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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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sich am Stengel bis zur Mitte eine starke Korkschicht aus, die dem Rindenparenchym die Nahrungs-zufuhr unterbindet und die Stengelrinde später in grossen Streifen sich ablösen lässt. Die in Formvon Sekretbehältern entwickelten Oelgänge liegen im Leptom der Stengel und der Laub- und Krön-blattnerven. Bei H. Androsaemum zeigen sie sich auch im Rindenparenchym. Sie bilden ein ununterbrochenesKanalnetz, dessen Anlagen schon im Keimling vorgezeichnet sind und das erst in den älteren, verholzendenTeilen verschwindet. Ferner enthalten die Laub», Kelch-, Krön« und Fruchtblätter rundliche oder s; reifenförmigeSekretlücken. Die Entstehung dieser Behälter ist lange Zeit umstritten gewesen. Nach der Auffassung vonHieser, Meyen, v. Mohl, Frank, v. Höhnel, van Tieghem, Kienast und Tschirch sind esschizogene Gebilde, die durch Erweiterungen von Interzellularen entstehen, nach Link, Martinet.DeBaryund Green entstehen sie auf lysigenem Wege durch Auflösung von Zellwänden. Nach unveröffentlichtenUntersuchungen von Albert P ü n t e r-Egli werden die Kanäle aus grösseren Zellen durch Teilung und Auseinander-weichen der Tochterzellen gebildet, wobei letztere plattgedrückt werden (vgl. Fig. 1996 a). Reste aufgelösterZellen fand Pünter nie vor. Nach seinen Feststellungen tritt das ätherische Oel nur in den Kanälen derBlattnerven auf, fehlt hingegen in denen der Stengel. Aehnlich entstehen die von klaren, hellen Oeltropfenerfüllten Sekretlücken der Laubblätter und die dunkelvioletten, eine dunkle, harzige Masse enthaltendenDrüsen, die ausser in den Laub- und Kronblättern auch in der Stengelepidermis zu finden sind. Sie stehenim Zusammenhang mit dem Fibrovasalsystem, von dem je ein Strang zu ihnen verläuft. Der Farbstoff desdunklen Sekretes löst sich in Alkohol und Glyzerin. Ueber seine genauere chemische Zusammensetzung istwenig bekannt (vgl. unter H. perforatum). Verlaubung von Hochblättern und Auftreten von Laubsprossenim Blütenstande, d. h. der Beginn einer Virescenz, ist bei Hypericum perforatum von Massalongobeschrieben worden. Von H. acutum kennt man auch das Herabrücken von Kelchblättern (Apostasie).Abweichungen in der gewohnten Anordnung der vegetativen Teile sind seltener. Solche wurden in derBlattstellung von H. Coris nachgewiesen. H. maculatum zeigt mitunter an Stelle der Laubblattpaare3-gliederige Laubblattquirle, H. perloratum ausserordentlich kleine Laubblättchen. Die oberen Laubblatt-paare schwellen durch Stiche der Dasyneüra hyperici (Bremi) Rübs. zu geröteten Verdickungen oder zukahnförmigen Aufblasungen an. Geogryta Braünii (Handl.) Rübs., eine Mücke, verhindert das Oeffnender unterirdischen Sprossknospen und wandelt sie in fleischige, gelbliche, lanzettliche Schuppenblätter um. DieSprossachsen von H. perforatum zeigen durch Einstiche der Schildlaus Asterolecänium fimbriätumFons. spindelförmige Anschwellungen.

Die in Mitteleuropa einheimischen Arten unterscheiden sich nach folgendem Schlüssel:

1. Zwergstrauch. Laubblätter lineal, nadeiförmig, quirlständig, am Rande umgerollt. Einzig in Süd-tirol und in der Nordschweiz H. Coris nr. 1901.

1*. Laubblätter nicht lineal, flach oder, wenn am Rande etwas umgerollt, dann ei-länglich ... 2.

2. Pflanze behaart 3.

2*. Pflanze kahl, höchstens an den Hoch- und Kelchblättern fransig gewimpert 4.

3. Stengel aufrecht, 40 bis 100 cm hoch, mit länglich-eiförmigen oder elliptischen Laubblättern.Staubblätter nur am Grunde verwachsen. Kapsel 3-fächerig H. hirsutum nr. 1903.

3*. Stengel bis 40 cm lang, niederliegend oder aufsteigend, mit rundlich-eiförmigen, mit herzförmigemGrunde sitzenden Laubblättern. Staubblätter bis zur Mitte zu je 5 in 3 Bündeln verwachsen. Kapsel 1-fächerig.subatlantisches Gebiet H. Hei od es nr. 1899.

4. Pflanze 1« bis mehrjährig. Stengel niederliegend, mit den Sprossenden aufsteigend, dünn, hohl, mit2 Längsleisten. Staubblätter 15 bis 20 H. humifusum nr. 1902.

4'. Pflanze ausdauernd. Stengel aufrecht oder aus aufsteigendem Grunde aufrecht. Staubblätterüber 20 5.

5. Kelchblätter gross, ungleich, bleibend und an der Frucht zurückgeschlagen. Staubblätter in5 Bündeln. Frucht eine Beere. Nur in den Südalpen oder kultiviert . . H. Androsaemum nr. 1901.

5*. Kelchblätter klein. Staubblätter in 3 Bündeln. Frucht eine Kapsel 6.

6. Kelchblätter am Rande drüsig gewimpert oder gezähnt 7.

6*. Kelchblätter ganzrandig, nicht gefranst, selten mit einzelnen, unregelmässigen Sägezähnen oder

Drüsen 11.

7. Stengelblätter viel länger als die Stengelglieder, dicht dachig stehend, fest, auf der Fläche nichtoder nur spärlich durchscheinend punktiert, am Rande mit schwarzen Drüsenpunkten. Kelchblätter mit langen,die Breite der Kelchblätter an Länge übertreffenden, teilweise mit Drüsenköpfchen versehenen Fransen. Pflanzeder Südalpen H. Richeri nr. 1910.

7*. Laubblätter meist kürzer als die Stengelglieder, durchscheinend punktiert, am Rande mit schwarzenDrüsenpunkten oder nicht oder sehr spärlich durchscheinend punktiert, dann aber mit über die ganze Flächeverteilten, schwarzen Drüsenpunkten (vgl. H. barbatum pag. 532) 8.