Endospermbildung gibt B. Palm (Das Endosperm von Hypericum. Svensk. Botanisk. Tidskrift, 1922) auf Grundvon Untersuchungen bei Hypericum Japonicum. Darnach soll nicht eine anfangs nuklear verlaufende Endosperm«bildung und Kernwanderung stattfinden, sondern ein zellularer Typus vorliegen, wie er bei den Saxifragalesüblich ist (vgl. Gäumann, E. Studien über die Entwicklungsgeschichte einiger Saxifragales, Ree. trav. bot.n^erlandais., 16, 1919s {acobsson»Stiasny, Emma. Die spezielle Embryologie der Gattung Semper,vivum .... in Denkschriften der K. Akademie der Wissenschaften. Wien, 89, 1913; )uel, H. O. Studienüber die Entwicklungsgeschichte von Saxifraga granulata. Nova Acta R. Soc. Sei. Upsaliensis, IV, 1907). BeiHypericum Helodes im besonderen verändern sich nach Ohlendorf (Beiträge zur Anatomie und Biologieder Früchte und Samen einheimischer Wasser, und Sumpfpflanzen, 1907) während des Reifungsvorganges diegeraden Wände der inneren Zellschicht, indem sie sich schwach wellig zueinander stellen. Gleichzeitig wachsen diesestärker in die Höhe, sodass zwischen Epidermis und der nach innen folgenden Schicht Interzellularräumeentstehen. Diese stellen jedoch keine besondere »zweckmässige Einrichtung" für das Wasserleben der Artdar, da auch die Samen terrestrer Arten wie Hypericum perforatum und H. humifusum — beidenen sie fehlen — mit Wasser schwer netzbar sind, mehrere Tage auf der Wasseroberfläche schwimmenund durch die Strömung oder den Wellenschlag verbreitet werden können. Die Samen von HypericumHelodes pflegen nach etwa 3 Tagen unterzu-sinken, im schlammigen Boden zu überwinternund im nächsten Frühling zu keimen. Trockenaufbewahrte Samen keimten nach Ohlendorfbereits 12 Tage nach der Aussaat. Ueber die Ent»
Wicklung der Keimpflanze berichtet Ohlendorfweiterhin, dass der Keimling die Testa am Funi.kulusende mit seinem didten Würzelchen durch«bricht und dieses durch starke Streckung des Hypo.cotyls in den Boden einsenkt, worauf sich an derUebergangszone in das Hypocotyl ein dichterKranz von Wurzelhaaren entwickelt. Die Keim«blätter bleiben ziemlich lange in den Samen«schalen eingeschlossen, streifen diese erst nach demErgrünen ab und besitzen dann eine länglich.eiför«mige Gestalt. Der Spross entwickelt sich langsam.
Die ersten Laubblätter und die erste Neben«wurzel erscheinen erst nach etwa Monatsfrist.
Die bald nachfolgenden zahlreichen Nebenwurzelnüberholen die Hauptwurzel rasch an Länge. —
Der Blütenbau ist hinsichtlich der Zahl der Krön«,
Kelch« und Fruchtblätter mannigfaltig und durchUebergänge miteinander verknüpft. Häufig sindArten.Gruppen mit rein 5« oder 3«gliederigenBlüten. Max Hirmer hat die von Payer ver-mutete Ableitung der letzteren von ersteren be-stätigt und gezeigt, dass die Zahl der Staubblatt^bündel in Abhängigkeit von der sinkenden Zahlder Fruchtblätter steht und dass je 2 Paare be-nachbarter Bündel unter Wahrung der Alternanzzu den Fruchtblättern miteinander verschmelzen.
Zahlenmässige Unregelmässigkeiten innerhalb der einzelnen Blütenblattkreise sind vielfach festgestellt worden.So wurden bei sonst regelmässig gebauten Blüten von H. Ascyron L. nur 4 Fruchtblätter festgestellt.Pseudotetramere Blüten, d. h. solche, in denen je 2 Kronblätter seitlich bis zur Spitze verwachsen, wurden vonPenzig bei H. perforatum beobachtet. Die Bildung vollständig 4»gliederiger Blüten bei sonst gewöhnlichpentameren Arten ist mehrfach festgestellt worden: für die var. Liotärdii des H. humifusum sind sie bezeichnend;bei H. Androsaemum, H. hirsutum und H. Olympicum treten sie an den Gipfelblüten auf; Camus fand auchH. acutum -b tetramer. Durch den Einfluss von Parasiten soll H. perforatum mitunter eingeschlechtigwerden. Pistillodie, d.h. Verwandlung von Staubblättern in Fruchtblätter, wird von Reh der bei H. nudi»florum beschrieben. In jeder Blüte waren 3 bis 10 Staubblätter in z.T. offene, gekrümmte Fruchtblätterumgewandelt. Sehr beachtenswerte Mittelgebilde trugen bisweilen gleichzeitig Samenanlagen und Pollensäcke.Polyembryonie ist bei H. per foratum und H. maculatum beobachtet worden. — Gegenden Herbst bildet
Fig. 1996. Hypericum perforatum L. a Querschnitt durch dasLaubblatt mit Sekretgängen und hypodermalem Gewebe b und c Teil-stücke von Stengelquerschnitten. — H. hirsutum L. d Haare der Laub-blattnerven in der Aufsicht und im Längsschnitt, e Innere Epidermisder Samenleiste. — H. acutum Moench. / Teilstück eines Stengelquer-schnittes (nach Albert Pünter-Egli).