Lackieren und zur Bereitung von Goldfirnis. Medizinisch diente es im 17. Jahrhundert in Europa als starkabführendes Mittel, heute noch als Gutti 1 ) oder Gummi res x na Gutti (Pharm. Germ., Austr., Helv.) zurwirksamen Bekämpfung von Würmern, als Diuretikum, bei Hydropsien. Die Rinde mancher Arten wird zuFärbezwecken benutzt; G. Delpyäna Pierre, G. mergu^nsis Wight u. a. färben hellbraun, G. VilersiänaPierre grün, G. MangostänaL. fixiert die Farben. Die bitteren Wurzeln von G. picrorrhxza werdenim Malayischen Ardiipel zur Verbesserung des Palmweines herangezogen. Das Stammholz ist hinsichtlichseiner technischen Verwendbarkeit bei den einzelnen Arten recht verschieden, z. T. sehr hart und brauchbar,z. T. aber weich und i wertlos. Seine Färbung ist sehr verschieden, bei einigen Arten weiss bis gelblich, beianderen blassgelblichbraun, gelblich bis bräunlich, rotbraun oder blassrot. Die Früchte sind i geniessbar.Bei G. pedunculdta Roxb., G. paniculäta Roxb. u. a. wird das Fruchtfleisch roh oder zubereitet gegessen,beider vielgepflanzten G. Mangostäna L. z.B. erfreut sich der saftige, schneeweisse, aromatische Arillus grosserBeliebtheit. Die Früchte anderer Arten hingegen können nur zur Essig.Bereitung benutzt werden. Die Samen derG. Indica L. enthalten in ihrem 20 bis 25% ihres Gewichts ausmachenden fetten Oel 80°/o Oleodistearin undanscheinend etwas Laurin, nach älteren Angaben auch Stearin, Olein und 7 bis 10% freie Fettsäure und werdenwegen dieses schmutzig-weissen, bei 40° schmelzenden Fettes teils für medizinische Zwecke, teils zum Färben oderin Indien auch zur Verfälschung von Butter (Kokumbutter) benutzt. In Afrika gelten die bitteren, etwasaromatischen, jedoch alkaloidlosen Samen der G. C ö 1 a Heckel als gutes Mittel bei Erkältungen und Schnupfenund werden von den Negern vielfach gekaut (Bitter« oder Orogbo»Kola). — Die Unterfamilie der Moronobofdeaebesteht aus z. T. sehr hohen Bäumen, enthält aber auch einige Sträucher, die durch zwitterige Blüten mit in5 Bündeln oder in 1 Röhre vereinigten Staubbeuteln und Beerenfrüchte ausgezeichnet sind. Die 5 hiehergehörenden Gattungen sind artenarm und meist auf kleine Gebiete beschränkt. Der westafrikanische Talg«oder Butterbaum Pentadösma butyräceum Don mit 30 bis 40 m Stammlänge besitzt dunkelbraune Früchtevon der Grösse kleiner Melonen mit essbarem, gelbem Fruchtfleisch. Das Harz der Fruchtschalen wird gegenRheumatismus benutzt. Die kastaniengrossen Samen — die Lamynüsse des Handels — sind reich an Gerb»säure und enthalten kein Eiweiss, aber einen sehr verschieden hoch angegebenen Gehalt an fettem Oel —afrikanische Pflanzenbutter, Kanyabutter — mit 82% Stearin und 18% Olein und werden daher zur Her»Stellung von Seifen und Kerzen benutzt. Als vikarisierende Art tritt in Togo P. Kerstingii auf. — Diebrasilianische Platönia insignis Mart., ein prächtiger Baum mit glänzenden Laubblättern, liefert sehr beliebteFrüchte mit süsslich.säuerlich schmeckendem Fruchtfleisch. Ihr gelbbraunes, politurfähiges Stammholz ist fürParkett» und Möbel«Herstellung geeignet. — Die Gattung Symphönia L. f. ist durch 5 Arten auf Madagaskarund durch S. globulffera L., dem Macona.Baum oder Oananie, in Westafrika und in Südamerika vertreten. Dieletztgenannte Art liefert einen schwefelgelben, als Wundmittel dienlichen Balsam, der wie bei dem Gummiharzder C1 usia«Arten als „Schweinsgummi" bekannt ist oder getrocknet und sich dann schwärzend als „Anani»harz" zum Pechen und Teeren von Schiffen brauchbar ist. Die Samen enthalten ein dunkelrotes Fett. Diejenigenvon S. fasciculäta Baill. (mit 56% fettem Oel [49% Olein, 45% Stearin und Palmitin]) werden teils gegessen,teils als kosmetisches Mittel verwendet.
CCCCLXXIi. Hypericum 2 ) L. Johanniskraut, Hartheu. Franz.: Mille-pertuis; engl.: St. John'swort; ital.: Iperico.
Stauden, selten 1 »jährige Kräuter, Halbsträucher, Sträucher, bisweilen Bäume. Stengelstielrund, kantig bis geflügelt. Laubblätter gegenständig, selten quirlständig, sitzend oderkurzgestielt, oft durch Oeldrüsen (Fig. 1992 a und 1996 b) durchscheinend oder schwarzpunktiert. Blüten in endständigen, zusammengesetzten, zumeist in Schraubein endigendenTrugdolden oder Rispen, selten einzeln. Kelchblätter 5, selten 4, gleich oder verschiedengestaltet, in der Knospenlage dachig oder klappig, an der Frucht erhalten bleibend. Krön»blätter 5 oder selten 4, in der Knospenlage gedreht, ungleichseitig, einfach oder über demGrunde mit einem meist zungenförmigen Anhang, meist erhalten bleibend. Staubblätter viele,frei oder meist zu 3 oder 5 vor den Kronblättern stehenden Bündeln verwachsen; Staub*beutel rückenständig, intrors, oft mit Sekretdrüsen zwischen den Beuteln; vor den Kelchblätternbisweilen 5 hypogyne Drüsen (Staminodien ?) oder audi einzelne Staubblätter. Fruchtblätter
') Von dem malayischen Worte gutah, guttach oder getah = Gummi, Balsam.
a ) Pflanzenname beiPlinius und Hippokrates, bei Dioskurides inBQixov [hyperikön] genannt.Wahrscheinlich bezog sich der Name auf das in Griechenland weit verbreitete H. crispum L.