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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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anderen Familien nicht völlig durchgreifendes Merkmal liegt in der Vereinigung von mehreren bis vielenStaubblättern zu Bündeln, die frei oder häufig in Form von Bechern, Röhren, Säulen, Flaschen, Keulen, Kugeln,Halbkugeln usw. vereinigt sind. Durch eine ± weitgehende Verwachsung dieser Staubblattbündel mit den Griffelnoder teilweise mit den Kronblättern wird weiterhin eine grosse Mannigfaltigkeit im Blütenbau hervorgerufen,wie sie namentlich in den Gattungen Hypericum L., ClüsiaL. und Garcinia M. zum Ausdrude kommt. ImBereiche der mitteleuropäischen Flora stehen die Hypericaceen innerhalb der fast rein tropischen Familie völligisoliert da. Ihre nächsten Verwandten sind die Theaceen, von welchen sie sich nur durch den Besitz derschizogenen Oelgänge unterscheiden. Auch mit den Dipterocarpaceen haben sie zahlreiche Berührungspunkte.Die sero.diagnostischen Untersuchungen haben die Familie als Seitenzweig in die Nähe der Cistaceen ver«wiesen (Fig. 1608). Ihrer gegenwärtigen geographischen Verbreitung entsprechend muss die Familie als einealte Einheit angesprochen werden, wenngleich auffälligerweise fossile Reste bisher noch nicht aufgefundenbezw. als zu ihr gehörig gedeutet worden sind. Hingegen spricht das endemische Auftreten der GattungenMontrouzi^ra Pancher und C1 usi an t h 6mum Viell. auf Neu=Kaledonien, Eliaea Camb. auf Madagaskar,sowie Trip6talum K. Schum. und Pentaphaldngium Warb, auf Neu=Guinea für diese Auffassung. DieVerbreitung der Gattungen in den Tropen ist sehr unregelmässig. Die wenigsten Glieder finden sich in Afrika;doch gehören auch diese z. T. endemischen Gattungen an (z. B. Endodösmia Benth.). Als Stütze der W e g n e r»sehen Hypothese einer alten Landverbindung (Atlantis) zwischen Westafrika und Südamerika können Artender Gattungen Vxsmia Vell. und Symphönia L. f. herangezogen werden. Madagaskar ist durch die imwesentlichen amerikanische Gattung R h e e d i a L. mit dem Neuen Erdteile verknüpft. Die asiatisch-amerikanischenC al o p hy 11 u m »Arten strahlen in einer, die Meeresküsten bewohnenden Art nach Afrika aus. Gut aus»gestattet mit endemischen Gattungen ist das Indo»malayische Gebiet; reich ist ferner Südamerika, das in dentropischen Anden allein 5, im Amazonasgebiet 8, im mittleren und südlichen Brasilien 2 eigene Gattungenbesitzt. Die grosse, rein amerikanische Gattung C1 ü s i a L. verteilt sich mit den meisten ihrer Sektionen übergut begrenzte geographische Gebiete von Mittel- und Südamerika. Die Gattung Hypericum ist in allen Erd«teilen vertreten. Der wirtschaftliche Wert der Hypericaceen ist recht bedeutend und ergibt sich teils durchdas feste Holz vieler baumartiger Arten, teils durch den Besitz von Gummi« und Balsamharzen, ätherischenOelen usw., teils werden Früchte oder Samen als Nahrungs» oder Genussmittel verwertet.

Die wichtigeren Gattungen verteilen sich folgendermassen auf die 5, durch keine scharfen Grenzengeschiedenen Unterfamilient Zu der kleinen, mittel» und südamerikanischen Unterfamilie der Kielmeyer-ofdeae mit meist wechselständigen Laubblättern, freien oder nur am Grunde verwachsenen Staubblättern,3 bis 5 verwachsenen Griffeln und Kapselfrüchten gehören: Kielmey^ra Mart., eine zumeist für die Camposvon Südbrasilien bezeichnende Gattung. Bäume, Sträucher oder Halbsträudier mit meist lederartigen, undeut«lieh fiedernervigen Laubblättern, weissen oder rosa gefärbten, oft wohlriechenden Blüten und an beiden Endengeflügelten Samen. Einige Arten liefern gutes Werkholz. Caraipa Aubl. Meist stattliche Bäume mitgestielten, fiedernervigen Laubblättern, in Rispen stehenden, wohlriechenden, weissen Blüten und nacktenSamen aus dem Amazonasgebiet; zeichnet sich ebenfalls durch dauerhaftes Holz aus. C. fascic u lata Camb.liefert durch tiefe Einschnitte in das Kernholz einen sehr scharfen, blasenziehenden, weissen, geruchlosen Saft,der mit Erfolg gegen Ungeziefer und Krätze angewandt wird. Das schöne rote Holz der beiden zuHaplocldthra Benth. gehörigen Baumarten dient zur Anfertigung von Instrumenten aller Art. DieUnterfamilie der Hypericofdeae mit fast stets gegenständigen Laubblättern, meist zahlreichen, zu 5 Bündelnvereinigten Staubblättern, sowie 3 bis 5 meist getrennten Griffeln zerfällt in 3 Tribus, die der Hypericeaemit 1.fächerigem oder unvollkommen gefächertem Fruchtknoten und wandspaltiger Kapsel, die derCratoxy»leae mit 3.fächerigem Fruchtknoten und fachspaltiger, z.T. gleichzeitig wandspaltiger Kapsel und die derVismieae mit 5«fädierigem Fruchtknoten und Beeren oder Steinfrüchten. Die erstgenannte Tribus um«fasst nur die zwei, einander sehr nahe verwandten Gattungen Ascyrum L. und Hypericum (vgl. unten).Zur Tribus der Cratoxyleae zählt nur die strauchige Eliaea articuläta Spach mit gelbem Safte, dieals einzige Vertreterin ihres Geschlechtes Madagaskar bewohnt, und die strauthige oder baumförmige, 12 Artenumfassende Gattung Cratöxylon Blume aus Hinterindien und dem Malayischen Archipel, deren Holz bis»weilen zu Bauzwecken verwandt wird. Die Tribus der Vismieae verfügt über etwa 40 Arten derGattung Vismia Vell. in Mittel» und Südamerika, von denen einige, namentlich V. Guayan^nsis (Aubl.)Choisy, durch ihr eingetrocknetes Gummiharz Amerikanisches Gummigutt früher einige Bedeutung be»sassen. Ihre Sektion Euvi'smia Wawre lebt in Westafrika. Die nur durch eine einzige Art, die 25 bis40 m hohe Endoddsmia calophylloxdes Benth. in Kamerun und Gabun, bekannte Unterfamilie derEndodesmoideae besitzt gegenständige Laubblätter, zahlreiche, unterwärts in 5 Bündeln, oberwärts zu einerRöhre verwachsene Staubblätter, einen fadenförmigen, exzentrischen Griffel und eine im oberen Teile desFruchtknotens hängende Samenanlage. Die umfangreiche Unterfamilie der Calophylloideae ist durch gegen-ständige, von zahlreichen, dicht nebeneinander verlaufenden, parallelen Seitennerven durchzogene Laub«blätter, durch einen 1» bis 4»fätherigen, von einem Griffel gekrönten Fruchtknoten mit 1 bis 2 Samenanlagen