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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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beschränkt. Umfangreich sind nur die Gattungen Grewia (90 Arten), Cörchorus L. (etwa 30 Arten) undTriumfetta L. (über 60 Arten). Die anderen Gattungen sind meist artenarm; fast die Hälfte davon ist sogarnur monotypisch und z.T. auf sehr enge Gebiete beschränkt. Die einzige Art der Gattung Christiänia DC.,C. Africäna DC., bewohnt zugleich Afrika und Guayana; die Gattung Carpodiptera Griseb. besitztzwei Arten in Nordafrika und eine auf Kuba. Andererseits umfasst Gr6wia ein Verbreitungsgebiet, dasvon Arabien bis China und Japan, von Südafrika bis Abyssinien und vom malayischen Archipel bis Queens-land reicht. Triumfetta findet sich in den Tropen der Alten und Neuen Welt. Eine ihrer Arten, T. semi.triloba L., ist ein weit verbreiteter Tropenubiquist, der sich durch eine ausserordentlidie Formenmannigfaltigkeitauszeichnet. Auf Grund dieser geographischen Verhältnisse ist ein höheres Alter der Familie anzunehmen.Fossile Reste sind Jedoch mit Sicherheit nur bis ins Tertiär nachgewiesen worden. So sind nach Potoni6Vertreter der Gattung Tilia durch Laubblätter und besonders durch Früchte mit den sehr bezeichnendenTragblättern im Tertiär von Europa, Nordamerika, der Polarländer und von Nordost« und Mittelasien, sowie inden quarternären Ablagerungen Europas nachgewiesen worden, von denen manche Formen weite Verbreitungim ganzen arktotertiären Gebiete besassen. Weniger gesichert sind die zu Grewia gestellten, meist auf Laub,blätter, seltener auf Früchte begründeten Reste, die dem mittleren Tertiär von Europa, Spitzbergen und Nord»amerika entstammen. Die als Grewiöpsis Sap. aus der oberen Kreide Nordamerikas und dem EozänFrankreichs beschriebenen Laubblatter gehören wahrscheinlich verschiedenen Familien an. Fraglich sind auchdie als Apeib öpsis Heer bezeichneten, aus der grönländischen Kreide, dem Eozän Englands und dem Miozäneiniger europäischer Fundstellen festgestellten Formen. Die Gattung Nordenskiöldia Heer, auf Früchteaus dem Tertiär Spitzbergens begründet, ist hinsichtlich ihrer Familienzugehörigkeit zweifelhaft. Die meistenTiliaceen sind Mesohygrophyten, die nur selten, z. B. bei den malayischen Gattungen Chartocälyx Mast,und Pentäce Hassk. und der südamerikanischen Vasivaea alchorneoides Baill. Laubblätter vonlederartigem Bau besitzen. Xerophyten sind selten (z. B. einige der südwestafrikanischen Krüppelsträucher ausder Gattung Grewia). Hygrophyten fehlen vollständig. Die Laubblattstellung ist bei den baumförmigen wiebei den krautigen Formen oft ausgesprochen zweizeilig. Nach K. Schumann geht sie bei den ersteren auseiner ursprünglich dorsiventralen Anlage hervor, da die Laubblätter nicht in V* Stellung stehen, sondern derOberseite des wagrecht gestellten Sprosses genähert, auf der Unterseite voneinander entfernt sind. JungeZweige von Tilia zeigen diese Verhältnisse sehr gut. Bei der aus Kräutern und Halbsträuchern gebildetenGattung Corchorus stehen die Laubblätter in zwei rechtwinklig divergierenden Zeilen und die Dorsiventralitätwird erst später dadurch erreicht, dass die Laubblätter eine Drehung vollziehen, durch die sie sich dem Lichtezu in einer Ebene einstellen. Die vielfach grossen Blüten sind oft bunt gefärbt und auffällig; doch ist überihre blütenbiologischen Verhältnisse noch wenig bekannt. Einzelblüten sind selten. Meist stehen sie in zu»sammengesetzten, i reichblütigen, lockeren oder auch geknäuelten Blütenständen von cymösem Aufbau. Ueberden Entwicklungsgang der einzelnen Blütenteile vgl. M. Hirmer (Beiträge zur Morphologie der polyandrischenBlüten. Flora, 1917). Der Kelch ist bisweilen farbig, bei Chartocälyx Mast. z. B. violett und bis 5 cm breit.Anatomisch zeichnet sich die Familie mit Ausnahme der Gattung Pityränthe Thw. durch die Anwesenheitlysigener Schleimschläuche in Rinde und Mark oder eines von beiden und durch den Besitz von Kristallenaus oxalsaurem Kalk meist in Form morgensternartiger Drusen aus. Die äussere Bekleidung wird vonbleibenden oder früher oder später abfallenden Sternhaaren gebildet. Schuppenbildungen und Einzelhaare sindnicht häufig, Köpfchenhaare selten. Die Verwandtschaftsverhältnisse schliessen, wie auch die sero-diagnosti»sehen Untersuchungen gelehrt haben, die Tiliaceen eng an die übrigen Familien der Malvales an (Fig. 1608,IV/3, pag. 1643), von denen sie sich nur durch geringe und selbst unbeständige Merkmale scheiden lassen. Es istdaher schon der Vorschlag gemacht worden, sämtliche zu dieser Reihe gehörenden Familien zu einer einzigenzusammenzufassen. Von den Malvaceen ist die Familie nur durch den Besitz der stets 2»fädierigen Staub»beutel geschieden, die aber bei einer ihrer Tribus, der der Brownlowi^ae nur im Knospenzustande dieseVerhältnisse zeigen, zur Zeit der Freigabe der Pollen aber zusammenfliessen. In der Regel werden die Tiliaceenzwischen den Elaeocarpaceen und den Malvaceen am Columniferenaste gestellt.

Die Familie wird in 4 Tribus geschieden, von denen die erste, die der Brownlowieae durchglockenförmigen, an der Spitze 3- bis 5«lappigen Kelch und durch zur Blütezeit mit zusammenfliessenden Längs»spalten versehene Staubbeutel ausgezeichnet ist. Diese Tribus besitzt nur örtliche Bedeutung. Erwähnt seidie in Indien heimische Berrya Amomilla Roxb., ein hoher Baum, dessen unter dem Namen Trincomali«holz bekanntes Holz sehr fest, zäh und elastisch ist und zum Häuserbau und zu technischen Zwecken Ver»Wendung findet, ferner Brownlöwia tabuläris und Pentäce Burmänica S. Kurz, ebenfalls zwei hinter,indische Hölzer, von denen das letztere weiss ist und sich an der Luft rötet. Beide werden gern zum Bauvon Wasserfahrzeugen usw. verwendet. Die 3 anderen Tribus besitzen bis zum Grunde freie Kelch»blätter. Bei der Tribus der Grewidae sind Staubblätter und Fruchtknoten zu einem Androgynophor ver»einigt, der bei den A p e i b e a e und T i 1 i e a e nicht zur Ausbildung gelangt. Letztere zwei unterscheiden sich