gelangten. Am artenärmsten ist Europa und Westasien, in denen 3 Subsektionen mit 4 Arten vorkommen.Darunter befindet sich aber als endemisches Erzeugnis die Subsektion Trabeculares. Neuzeitliche Behand.lungen der Gattung liegen vor von V. Engler (Monographie der Gattung Tilia. Breslau, 1909, Diss.) und vonC. K. Schneider (Handbuch der Gehölzkunde). Vgl. ferner auch Fr. Vollmann (Mitteilungen der Bayer.Botanischen Gesellschaft. Bd. III, 1916).
Die den meisten Tiliaceen eigenen Schleimbehälter sind bei den Tilia.Arten fast in allen Teilen,namentlich im Rindenparenchym der Aeste, Zweige und Wurzeln, im Mark, aber auch in den Blütenstielen,Kronblättern und bereits in den Knospenschuppen usw. ausgebildet; sie fehlen nur im Xylem. Durch Ueber«gangsformen miteinander verknüpft lassen sich 4 Ausbildungsweisen unterscheiden: einfache Schleimzellen,Gruppen von solchen, Schleimschläuche und Schleimlücken. Nach A. Tschirch entstehen die Schleimlückenaus einer Schleimzelle dadurch,dass sich diese in 4 Tochter. Q flL- q
zellen teilt, wobei die primären ^ L « (/ l/L jl S- ' hl
getrennt^werden. Der Schleir^ ^ ^l
reich an Kalk-Oxalatkristallen. ÖL
Unter den Borke« und Kork. . y '/ /£ / f C
sdiichten erstrecken sich von ^
grosszelligem Rindengewebe, V^v. j// ^ ^
die sog. Rindenstrahlen. (Bd. I,pag. XCI, Fig. 132). Sietrennen durch ihre regel«massige, zackenartige Lage dieGewebegruppen voneinander,die die eigentlichen Bestand,teile der inneren Rinde bilden,und werden von dem an der Grenze zwischen Rinde und Holz liegenden Kambium abgeschieden. Kenntlich sind sievor allem an dem Besitze von band« oder hufeisenförmig angeordneten Bastfasersträngen, die periodisch durchtangentiale Streifen zarter Siebröhren (Bd. I, pag. XCI, Fig. 131) und radial verlaufende Parenchymzonen getrenntwerden, sodass auch sie als Strahlen (sekundäre Rindenstrahlen) erscheinen (vgl. auch Bd. I, pag. XC, Fig. 128und 129). Die Bastzellen sind dickwandig (5 bis 7 jtt), stark lichtbrechend, (0,99) 2 bis 5 mm lang und meist10 bis 15 (20) [t breit. Im Querschnitt sind sie mehr eckig als rundlich und zeigen feine Poren, und Tüpfel«kanäle, im Längsschnitt ein fast ausschliesslich strichförmiges Lumen, meist spitze Enden und bisweilen einen unregel.massigen, buckeligen Verlauf. Bei Färbung mit Jodkali heben sie sich gelbbraun (Holzreaktion) von den anderensich nur im Inneren gelbfärbenden Gewebeelementen ab; Phloroglucin und Salzsäure ergibt rosa, Anilinsulfathellgelbe Farbenreaktion. Zur Gewinnung des Bastes bevorzugt man etwa beinstarke Aeste und Stämme. Diesewerden im Juni gewonnen und entweder geschält oder ungeschält mehrere Wochen oder bis zum Herbst in Wassereingelegt, während welcher Zeit der eintretende Zersetzungsprozess so weit fortschreitet, dass sich der Bast leichtin Form von etwa 1 cm breiten und bis 1 m langen Bändern ablösen lässt. Am Monte Caprino im Sotto«ceneri (Tessin) z. B. wurden nach Freuler 1902 15000 kg Bast im Werte von 5400 Franken geerntet. Ausser»ordentlich gross ist auch der alljährliche Verbrauch in Russland (vgl. K ö p p en, Th. Geographische Verbreitung derHolzgewächse des europäischen Russlands und des Kaukasus. St. Petersburg, 1888). Der Bast wird seit altersherzuden mannigfaltigsten Zwecken verwendet. Lindenbastgewebe sind bereits aus der Pfahlbauzeit bekannt und nochheute werden Matten und Säcke für Getreide und Mehl daraus hergestellt. Zur Verfertigung von Bogen«s ehnen, Seilen und Schnüren, Sieben und Schachteln, zur Herstellung von Schilden und Sattelzeug, Bekleidungs«
Fig. 1949. Tilia platyphyllos Scop. a Blutenstand. »Frucht, c und d Samen. «Längsschnittdurch die Frucht. / Querschnitt durch die Frucht. — T. cordata Miller. ^Frucht, h und tStaubblätter, k Längsschnitt durch die Samenanlage. I Pollen, m Querschnitt durch eine Zweig-knospe. n Diagramm des Blutenstandes, o Blütendiagramm (a, A bis l und « nach Tschirch-Oesterle, m nach N. J. C. Müller, o nach Marktanner).