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verwachsen; Griffel fast immer frei. Frucht gewöhnlich eine trodcenhäutige, seltener eine holzige Kapsel, seltenereine Beere. Samen wenig zahlreich, zuweilen mit geschlitztem Arillus. Die Familie ist im wesentlichen aufdie warme Zone der Alten und Neuen Welt beschränkt; nur wenige Arten reichen in Australien (hier starkvertreten), in Mittelchina und in Osttibet bis in die gemässigte Zone. Einige Arten liefern brauchbare Hölzeroder Gerbrinden; Dill^nia lndica L. (= D. speciösa Thunb.) besitzt apfelgrosse, stark säuerlich schmedeendeScheinbeeren (Kelch wird fleischig), die wie Zitronen zu Limonaden verwendet werden. Diese Art, sowieSauraüja gigant^a DC., Hibb^rtia dentäta R. Br., H. volübilis (Vent.) Andr£ (= H. seändens[Willd.] Gilg) und H. (Candöllea) cuneiförmis (Labill.) Gilg werden gelegentlich in Gewächshäusern angetroffen,während verschiedene laubabwerfende Arten der Gattung Actinidia aus dem östlichen Asien (vom Himalaya[hier bis 3000 m aufsteigend] und von Cochinchina bis zum Amurgebiet verbreitet) mit dünnhäutigen, ganz,randigen oder gezähnten Laubblättern, meist weissen Blüten und vielfächerigen Beeren ab und zu alsSchlingpflanzen oder Klettersträucher im Freien gehalten werden, so A. callösa Lindl, vom Himalaya, A.Kolomikta (Rupr.) Maxim, aus der Mandschurei, A. polygäma (Sieb, et Zucc.) Planch. aus Japan und derMandschurei, A. argüta Miq., A. Chinins is Planch., A. rubricaülis Dunn. Viele Arten der GattungenTetracera und Curat^lla sind „Wasserlianen", deren Stämmen man durch Einschneiden trinkbares Wasserentnehmen kann. Die Laubblätter mancher Arten (besonders von Curat6lla Americäna L.) werden ihrerrauhen Oberfläche wegen als Glas« oder Schmirgelpapier benützt.
Zu den Ochnäceae 1 ) gehören 18 Gattungen mit 200 Arten, die fast ganz auf die Tropen beschränktsind. Es sind fast ausschliesslich Holzgewächse (aber keine Lianen) mit wechselständigen, meist lederartigen, kahlen,häufig ganzrandigen Laubblättern (Nebenblätter stets vorhanden) und oft sehr ansehnlichen, meist gelben, zuRispen oder Trauben angeordneten, gewöhnlich strahligen Blüten. Fruchtblätter 2 bis 5 (15), frei oder ver«wachsen, aber mit gemeinsamem Griffel. Frucht Steinfrucht« oder beerenartig oder eine 1« bis vielsamigeKapsel, im ersteren Falle die einsamigen Steinfrüchte der stark anschwellenden und fleischig werdenden Blüten»achse aufsitzend. Samen ohne Arillus, zuweilen geflügelt. Verschiedene Arten liefern ein brauchbares Holz(Oldfiäldia Africana, Oehna» und O u r a t i. a»Arten), andere gerbstoffreiche Rinden oder besitzenölhaltige Samen (Lophira aldta Banks, der Bongosibaum, in Zentral» und Westafrika liefert Meni.Oel). InGewächshäusern wird gelegentlich Oehna atropürpurea DC. vom Kap mit farbigem Blütenpolsterangetroffen. — Die kleine Familie der Caryocaräceae oder Rhizoböleae mit den beiden GattungenCaryocar L. (= Pekea Aubl., = Rhizöbolus Gaertn.) und Anthodiscus G. Mey. mit etwa 13 Arten istauf das tropische Amerika beschränkt, wo ihre Arten zu den höchsten und dicksten Bäumen gehören. Sie sindausgezeichnet durch meist 3-teilige, gegenständige Laubblätter, zahlreiche feine und sehr lange Staubblätter undeigenartig gebaute Steinfrüchte; der Keimling zeigt ein stark ausgebildetes Stämmchen. Die fettreichen, nachMandeln schmeckenden Samenkerne von verschiedenen Caryocar»Arten kommen gelegentlich als Butter», Pekea.oder Suari.Nüsse aus Brasilien in den europäischen Handel. Andere mit butterartiger Mittelschicht der Frucht,wand liefern Pekafett.
Die sehr eigenartigen Vertreter der Marcgraviäceae sind kletternde oder epiphytische Sträucher,teilweise mit ausgesprochenem Dimorphismus der Sprosse (sterile Schattensprosse mit zweireihig angeordneten,flach ausgebreiteten, der Unterlage mittels Klammerwurzeln angehefteten Laubblättern und in Blütenständeendende Lichtsprosse mit viel grösseren, gestielten, spiralig stehenden, meist gespitzten, lorbeerartigen Laub»blättern). Die strahligen Blüten besitzen eigenartige, gefärbte, kugelige, schlauch« oder spornförmige Tragblätter,womit sie den besuchenden Insekten und Vögeln Nektar darbieten. Sämtliche 50 Arten der 5 Gattungen(Marcgrävia, Noräntea, Souröubea, Ruyschia und Caracäsia) sind auf das tropische Amerikabeschränkt. Neuerdings hat H. Melchior bei der Familie Inulin und zwar als Assimilationsprodukt nach«gewiesen. In Botanischen Gärten werden in Warmhäusern gelegentlich getroffen : Marcgrävia picta Willd.,M. umbelldta L., sowie Nordntea Guyan^nsis Aubl.
DieThedceae*), auch Ternstroemiäceae*) oder Camelliäceae 4 ) geheissen, umfassen etwa 200 Holz«pflanzen mit einfachen, wechselständigen, häufig immergrünen, lederartigen Laubblättern, die sich auf 18 Gattungender Tropen und Subtropen verteilen. Viele davon sind Unterhölzer der tropischen Gebirgswälder; nur wenigeArten dringen in Ostasien und Nordamerika (Arten von Stewdrtia, Gordönia und Th6a) auch in die gemässigte Zonevor. Anatomisch sind die Theaceae durch das Vorkommen von stark verdickten, getüpfelten Steinzellen
') Von griech. [öchnel oder uymk [achräs] = wilder Birnbaum; die Blätter einzelner Arten
sollen jenen dieses Baumes gleichen.
*) Nach dem chinesischen Namen theäh, tschäh oder tat.
8 ) Der Schwede Ternstroem (t 1745) beabsichtigte China zu erforschen.
*) Benannt nach Georg Jos. Kameil (Camellius), Apotheker der mährischen Brüder.Mission aufManila, der die Camellie 1738 aus Japan nach Europa (angeblich dem Lord Petre in London) brachte.