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CCCCLXVII1. Tllia 1 ) L. Linde. Franz.: Tilleul (in der Westschweiz Te); engl.:Lime-tree, bass-wood linden; ital.: Tiglio (im Tessin: tei, im Engadin: tigl, beideAusdrücke im Puschlav, im Bergeil auch tegl; Groednerisch-ladin.: Linda).
Das Wort Linde ist gemeingermanisdi (althochdeutsch linta, mittelhochdeutsch linde, altnordischlinda, angelsächsisch lind). Urverwandt damit ist russ. lutie »Lindenwald" und wohl auch griech. eXcttrj [eläte]„Fichte" (bei Baumnamen findet des öfteren eine Bedeutungsänderung statt, vgl. Föhre, Bd. I, pag. 97).Die Herkunft des Wortes ist dunkel. Möglicherweise steht es in Beziehung zu lind (weich, geschmeidig, ur.verwandt mit lat. lentus = biegsam, geschmeidig) wegen des geschmeidigen Bastes oder des weiches'Holzes. Audidas littauische lentä .Brett* mag hieher zu stellen sein. Im Althochdeutschen, Altnordischen und Angel,sächsischen bedeutet das Wort auch den „Lindenschild" (aus Lindenholz verfertigt oder aus Lindenbast ge.flochten). Die slavische Bezeichnung „lipa" (russisch, serbisch, polnisch, böhmisch) soll zu einer Wurzel „lip",die .kleben" bedeutet, gehören (z. B. neuslovenisch „lep" = Leim). Ob die Bezeichnung auf den Schleim«gehalt der Linde oder auf ihre Bedeutung als Honigbaum hindeutet, sei dahingestellt. Mundartliche Be.nennungen sind: Linn (niederdeutsch), Lönn, Leng (bergisch), Lingeboom (Niederrhein), Lin (Hunsrüdc),Lingen (Gotha), Len (Lothringen). Auf der Schwäbischen Alb heissen T. cordata und T. platyphyllos Waech.lind (.Weichlinde" im Gegensatz zur .Steinlinde" = Ulmus campestris) und Zahme Linde. Im KantonSt. Gallen heisst T. platyphyllos Bastholz. — Im rätoromanischen Graubünden heisst der Baum tigl, tei,tegl, glinda.
Bäume, seltener Sträucher mit kräftigem, tief greifendem Wurzelwerk. Zweige kahloder behaart. Laubblätter wechselständig, 2=zeilig angeordnet, gestielt, meist herzförmig, oftasymmetrisch, ± reidilidi mit einfachen oder mit Sternhaaren (Fig. 1951 g) besetzt, meistgezähnelt oder gesägt bis fast gelappt, seltener ganzrandig. Nebenblätter knospensdiuppenartigausgebildet, frühzeitig abfallend. Blüten in 3= bis 35=blütigen Pleiochasien (Fig. 1949n) mit mono»podialer Endverzweigung, am Grunde mit einem kleinen, schuppenförmigen und einem grösseren,flügelartig ausgebildeten, der Blütenstandsachse angewachsenen Hochblatt, zwitterig, strahlig(Fig. 1949 o). Kelchblätter 5, mit klappiger Knospendedcung, abfallend. Kronblätter 5, mit denKelchblättern abwechselnd, in der Knospenlage dachig. Staubblätter zahlreich (bis 80), in 5vor den Kronblättern stehenden Bündeln vereinigt, eins oder mehrere der Staubblätter häufigzu einem kronblattartig ausgebildetem Staminodium umgebildet; Staubbeutel nadi aussengewendet, verwachsen oder getrennt und dann auf besonderen Stielchen stehend, mit einemLängsriss sich öffnend; Pollenkörner breit elliptisch, im Querschnitt rundlich=dreiedcig, im Mittel44 n im Durchschnitt messend (Fig. 19491). Fruchtknoten aus (3 bis) 5 vor den Kronblätternstehenden Fruchtblättern verwachsen, (3= bis) 5=fächerig, in jedem Fache mit 2 aufsteigenden,anatropen Samenanlagen mit ventraler Raphe (Fig. 1949 k); Griffel einfach, kahl oder behaart;Narben 5, zur Zeit der Reifesich ± strahlig ausbreitend. Frucht eine 1= bis2=samige, 1 »fächerigeNuss mit lederiger oder holziger, ± reichlich behaarter Schale, rund oder scharf gerippt, kugelig,elliptisch, eiförmig» oder verkehrt=eiförmig bis birnförmig und schief, 2=seitig»symmetrisch oderradial=symmetrisch (Fig. 1949 b und g). Samen kugelig=eiförmig bis verkehrt»eiförmig(Fig. 1949c und d); Schale schwach rauh, braun; Keimling zentral im Nährgewebe liegend.Keimblätter handförmig gelappt (Fig. 1955).
Die Gattung umfasst etwa 25, z. T. sehr formenreiche und schwer gegeneinander abzugrenzendeArten und besitzt ihr Verbreitungsgebiet in der nördlichen gemässigten und subtropischen Zone. Am arten»reichsten ist sie in Ostasien entwickelt, wo von den 5, sich auf beide Sektionen Anästrae und Astro«philfra verteilenden Subsektionen der Reticuläres, Trabeculäres, Ebarbulätae,Micrdnthaeund Macränthae nur die Trabeculares fehlen und wo wohl auch das Entwicklungszentrum der Gattungzu suchen ist. Von dort aus strahlen besonders die Reticuläres über Sibirien bis Europa. Weniger reichan Arten ist Nordamerika, wo die M i c r a n t h a e auf das Mexikanische Hochland und die angrenzenden Süd»Staaten der Union beschränkt sind, während die Macranthae in den Oststaaten zur weiteren Entwicklung
*) Name der Linde bei C o 1 u m e 11 a, P 1 i n i u s, V e r g i 1 u.a., wohl verwandt mit dem griech. nzeXsa[ptelea] = Ulme oder mit ti%os [tilös] = Faser.