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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
429
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pflanze ist ein einjähriges, meist unverzweigtes Kraut von 1,5 bis 5 m Höhe, dessen Stengel am Grunde 1bis 4 cm dick wird. Der Name Jute lässt sich vielleicht auf das SanskritwortJuta" zurückführen, welches eineunbestimmte Faser bedeutet. Die Kultur ist eine sehr einfädle, aber bis heute fast ganz auf Bengalen be»schränkt geblieben. Versuche zur Einführung der Kultur sind zwar mehrfach in China, Nordamerika, inAegypten, auf den Südsee.Inseln, in Ostafrika gemacht worden, aber stets ohne nennenswerten Erfolg. Da»gegen ist Corchorus olitorius als Gemüsepflanze in den Tropen der ganzen Welt verbreitet. Die Samen derJute werden im März in den zuvor gründlich gelockerten, tief gepflügten und gedüngten Boden direkt aus»gesät. Nach etwa 4 Monaten, gegen Ende der Blütezeit, wenn die Früchte bereits sichtbar werden, kann ge.erntet werden, in Bengalen in den Monaten Juli bis September. Das Schneiden geschieht mit der Hand miteiner Art Dornhaue, etwa 5 bis 10 cm über dem Boden. Nachher werden die Pflanzen wie beim Flachs inkleine Bündel geschnürt, auf dem Felde aufgestellt oder in stehendes, weiches und nicht zu kaltes Wasser ge»bracht (Tau« und Wasserröste). Hierauf werden die Stengel an der Sonne während 4 bis 5 Tagen getrocknetund dann mit der Maschine geschält, wobei sich die in dickeren Bändern im ganzen Stengelumfang liegendenBastfaserbündel leicht von den übrigen Geweben loslösen lassen. Die Rohfaser ist gelblidi»bräunlich odervon silberigweisser Farbe und besitzt im Durchschnitt 2 mm lange und etwa 10 p breite Zellen mit oft sehrungleichem Lumen und sehr verschieden abschliessenden, bald ± stark verjüngten, bald mehr abgestumpftenund dann verdickten Enden. Die Fasern sind ± stark verholzt; die massig verholzten gelten als die besten(T o b 1 e r). Gewöhnlich kann die Jute im Jahr zweimal geschnitten werden. Zu ihrem Gedeihen verlangt diePflanze ein feuchtwarmes Klima mit einem Temperaturmittel von 20 bis 25° C, dann einen fruchtbaren, durch»lässigen und gut durchlüfteten Boden. Zuweilen wird ein Wechselbau mit Reis und Zuckerrohr durchgeführt.In Indien wird die Faser seit altersher zu Spinnerei» und Webereizwecken verwendet. Nach Europa kam sieerst 1795 und zwar nach Dundee in England, wo noch heute der Hauptort der Jutespinnereien liegt. Seit 1861entwickelte sich diese Industrie auch in Deutschland (Sitz des Juteverbandes war Harburg a. d. Elbe), dann inOesterreich und hat sich seitdem über ganz Europa und Amerika verbreitet. Als Faserpflanze wird dieJute heute nur noch von der Baumwolle und vom Flachs übertroffen. Die stark glänzende Jutefaser wird inerster Linie zu Packleinen verarbeitet, diese wiederum zu Fourage«, Mehl», Getreide», Kaffee», Zucker«, Zement«und Salpetersäcken; ausserdem verwendet man Jute zur Herstellung von Gurten, Segeltuch, Sofaüberzügen,Portieren, Möbelstoffen, Teppichen, Sammet, Seilerwaren, Zündern, Dochten, Verbandsmaterial, billigere Sortenauch in der Papierfabrikation. Während des Weltkrieges ist es gelungen durch Verwendung von Papiergarnenoder einem Gemisch von Papier und Fasern einen, wenn auch nicht vollwertigen Ersatzstoff dafür zu schaffen. Dieindische Anbaufläche wurde 1911 auf etwa 1 340000 ha geschätzt. Im Jahre 1921 betrug die Jute.Produktion in Britisch«Indien 10,8 Millionen, im Jahre 1922 7,3 Millionen Doppelzentner, die einem Werte von 692 bezw. 439 MillionenRupien entsprachen. Nach der Baumwolle (pag. 460) ist die Jute der wichtigste Faserstoff des Welthandels.C. tridens L. und C. triloculäris L. dienen in Indien zur Herstellung von Seilen und werden zur Faser«Gewinnung auch in Senegambien kultiviert.

Auch die Tribus der Grewieae besitzt in der Gattung Triumfetta L. mit ganzrandigen odergelappten Laubblättern, gelben, in 3=blütigen Dichasien stehenden Blüten mit am Grunde drüsigen und bewimpertenKronblättern, langem oder kurzem Androgynophor und kleinen bis mässig grossen, kugeligen oder verkehrt,eiförmigen, mehr fächerigen Früchten einige, wenn auch nur lokal bedeutsame Gespinstpflanzen. Die GattungGr£wia L. setzt sich aus Bäumen und Sträuchern mit ganzrandigen, oft schiefen, 2»zeiligen Laubblättern,5-gliederigen, mittelgrossen Blüten und steinfruchtartigen, meist fleischigen, glatten, unbewehrten und geschlossenbleibenden Früchten zusammen. Letztere werden von einigen südwestafrikanischen Krüppelsträuchern, wie G.fldva DC., G. monticola Sond. und G. discolor Fresen sowie von einigen tropischen Arten ihres süssenGeschmackes wegen gegessen. Aus denen der erstgenannten Art wird auch ein vorzügliches Bier hergestellt.Das leichte Holz dient vielfältigen Zwecken, der Bast kann zu denselben Zwecken benutzt werden wie Linden»bast. Die Rindenfasern von G. occidentälis L. in Südafrika werden als Kaffernhanf bezeichnet. Auchzahlreiche indische Arten (vgl. Wiesner, J. Die Rohstoffe des Pflanzenreiches) liefern Fasern. Die Laubblättervon G. Micröcos DC. besitzen abführende Wirkung. Zwei Grewia»Arten sind als Ziersträucher in Mittel,europa eingeführt worden; G. parviflöra Bge.: Aufrechter, locker verästelter, bis 1 m hoher Strauch.Junge Zweige sternfilzig, rundlich, rutenartig, graubraun, später schwarzbräunlich mit zerstreuten Lentizellen.Laubblätter in der unteren Hälfte eiförmig, im oberen Teile mit ± geraden Rändern, zugespitzt, ungleich gekerbt,oberseits graugrün, spärlich behaart, unterseits noch ausgesprochener graugrün, oft nur locker sternfilzig, bisüber 10 cm lang und 4 bis 6 cm breit, mit bis 3 cm langem Stiel. Blüten klein, in 5. bis 8»blütigen, dicht behaartenBlütenständen. Kelch 6 bis 8 mm lang, aussen dicht behaart. VII bis VIII. Heimat i China bis Korea. Zierlicher,winterharter Strauch. G. oppositifölia Buch.«Ham. Der vorigen Art sehr ähnlich. Laubblätter aberderber, oberseits mehr sattgrün, kaum 8 cm lang und 4,5 cm breit. Kronblätter halb so lang wie der Kelch.Heimat: Nordwest-Himalaya. Etwas empfindlicher als vorige Art und noch selten in Kultur.

Hegi, Flora. V, 1. 230