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auch in Strassengräben. Vorzugsweise in der collinen und unteren Bergstufe: in den Vogesen bisetwa 1000 m. Kieselhold.
In Deutschland häufig im Westen und Südwesten: Vogesen, Pfälzer Bergland, Sdiwarzwald, imBergland des unteren Neckars, Mains, Mittelrheins und seiner Nebenflüsse, weniger häufig in den an dieNordwestdeutsche Tiefebene angrenzenden Bergländern, zerstreut im Jura, am Oberrhein und in der Nord«deutschen Tiefebene bis etwa östlich der Elbe, auf den Nordsee=Inseln fehlend, verbreitet wieder in Schleswig»Holstein (im Geestgebiet, vereinzelt im Hügelland). Die Ostgrenze (Fig. 1998) verläuft in Deutschland vom Hohentwielauf die Schwäbische Hochebene, nach Leutkirch, Memmingen, Schorren bei Füssen, Augsburg nach Eggstädtam Chiemsee, im Jura bis zum Veldensteiner Forst, greift über den Neckar und zieht über die Umgebung vonBayreuth (Rot bei Sackdilling, Thurnau, Vierzehnheiligen, Lichtenfels) in das nördliche Westsachsen (Nossen, Oschatz)und das Elbsandsteingebirge, tritt nach Böhmen (Fugau bei Löbau, Schluckenau [früher] und Mähren [zwischenCejtsch und Cejkowitz] über, erscheint wieder in Schlesien bei Geiersberg, bei Rengersdorf, Hammerwald beiKlein=Kotzenau und Görlitz und zieht nordwärts nach Lübben, Luckau, Klötze, Havelberg, Ludwigslust, Schwerinund Ratzeburg. Oestlich dieser Linie tritt die Art nur verschleppt oder verwildert auf, so in Westpreussenbei Karlsberg unweit Oliva. — In Oest erreich in Böhmen und Mähren (s. o.), angeblich nach Fleischmann(1853) in Untersteiermark bei Cilli und Tüffer und in Kram südlich von Laibach (nach Hayek in beidenLändern sehr zweifelhaft; die Angaben beruhen wahrscheinlich auf Verwechslungen mit H. montanum). —In der Schweiz nur im nördlichen Teile ziemlich verbreitet, östlich bis zum Mont Sion bei Genf (ausserhalb derGebietsgrenze), dann im Jura südlich von Biel (nicht am Creux du Van) eintretend mit der östlichen Grenzebei Entlibuch (Kt. Luzern), Geissboden (Kt. Zug, früher), Hohe Rone, dann bei Rheinfelden, Lenzburg, Baden,Boppelsen, Dielsdorf, Winterthur, Klettgau (Kt. Schaffhausen) zum Hohentwiel überleitend.
Allgemeine Verbreitung: Westeuropa, nördlich bis Irland, Shetlands=Inseln,Norwegen, östlich bis zur Nordseite des Drontheimer Fjords, Tvedestrand, Larvik, Hailand,Bohus, Dänemark, Mecklenburg, Brandenburg, Schlesien, Mähren, Nordböhmen, FränkischerJura, Schwäbisch=bayerische Hochebene, Nordwestschweiz, Französische Voralpen, Süditalien.
Aendert ab: var. pallidum Rouy et Foucaud. Blüten hellgelb, In schmaler, armblütiger Traube.
Hypericum pulchrum gehört dem subatlantischen Elemente an. Seine Zuweisung zum westmediterranenElemente, wie es A. Süssenguth (in Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Bd. XV, pag. 274)vorschlägt, dürfte sich kaum aufrecht erhalten lassen, zumal die Art nördlich bis Irland und den Shetlands»Inseln reicht. E. Kelhofer bezeichnet die Art, weil Ihr schweizerisches Gebiet in engem Zusammenhang mitdem Sdiwarzwald steht, als Schwarzwaldelement. G. Anderson sieht in ihrem Auftreten In Dänemark,Halland und Skäne In Schweden einen Ueberrest aus der Litorinazeit, In welcher der Golfstrom mit einemZweige noch die Ostsee berührte. Das Verbreitungsareal der Pflanze entspricht im wesentlichen dem vonIlex Aquifolium (pag. 236), Digitalis purpurea und Sedum Anglicum. Die kieselholde Pflanze erscheint gernin lichten Gebüschen und Wäldern von Pinus silvestris und Quercus sessiliflora auf ziemlich trockenem,sandigem Boden, gemeinschaftlich mit Juniperus communis, Calluna vulgaris, Genista Germanica, G. tinctoria,Deschampsia flexuosa, Festuca heterophylla, Hypericum perforatum, H. humifusum und H. hirsutum, Epilobiumcollinum, E. tetragonum, Jasione montana und verschiedenen Moosen (so nach Gams z. B. Im nördlichen Teiledes schweizerischen Mittellandes). Auch In Norddeutschland tritt sie häufig unter ähnlichen Verhältnissen z. T.in der typischen märkischen Kiefernheide, z.T., namentlich im Nordwesten, auch nach Focke und Friedrichin Eichengestrüppen auf. In der echten Calluna.Heide der Norddeutschen Tiefebene stellt sie sich auf sandigemGrund nach P. G r a e b n e r oft In Menge ein, hält sich mehrere Jahre hindurch In Masse, um dann plötzlichwieder zu verschwinden. Auf sandigen Böden in Nordlothringen sind ihre Begleiter nach H. Waldner Nardusstricta, Aira praecox, Weingaertneria canescens, Scleranthus perennis, Anemone vernalls, Arabis arenosa,Ornithopus perpusillus usw., im Spessart u. a. Bledinum Spicant, Pteridium aquilinum und Genista pilosa. Inden Vogesen findet man sie nach E. Issler im Tannenmengwald und auf frischem, mineralischem Boden aufBergweiden. Fossil wurde die Art im älteren Diluvium zusammen mit Hypericum Androsaemum (vgl. pag. 512)aufgefunden. — Nach Hermann Lüscher besitzt die frische Wurzel wie auch jene von H. humifusum und H.perforatum einen deutlichen Schabziegergeruch. Ab und zu treten an Wald» und Wiesenrändern putierte Formenmit niedrigem, stark verzweigtem Stengel auf, so z. B. bei Heigenbrücken im Spessart.
1908. Hypericum montanum *) L. Berg'Johanniskraut. Taf. 183, Fig. 3; Fig. 2009, 2010.
Ausdauernde, 30 bis 100 cm hohe Pflanze mit ästiger, kurzer, verholzender Grund»achse. Stengel aufsteigend oder aufrecht, einfach, seltener verzweigt, stielrund, kahl. Laub»
') Jungermann (1615) bezeichnete vermutlich diese Art oder H. hirsutum als Hypericum Ascyrumdictum Bauhin.