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wird in vielen Formen mit einfachen und gefüllten, rein weissen bis dunkelroten, gestreiften oder gesprenkeltenKronblättern als Topfpflanze in Wohnräumen (im Süden auch als Freilandpflanze) kultiviert. Bei der Treibkulturblühen die Sträucher bereits vor Weihnachten, sonst im Frühjahr. Die Knospen haben den unangenehmenNachteil, dass sie bei mangelhafter Pflege leicht abfallen. Aus den Samen, die 72°/o Fett enthalten, wird einHaar= und Uhrmacheröl gewonnen. Eine über 200 Jahre alte Camellie steht im Schlossgarten zu Pillnitz beiDresden. Der Baum ist etwa 8 m hoch und hat einen Kronenumfang von 35 rn ; er dürfte also wohl dergrösste in Europa sein. Eine eigene Heizanlage sorgt dafür, dass es dem Baum nicht zu kalt wira. Die ältesteCamellie befindet sich (sie wurde 1760 gezogen) im Giardino Inglese zu Caserta bei Neapel. Grosse Kulturenbefinden sich heute in Dresden, in Tremezzino am Comersee und in Holland. Norbert Cornelissen schrieb1820 ein allegorisches Märchen „de fatis Camelliae Japonicae, lusus poeticus"; auch Alphonse Karr, sowieder jüngere Dumas (letzterer in seiner „Dame aux Camelias") verewigten die vielfach gefeierte Blume (sieheStrantz v., M. Die Blumen in Sage und Geschichte, Berlin 1875). Da die Samen schon nach wenigenMonaten ihre Keimfähigkeit einbüssen, erfolgt die Vermehrung in der Kultur durch Stecklinge oder durchPfropfen. Dem Leipziger Georg Bauer, alias „George Agricola" und 1855 Verschaffelt in Gent gelanges als ersten die Pflanze durch Blattstecklinge zu vermehren. — Weitere ostasiatische Arten, vor allem TheaSassanqua (Thunb.) Nois., T. drupifera (Lour.) Pierre usw. liefern technisch und für Speisen verwertbareOele (Teesamenöl); die wohlriechenden weissen Blüten der ersteren Art werden zur Aromatisierung demChinesischen Tee beigemengt. Ausserdem werden gelegentlich in Wintergärten, in wärmeren Gegenden auchim Freien gehalteni V i s n 6 a Mocanira L. von den Kanaren, Eürya Japönica Thunb. (Blüten zweihäusig)aus Japan, Stewärtia Virginica Cav. (= St. Malachod6ndron L.) und St. pentagyna L'Herit. aus demsüdlichen Nordamerika, St. monadölpha Sieb, et Zucc. und St. Pseüdo.Cam^llia Maxim, aus Japan, sowieGordönia (Franklinia) Altamäha Sarg, und G. Lasiänthus L. aus Virginien und Mexiko.
83. Farn. Hypericaceae (= Guttfferae). Johanniskrautgewächse.
Zumeist Bäume oder Sträucher, seltener Halbsträucher und Kräuter mit Sekretbehälternin Zweigen, Laub» und Blütenblättern. Laubblätter gegenständig, selten wechselständig. Neben»blätter meist fehlend. Blüten zwitterig oder 1 »geschlechtig, strahlig, meist zyklisch, an denZweigen endständig, seltener einzeln, meist in zymösen Blütenständen. Blütenhülle in derRegel in Kelch und Krone geschieden. Kelchblätter meist 5 bis 6, in der Knospenlage gewöhn»lieh dadiig. Kronblätter in gleicher Zahl wie die Kelchblätter, in der Knospenlage gedreht,dachziegelig oder gekreuzt. Staubblätter 4 bis viele, frei oder meist zu Bündeln (Synandrien)verwachsen, hin und wieder am Grunde mit den Kronblättern verbunden, oft zum Teil zuStaminodien verkümmert; Staubbeutel verschieden gestaltet, zuweilen teilweise miteinanderverschmolzen, mit Spalten oder Poren aufspringend. Fruchtblätter meist 3 bis 5, selten wenigeroder mehr. Fruchtknoten 1 »fächerig oder mit ebenso vielen Fächern als Fruchtblättern; Pia»zenta meist wand», selten grund» oder scheidewandständig; Samenanlagen meist viele, um»gewendet. Griffel gleichviele wie Fruchtblätter, frei oder vereinigt; Narbe oft breit, konkav,ganzrandig oder gelappt. Frucht eine scheidewandspaltige, selten fachspaltige Kapsel, eineSteinfrucht oder Beere. Samen ohne Nährgewebe, mitunter mit Arillus; Keimblätter häufigsehr schwach entwickelt, bisweilen fehlend.
Die annähernd 820 zur Familie zählenden Arten verteilen sich auf etwa 43 Gattungen, die in 5 bis»weilen zu Familienrang erhobene Unterfamilien zusammengefasst werden. Die Familie ist durch den Besitzvon Oellücken oder langen, durch Spaltung entstandenen (schizogenen) Oelgängen (Fig. 1995) in Rinde, Mark,Laubblättern, Kronblättern usw. gut gekennzeichnet. Der weitaus grösste Teil der Gattungen und Arten bewohntdie Tropen; nur die umfangreiche, mehr als 200 Arten umfassende Gattung Hypericum greift auch in dieSubtropen und sehr stark in die gemässigten Zonen über. Ihre Siedelungsorte innerhalb der Wendekreise liegenvornehmlich in den Gebirgen, in den gemässigten Zonen jedoch in den Ebenen und Hügelländern. Sie auchbesitzt unter ihren Lebensformen Halbsträucher und Stauden, die sonst der Familie in der Regel fehlen unddurch Bäume und Hodisträucher, seltener Klettersträucher oder ausnahmsweise durch Epiphyten ersetzt sind.Die Laubblätter sind teils typische, tropische, grosse Glanzblätter, teils in den arideren Klimaten lederartig,nehmen bisweilen kleine, schmale bis nadeiförmige, selbst schuppenförmig sich deckende Gestalt von xero»morphem Bau an und zeigen alle Uebergänge vom immergrünen zum sommergrünen Typus. Auch die Aus«gestaltung der Blüten unterliegt grossen Schwankungen. Ein, wenn auch nicht durchgehendes und gegenüber