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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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492
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Kohler.La Tour de Pertz, Croisier»Genf. Das aus den enthülsten, geriebenen und stark gepressten Kakaobohnenals Nebenprodukt gewonnene und gereinigte fette Oel bildet eine talgartige Masse, die Kakaobutter (OleumCäcao, Butyrum Cacao) oder richtiger Kakaoöl, eine bei 15° brüchig», spröde, zuerst schwach bräunliche,später blassgelbe, nicht leicht ranzig werdende Substanz von feinem, angenehmem, an Kakao erinnerndemGerüche und mildem Geschmack. Sie enthält 59,7°/o feste Fettsäure und zwar Stearinsäure (39 bis 40°/o),Palmitin» und Arachinsäure (letztere zum Teil als Triglyceride), flüssige Oelsäure und noch 6,3°/o andere flüssigeFettsäuren (darunter Linolsäure), gemischte Ester (Oleopalmitostearin, Oleodipalmitin, Myristicopalmitooleinund Oleostearin), eine Lipase, wohl auch Stigmasterin und Sitosterin, vielleicht auch etwas Cholesterin undneben einem Kohlenwasserstoff (CsoHis) ein hyazinthartig riechendes Oel. Das oflizinelle Oel (Pharm. Germ.,Austr., Helv.) wird zu Pillen, Salben, Einreibungen, Ceraten, Suppositorien (Stuhlzäpfchen), Vaginalkugeln,Urethralstäbchen, Lippenpomaden und Augensalben (es schmilzt bei Körpertemperatur), zum Einfetten vonPatronen, zur Herstellung von Pralines und bessern Seifen verwendet. In der Medizin gilt das Theobrominals essigsaures (Agurin) oder als salicylsaures.Natrium.Theobromin (Diuretin) als gutes Diureticum, dasseine besten Wirkungen bei allgemeinem Hydrops (Wassersucht), insbesondere im Gefolge von Herzkrank-heiten entfaltet, ebenso bei Oedemen. Von anderen Arten der Gattung werden in Amerika noch Theo»broma pentägonum (liefert den Lagarto» oder Alligator »Kakao), Th. bicolor Humb. et Bonpl. (Cacaoblanco), Th. an gu s t i f ölium Mo<;. et Sess. (Cacao mico) und Th. Bala6nsis (Cacao del monte) angebaut,die aber alle keine grössere Bedeutung haben.

Mit den Kakaobohnen haben die Kola«, auch Guru« oder Ombenen.Nüsse der westafrikanischen,baumartigen Cöla v6ra K. Schum. (= C. nitida) und C. acuminäta R. Br. eine gewisse Aehnlichkeit, zumalsie wie diese keine reinen Genussmittel, sondern Reiz» und Nährmittel zugleich darstellen. Die nicht sehrauffälligen, eingeschlechtigen, einhäusigen Blüten entspringen häufig am alten Holz und entwickeln eine sternförmige,in Teilfrüchte (Balgkapseln) zerfallende, lederartige, S bis 16 cm lange, 4» bis 5-fächerige Frucht, in deren Fächernje 3 bis 5, in das Fruchtfleisch eingebettete, etwa 4,5 cm lange und 5 cm breite, rot» oder weissgefärbte Samen(Fig. 1991 m) mit dicken, gespaltenen oder ungespaltenen Kotyledonen liegen. Die Nüsse enthalten 2,35 bis2,71 °/o Coffein, 0,023°/o Theobromin, Colarot, 3,25°/. Zucker, 33,75°/o Stärke, 29,83°/o Cellulose, 12,22% Wasser(in frischen Nüssen bis 60 %), 6,7 bis 8,6 °/o Eiweissstoffe, 0,58 °/» Fett, 3,04 °/o Gummi, 1,62 °/o Gerbstoff (Cola»tannin) sowie ein fettspaltendes Enzym (Colalipase). Der Gehalt an Coffein ist also ausserordentlich gross(grösser als beim Kaffee); ihm und dem Theobromin werden auch die das Hunger« und Durstgefühl vertreibendenEigenschaften, sowie die Fähigkeit des Ertragens von grossen Strapazen zugeschrieben. Bei den Eingeborenen(namentlich bei den Sudanvölkern), welche die frischen Nüsse kauen, werden diese als Nahrungs», Genuss» undHeilmittel sehr hoch geschätzt. Immerhin werden sie erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts von Leo Afri«canus und zwar alsGoro" erwähnt. In neuerer Zeit wird der Baum in Afrika als Nebenkultur angepflanzt.Versuche, dieKolanuss in Europa zu verwerten, hatten bisher keinen nennenswerten Erfolg. Im allgemeinen gelangennur getrocknete Kolanüsse (Fig. 19911) nach Europa, die einerseits zu Pastillen, Extrakten, Tabletten, Biskuits undBonbons verarbeitet werden, andererseits Weinen (vinum cölae), Likören, Kakao usw. zugesetzt werden. Alssemen Cölae (Pharm. Austr., Helv.) werden sie als anregendes Mittel, als Tonicum, Analepticum, Diureticum,gegen Migräne, Neuralgie, hysterische Zustände, chronische Diarrhoe angewendet. Glossostdmon Bru»gu6ri Desf. liefert die echteRevalenta Arabica", ein aus den Wurzelknollen stammendes, leichtverdaulichesMehl. Mansönia Gag6i in Birma liefert das wohlriechende, in der Heimat sehr geschätzte Kalanutholz,Triplochiton ütile von der Goldküste eine Art Mahagoni, Stercülia tragacäntha Lindl, und S.tomentösa Guill. et Perr. aus dem tropischen Afrika afrikanisches Traganthgummi. Heriti^ra litorälisDryand., ausgezeichnet durch starke, bajonettartig aus dem Sand oder Schlamm hervorstehende, grosse Atem»wurzeln, ist ein von Ostafrika bis Ozeanien verbreiteter Strandbaum, dessen Früchte durch Meeresströmungen(Driftfrucht) weithin verfrachtet werden. Als Zierpflanzen werden in Kalthäusern gelegentlich einzelne Artender Gattung Hermdnnia (vor allem aus dem Cap) sowie Thomäsia quercifölia Gay aus Westaustralienmit prächtig rotgefärbtem Kelch kultiviert.

Die Reihe der Parietales 1 ) zeichnet sich durch einen in der Regel aus 3 Fruchtblättern gebildetensynkarpen, ober» oder unterständigen Fruchtknoten mit parietalen und zwar laminalen Plazenten aus;seltener sind freie Fruchtblätter oder Plazenten, die in der Mitte zusammentreffen ; schliesslich gibt esauch grundständige Samenanlagen. Neben durchwegs zyklisch angeordneten, meist strahlig gebauten Blütensind auch solche mit teilweise spiraliger (spirozyklischer) Anordnung innerhalb einzelner Kreise vorhanden.Diese sind meist 5»zählig, hypo» bis peri» oder epigyn, zuweilen mit sympetalem Kronblattkreis, mit zahlreichenStaubblättern und einem 1. bis mehrfächerigen Fruchtknoten. Die Samen bezw. Keimblätter enthalten gewöhnlichfett» und eiweiss», oft auch stärkehaltiges Nährgewebe. Die sehr formenreiche Reihe ist nicht einheitlich, sondern

*) Von lat. päries = Wand; nach der Anordnung der Samenanlagen.