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Pflanzengesellschaften gebunden und können somit als euryözisch bezeichnet werden, fm allgemeinen bevorzugensie aber reichlich belichtete Siedelungsorte, Gras» und Staudenfluren, lichte Gebüsche und schüttere Wälder.Nicht selten treten mehrere Arten miteinander vergesellschaftet auf, so z. B. H. pulchrum und H. Androsaemumoder H. perforatum, H. acutum und H. humifusum. Auch H. acutum und H. maculatum erscheinen in gewissenGebieten miteinander oder in Gesellschaft von noch weiteren 1 lypericum« Arten. Es sei jedoch hervorgehoben,dass Kreuzungen meist zu den Seltenheiten gehören und bisher nur von wenigen Arten nachgewiesen sind.In dieser Beziehung steht die Gattung also in merklichem Gegensatz zu der ihr in Hinsicht auf das gruppenweiseAuftreten verschiedener Arten am selben Siedelungsort sehr ähnlichen Gattung Epilobium, deren Bastarde dannaber fast stets zu finden sind. — Blütenbiologisch sind die Johanniskräuter durch ihre grossen, lebhaft gelb gefärbtenKrön« und Staubblätter und den Reichtum an Pollen ausgezeichnet. Die Blüten sind homogam. Die Befruchtung
geschieht durchFremd« und durchSelbstbestäubungen»dem die zahlreichen
besuchenden In«sekten, besondersSchmetterlinge, Flie«gen und Bienen, dieinneren Staubbeutelund die mit ihnen ingleicher Höhe aufgespreizten Griffelnstehenden Narbenberühren, währenddie äusseren Staub»blätter kürzer sindund sich bereitsfrüher öffnen. Bis»weilen werden klei»stogame Blüten be»obachtet. Die sehrkleinen und leichtenSamen können durch
vorüberstreichende Tiere (z. B. Vögel) oder auch durch den Wind verschleppt werden. Nach Kinzel keimensie erst nach längerer Zeit und nur bei Lichtzutritt. Im Dunkeln können sie jahrelang feucht liegen, ohne zumAustreiben zu gelangen. Auch im ersteren Falle verharrt ein kleiner Bruchteil sehr lange in Samenruhe.Nach C. A. C o o p e r wird die Samenschale aus zwei Integumenten gebildet, von denen im Reifezustand dasäussere aus 2 Zellreihen parenchymatischer Natur besteht, während von den ursprünglich 5 bis 6 Zellreihendes inneren die Sklereidenschicht zur inneren Epidermis wird und die übrigen Zellen obliterieren. Bei H. macu»latum, H. perforatum und H. calycinum vergrössern sich bei der Samenentwidclung nach K. Schnarf (Bei-träge zur Kenntnis der Samenentwicklung einiger europäischer Hypericum.Arten, 1914) die Epidermiszellenam Ende des Nucellus kurz vor ihrer Auflösung stark und weisen einen grossen „aktiven" Kern auf. Siedienen zu dieser Zeit als eine Art von Schwellkörper, der den engen Raum innerhalb der Integumenteerweitert und für die Ausdehnung des Embryosackes Platz schafft. Dem auf dem entgegengesetzten Poleliegenden Endosperm fällt die Aufgabe zu, die zugeleiteten Stoffe an sich zu ziehen und wahrscheinlichchemisch umzuwandeln. Die so gewonnenen Nahrungsstoffe werden durch Vermittlung des wandständigenEndosperms weitergeleitet und durch die mikropylaren Kerne dem Embryo zugeführt. Gleichzeitig wird dasinnere Integument bis auf die Sklereidenschicht aufgesogen, während dafür der Embryo und das Antipoden.Endosperm anwächst. Bei Hypericum maculatum treten ganz vereinzelt zwei Eizellen auf, die beide zuKeimlingen heranwachsen können. Durch diese Samenentwicklung zeigt Hypericum nur insofern Abweichungenvon dem gewohnten Gang bei den übrigen Angiospermen, als der Nucellus klein und nur aus wenigenZellen aufgebaut ist, sein gefächertes Endosperm nur kurze Lebensdauer besitzt und Tapetenzellen fehlen.Gewisse Aehnlichkeiten ergeben sich zuParnassia; doch reichen sie nach der Ansicht des Verfassers nicht aus,um eine nähere Verwandtschaft zwischen beiden Gattungen zu begründen. Eine abweichende Darstellung der
Fig. 1995. Hypericum perforatum L. 1 ) a Querschnitt durch das Laubblatt mit Leitbündel, Sekret-gängen und hypodermalem Gewebe. — H. Coris L. b Schematisierter Querschnitt durch das Laubblatt.c Ausschnitt eines Laubblatt-Querschnittes mit 2 Palisadenschichten und der Stärkescheide (nach Albert
Pünter-Egli).
*) Figur 1995, 1996 u. a. stammen aus einer unveröffentlichten, im Systematisch»botan. Institut derUniversität Zürich ausgeführten Diplom»Arbeit von Albert Pünter»Egli, Sekundarlehrer in Uster (Schweiz).