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voneinander durch die Zahl der Fruchtknotenfächer, die bei den Apeibeae 6 bis viele, bei den Tilieae 1bis 5 beträgt, sowie durch die Ausbildung der Staubblätter, indem bei den ersteren die Staubbeutel an derSpitze ein häutiges Anhängsel tragen, welches bei den letzteren fehlt. Von der Tribus der Apeibeae liefertApeibda Tiböurbou Aubl., die „Jangada" der Brasilianer, ein leichtes, für Bootsbauten geeignetes Holz.Die kugelig=flachgedrückten, ^ stacheligen Früchte, die ein rubinfarbenes, fettes Oel enthalten, werden inGuayana vom Volk gegen Rheumatismus benutzt. — Die Tribus der Tilieae ist im Gebiet durch zwei heimischeund eine Reihe eingeführter Arten der Gattung Tilia vertreten (s. pag. 430). Ferner findet sich eine Art derafrikanischen Gattung Sparmannia L. f. seit langer Zeit im Gebiet in Kultur: die bekannte und weit verbreiteteS. Africäna L. f. (Fig. 1948) vom Kap, die als anspruchslose Zimmerpflanze — z.T. mit gefüllten Blüten —sich leicht durch Stecklinge vermehren lässt und während der Sommermonate auch im Freiland gehalten werdenkann. Sie ist an folgenden Merkmalen leicht kenntlich: Bis 6 m hoher Strauch mit behaarten, anfangs hell»
grünen Zweigen. Laubblätter gestielt, eiförmig rundlich,am Grunde herzförmig, eddg, lappig gezähnt, beidseitigweich sternfilzig behaart, hellgrün. Nebenblätter pfriem»lieh. Blüten 4»gliederig, in cymösen Dolden. Kronblättergross, weiss. Staubblätter zahlreich, frei, in 4 den Kelch-blättern gegenüberstehenden Gruppen, die äusseren sta»minodial; Staubbeutel eiförmig, rotgelb. Fruchtknoten mitzahlreichen Samenanlagen. Frucht eine kugelige, borstige,fachteilige, 4»klappige Kapsel. Die Faser dieser Art ist sehrschön und stark und wird mit der Ramiefaser verglichen!doch erscheint ein Anbau im Grossen, wie er z. B. inVictoria versucht worden ist, wegen des sparrigenWuchses der Pflanze nicht lohnend. Wie Goebel(Entfaltungsbewegungen) hervorhebt, stehen die entfal»teten Laubblätter auf steil, unter 45° vom Stengel ab»weichenden Stielen und tragen die Spreiten wagrechtdazu. Sie bilden, da die Spreiten seitlich über der Ein«fügung am Blattstiel vorspringen, ein Dach über denjungen Laubblättern, deren Spreiten bei der Entfaltungzunächst mit der Spitze nach unten hängen. An derHebung dieser Spreiten beteiligen sich zwei Gelenke,eines am Grunde des Stieles und eines an der Ansatz»stelle der Spreite. Eine unmittelbare Abhängigkeit vomLichte wirkt bei dieser Bewegung nicht mit. Die Staub»blätter sind reizbar und bewegen sich nach aussen.Haberlandt erklärt daher die Staminodien als „Sinnes»organe für Berührungsreize". Goebel dagegen hebthervor, dass dieser Bewegung keinerlei Zweck zuzu«schreiben sei, da das besuchende Insekt, das zur Pollenentnahme auf der Blüte anfliegt, viel rascher in seinenBewegungen sei, als die Bewegungserscheinung und die Staubblätter mit seinen Beinen zusammenfasse, umden Pollen auszubeuten. — Seltener wird der einzige Vertreter der neuseeländischen Gattung Entel6a, E.arbor^scens R. Br., gezogen, der sich von der Zimmerlinde durch ganzrandige, 5»nervige Laubblätter, nurfruchtbare Staubblätter und länglich-kugelige, mit langen Stacheln bewehrte Kapseln unterscheidet. Der weiss«blühende Baum besitzt ein ausserordentlich leichtes Holz. — Aus der Rinde des javanischen T r i c h o s p e r <in um Javänicum Bl., mit einfachen, ganzrandigen Laubblättern, SUklappig aufspringenden Kapseln und zusammengedrückten, kugeligen, am Rande mit strahligen Haaren besetzten Samen, werden Taue angefertigt. —Wichtig ist die Gattung Cörchorus L., von der einige Arten innerhalb der Tropen gemeine Unkräuter sind,wie z. B. C. antichorus Raeusch und C. füscus Roxb. (= C. acutängulus Lam.), während 9 Arten inAustralien endemisch sind. Sie besteht aus Kräutern oder Halbsträuchern mit einfacher oder sternhaariger Be»kleidung, ganzrandigen, abwechselnden, gesägten Laubblattern, meist 5-gliederigen, gelben Blüten ohne staminodialeStaubblätter und lang schotenförmigen, bis über die Mitte aufspringenden, gefächerten, gerippten oder be«haarten Kapseln und einer technisch sehr wertvollen Rindenfaser, die unter dem Namen „Jute" allbekannt ist.Die Ursprungspflanze ist meist C. Capsula ris L., Rundkapsel.Jute, mit rundlichen, etwas abgeplattetenKapseln, und in geringem Masse C. olitörius L., Langkapsel.Jute, mit schotenförmigen, federkielartigen, 4 bis5 cm langen, 2»klappigen Kapseln, deren Heimat in Asien und vielleicht auch in Afrika liegt und ausdenen bereits eine grössere Zahl von Kulturrassen (weiss» und rotstengelige) gezüchtet worden sind. Die Jute«
Fig. 1948. Sparmannia Africana L. f. a Blühender Zweig.b Blüte, c Knospe im Längsschnitt.