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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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491
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eigenartig gekrümmte, wurmartige, quergestreifte Haarbildungen (Mitscherlich'sche Körperdien). Die sehr nahr.haften Kakaobohnen (s^mina Cacao, fäbae Mexicänae) enthalten durchschnittlich 1,49°/» Theobromin oderDimethylxanthin = Ci H» N< Os (wie das nahe verwandte, in geringen Mengen ebenfalls vorhandene Koffein oderTrimethylxanthin ein Methylderivat), 45 bis 56°/o eines bei 30 bis 33 (35)° schmelzenden Fettes, 14 bis 15 °/oEiweissstoffe, 8 bis 11,72% Stärke, 5 bis 7% Wasser, 6,7°/o Gerbstoff, 2°/o Cacaorot, ferner Asparagin, Cholin,Wein, und Apfelsäure. Entölter Kakao wie Schokoladen (Cacdo tabuläta) sind deshalb nicht nur als Genuss.mittel, sondern als vollwertiges Nahrungsmittel zu betrachten. Beide werden auch in Mischungen mit Arzneienals Gesdimadcskorrigens oder als Stärkungsmittel (mit Rhabarber, Chinin, Ipecacuanha, Santonin, IsländischeMoos [MoosoSchokolade], Kalomel, Magnesia) verwendet. Der Baum, der wild nur im tropischen Mittel« und Süd«amerika vorkommt, wird heute fast überall in den Tropen kultiviert; gut gedeiht er aber nur in den wärmstenTeilen der Tropen, etwa zwischen dem 13.° nördlich und 13.° südlich des Aequators. Die Kultur war bereits denalten Tolteken und Azteken bekannt, die den Kakao kalt oder warm als schäumendes Getränk,chocolatl"(choco = Schaum und atl = Wasser) geheissen, genossen; die gerösteten, geschälten und zerstossenen Bohnen,die auch als Geld eine Rolle spielten, wurden mit gequollenem Mais oder Maniokmehl, auch mit Gewürzen,Spanischem Pfeffer, Orlean, Vanille, Honig oder mit duftenden Blumen versetzt. Im Jahre 1526 kam die ersteKunde vom Kakao durch Ferdinand Cortez nach Spanien; im 17. Jahrhundert breitete sich der Genusswenn auch nicht immer ohne Widerstand in Italien und in Frankreich aus. So musste sich Maria Theresiavon Spanien, die Gemahlin Ludwig XIV., noch verstecken, um Schokolade zu trinken. In Deutschland wirdder Kakao zum erstenmal im Jahre 1640 erwähnt und zwar im Inventar der Braunschweiger Ratsapotheke,dann 1656 in Hessen»Kassel, 1669 in Leipzig, 1682 in Zelle, 1694 in der Mark Brandenburg. Friedrich derGrosse verbot die Einfuhr von Schokolade und beauftragte den Chemiker Marggraf dafür ein Surrogataus Lindenblüten herzustellen. Heute wird der raschwüchsige, eine gleichmässige Wärme (mindestens 22° C),Feuchtigkeit und Schatten (deshalb werden Bananen oder breitkronlge Leguminosenbäume aus den GattungenErythrina, Inga, Albizzia, Caesalpinia als Schattenspender angepflanzt) verlangende Baum im grossen im tropischenAmerika kultiviert und zwar heute vornehmlich in Ekuador (dieses Land liefert mehr als ein Drittel derWeltproduktion), dann in Venezuela (Caracas.Kakao"), Bolivien, Peru, Brasilien, Kolumbien, Surinam, West«indien (Trinidad, Grenada, San Domingo), ausserdem seit einigen Jahrzehnten in Westafrika (San Thome, Fernando, Goldküste, Liberia, Gabun, Kamerun, Kongo), auf Ceylon und Java. Von den zahlreichen Sorten, die sich in derAusbildung der Früchte und Samen unterscheiden, mögen genannt sein! der sogen. Kriollokakao (der das feinsteProdukt liefert) im westlichen Venezuela und Zentralamerika, die Forastero«Sorten mit Trinitario, Carupano,Cundeamor, die Amelonado« und Calabacillo.Sorten mit Arriba, Balao, Machala (Guayaquil). Die mit Messernabgeschnittenen Früchte werden geöffnet und dann in Körben oder Gefässen in die Gärhäuser gebracht, wosie einen doppelten Prozess, eine Gärung (dasRotten" oderSchwitzen") unter Mitwirkung von Enzymen(hydrolytische Oxydation) und Saccharomyceten und eine Trocknung (an der Sonne oder durch künstliche Er«wärmung in Trockenhäusern) durchmachen müssen, was eine sehr umständliche Behandlung erfordert. Durchdie Gärung schwindet der den frischen Bohnen eigene bittere Geschmack, während sich gleichzeitig das angenehmeAroma einstellt. .Ungerotteter" Kakao wird direkt getrocknet und schmedct bitter. In den Kakao, undSchokoladefabriken werden die Bohnen geröstet, von den Schalen befreit, gemahlen, worauf dann ein Teildes Fettes (für Kakaopräparate bis auf 30%) abgepresst (.entölter Kakao") wird. Zur Herstellung von Schoko,lade soll das Fett nicht entfernt werden. Der fetthaltigen Kakaomasse werden hierauf durch Walzwerke Zudcer,Milch und Gewürze (besonders Vanille oder das künstlich hergestellte Vanillin, seltener auch Zimmt, Gewürz»nelken, Cardamomen oder Perubalsam) beigegeben, worauf die in Blechformen gebrachte Masse in Kellernoder Kühlapparaten (auf 12,5°) abgekühlt wird. Hiebei erstarrt das Fett kleinkristallinisch. Neuerdings nimmt derVerbrauch von reinem, entfettetem Kakao ohne Zusatz von Zucker usw. immer mehr zu. Um den letzterenangeblich leichter verdaulich zu machen, wird er durch Kaliumkarbonat, durch leicht flüchtige Ammoniumsalzeoder Wasserdampf .aufgeschlossen". Billigere Sorten von Schokolade werden gelegentlich mit Mehl, mit Pulvervon gerösteten Eicheln, Kastanien, Erdnüssen, Cichorien, ja sogar mit Gips vermengt. Die in den Kakao,fabriken massenhaft abfallenden Schalen, die ebenfalls Theobromin enthalten, gelangen als .Kakaotee" oderKakao«Kaffee" in den Handel. Die erste Schokoladefabrik wurde in Deutschland 1756 von dem FürstenWilhelm von Lippe in Steinhude errichtet. Bekanntere Unternehmen sind heule Sarotti.Berlin, Stollwerck«Köln, Hartwich & Vogel.Dresden, Reichardt-Hamburg.Wandsbeck, Rüger.(Hansi»)Dresden, Most.Halle, Fass«bender.Berlin, Alpursa.Biessenhofen (Bayern), Petzold & Aulhorn.Dresden, Moser.Roth.Stuttgart, Riquet.Leipzig,Waldbaur.Stuttgart, Cenovis.München, Karnatzski.Wernigerode, Kant.Wittenberg, dann Milka, Velma, Hildebrand,Nimrod, Holdie,Balda,Elldee, Weinberg, Brinkmann, Ritter, Badenia, Wernidc, Jentzsch,Mauxion, Wadoka, Eszet,Teel,Spanetti, Frankonia, Frankenland, Hoffmann, Lobeck, Subtzik, Colima, Portola, Püberno, Heller.Wien, Van Houtten,Bensdorf.Amsterdam usw. In der Schweiz sind zu nennen. Tobler.Bern, Lindt. & Sprüngli»Zürich«Bern, Grison.ChurFrey.Aarau, Villars.Freiburg, Klaus.Locle, Suchard«Neuenburg (Filiale in Varese), Maestrani.St. Gallen, Peter, Cailler,