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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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gegenständen (Bastschuhen) und an Stelle von Papier war er schon früh geschätzt. In Russland wird er gegen,wärtig noch vielfach zum Dachdecken und zum Bau von Schuppen und Scheuern verwendet; in Mitteleuropafertigt man namentlich Matten daraus. Zum Binden in den Gärtnereien ist er wohl ohne Grund durdiden von der afrikanischen Palme Räphia pedunculäta P. B. stammenden Raphia.Bast ersetzt worden.Der Schleim, der aus im frischen Zustand geklopftem Baste gewonnen werden kann, soll nach Hugo Schulzbei allerlei Wunden und Geschwüren sehr heilkräftig sein. Das Holz ist zerstreut porig, die Gefässe eng undmeist erst mit der Lupe zu erkennen, die Markstrahlen nicht breiter als die Gefässquerschnitte urd meist un.deutlich (Büsgen). Kernholz und Splint sind nicht scharf voneinander geschieden. Nördlinger bezeichnetTilia cordata als Reifholzbaum. An der Luft lagernd, nimmt das Lindenholz nach Schramm eine grünlicheTintenfärbung an, die in Gegenwart von Luftsauerstoff durch den Gerbstoff, und Eisengehalt des Holzes ent.steht. Beim Dickenwachstum der Aeste wird die Oberseite mehr gefördert als die Unterseite (epinastischesWachstum). Infolge der sich wie bei den Erlen, Birken und den meisten Nadelhölzern im Sommer und Herbstin den Markstrahlen ansammelnden Reservestärke das Holzmehl kann aus diesem Grunde zu Futterzweckenverwendet werden, die über Winter in Fett umgewandelt wird, können die Linden mit A. Fischer(Beiträge zur Physiologie der Holzgewächse. Jahrbuch für wissenschaftliche Botanik, Bd. XXII, 1890) als Fett.

bäume bezeichnet werden. Verdoppelung der Jahresringe (Fig. 1950) durchproleptischen Austrieb der Sprosse nach dh weitgehendem Verlust der Laub,blätter infolge starker sommerlicher Trockenheit, Hagel, Tierfrass usw. lässtsich nach H. L. Späth namentlich bei der häufig gepflanzten Tilia tomen»tosa beobachten (vgl. Berichte der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft,1913). Auffällig sind die bei einigen Lindenarten an den Wurzeln vor.kommenden sehr grossen, in Quer, und Längsreihen angeordneten Lenticellen.Molisch hat an Hand von Tilia.Blättern den herbstlichen Vergilbungs.Vorgangerläutert und gezeigt, dass er auf der Lichtabnahme beruht, gleichwohl aberohne Zutritt von freiem Sauerstoff nicht erfolgen kann. Laubblätter, die biszur Hälfte in Wasser getaucht wurden, blieben im Wasser grün, weil hier derspärlich vorhandene Sauerstoff nicht ausreicht, um die Umfärbung zu erzeugen,die sich sehr rasch bei der in die Luft ragende Hälfte einstellt. Beim Keimen öffnetsich die Frucht mit 5 Klappen. Die Keimblätter sind gelappt (Fig. 1954 h und 1955),was nach L u b b o c k ihre Einbiegung im Samen erleichtert, während es nachG o e b e 1 namentlich die Wirksamkeit als Haustorien zum Aufsaugen der Nähr-stoffe aus dem ziemlich harten Endosperm begünstigen soll. Die Keimungerfolgt epigäisch. Die Behaarung der }ungen Zweige und Laubblätter bestehtaus einzeln stehenden, einzelligen, kurzen, dünnwandigen, oft bandförmig ge«drehten und aus ähnlichen, aber längeren und zu zweien stehenden Deckhaarensferner finden sich 4« bis 8.strahlige Sternhaare. Die mehrzelligen Drüsenhaare bestehen aus einem einzelligen Stielund einem eiförmigen Köpfchen, das durch senk« und wagrechte Scheidewände geteilt ist. Die bei vielenArten in den Nervenwinkeln vorhandenen Bärtchen (Acarodomatien), die an den Keim, und Primärblätternnoch fehlen, bestehen aus langen, einzelligen Haaren (Fig. 1959c). Sie werden von Lundström als eine An.passung an das Zusammenleben mit Milben gedeutet, welche die Blattfläche von Pilzsporen frei halten sollen.Nach V. Engler hingegen handelt es sich lediglich um einen Raumparasitismus, da sich hie und da Aus-beulungen der Nervenwinkel gegen die Blattoberseite, völlig kahl gefressene Nervenwinkel und Umgestaltungder innerhalb der Domatien gelegenen Epidermiszellen feststellen lassen. Die Laubblätter stehen anfangssenkrecht zum Sonnenlicht und nehmen erst gegen die Blütezeit eine ± wagrechte Richtung zu diesem ein.Diese Bewegung ist besonders bei denjenigen Arten sehr auffällig, deren beide Spreitenseiten verschieden ge.färbt sind. Durch diesen Vorgang bei Tilia tomentosa mag Plinius bereits zu der Bemerkung veranlasstworden sein:Confecto solstitio folia tiliae vertuntur". Nach Knuchel sind die Laubblätter für auffallendesdiffuses Licht nahezu undurchlässig. Der Blütenstand, der nach P a x ein Pleiochasium mit monopodialer End«Verzweigung darstellt, entspringt zu Beginn der neuen Vegetationsperiode an den Trieben des gleichen Jahresaus den Achseln eines TragblaUes und ist einem Achselspross gleichwertig (Fig. 1949 a). Das eine Vorblattdieses Achselsprosses ist flügelartig ausgebildet und der Blütenstandsachse etwa bis zur Hälfte angewachsen,das andere hat die Form einer Knospenschuppe und stellt das Tragblatt der in der Achsel des Laubblattesstehenden Knospe dar. Die Hauptachse des Blütenstandes endet mit einer Gipfelblüte, der drei zarte, in einerSpirale angeordnete Hochblätter vorangehen. Von diesen entwickeln nur die beiden oberen in ihren Achselnmit einer Blüte abgeschlossene und bis etwa zur Hälfte mit den Hochblättern verwachsene Blütenstiele, währenddas untere steril bleibt. Die Blüten werden ihrerseits durch zwei, ungleich hoch eingefügte, zarte und hinfälligeHochblätter gestützt, aus deren Achseln sich die Verzweigungen dichasialwinkelig fortsetzen können. Die Zahl

b

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Fig. 1950. Querschnitt durch einenproleptischen Trieb von Tilia to-mentosa Moench. aa\ EchteJahresgrenze, bbi falsche Jahres-grenze (nach H. L. Späth).