m, im Wallis bis 1900 m.

In Süd« und Mittel«Deutschland meist ziemlich verbreitet, aber inden Alpen, im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, im Schwarzwald und in den

Gebirgen von Thüringen zer«streut, nur im BayerischenBodenseegebiet anscheinendfehlend; in Norddeutschlandim Nordwesten sehr zerstreut(bis Damme und Oldenburgbeobachtet), im Emsgebietscheinbar fehlend (im an»grenzenden Holland nur inGeldern), in Schleswig»Holsteinnur im östlichen Teile und imWesten im Krattgebiet derKreise Dithmarschen, Husum,

Tondern und Hadersleben, im

nordostdeutschen Flachland strichweise sehr spärlich, imKüstengebiete z. T. fehlend; ebenso im nördlichen Ost»preussen. In Oesterreich meist verbreitet, in Salzburg,Mähren, Schlesien, Obersteiermark und in den zentralenÄlpenländern zerstreut. In der Schweiz besondersim Jura verbreitet und bis 1500 m aufsteigend, wenigerhäufig in den Zentralalpen, so besonders im Wallis undin Graubünden.

Allgemeine Verbreitung: Europa,nördlich bis Nordost'Irland, KanaMnseln, England,Norwegen (Vaardal, 63° 45' nördl. Breite), Mittel»Schweden, Oesel, Abo (Lojo), Insterburg, Wilna,Mittelrussland, südlich bis Portugal, Sizilien,Korsika, Griechenland; Vorderasien, Kaukasus;Algerien.

Die Pflanze tritt in folgenden Formen auf: var. typicum Bede (= H. elegantissimum Crantz).Laubblätter kahl. Hierzu eine f. abbrevidtum Reinecke. Obere Stengelblätter breit»eiförmig, kurzzugespitzt. Rhoda in Thüringen. var. scäbrum Koch (= var. scabi*rulum Bede). Laubblätter unterseitsHegi, Flora. V, 1. 236

Fig. 2009. Hypericum mon-tanum L. a Blühender und inden Fruchtzustand übergehenderTrieb, b Abgeblühte ßlüte.

Fig. 2010. Hypericum montan um L., fruchtend.Phot. cand. med. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München.