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In Mähren sind nach Podpßra (briefl.) für heutige und frühere Weingelände die Namen Vinice, Vinlcky,Vinohrad (= Weingarten), ebenso Starä hora („Alte Berge") bezeichnend, Im Grödnerischen Idiom heisst dieRebe räibes, Weinland „vinja"; vin (Plural vins) bedeutet Sauerdorn, Berberitze (briefl. Mitteil, von Dr. A.Lardschneider in Innsbruck). Die französischen Bezeichnungen in der Westschweiz lehnen sich nachJaccard z. T. an vigne, z.T. an hautin an. Unter letzterem Worte werden solche Reben verstanden, die —gegenwärtig in der Schweiz nicht mehr üblich, aber noch am Südufer des Genfersees, z. B. bei Evians ge»bräuchlich — an abgestorbenen, etwas ästigen Bäumen emporgezogen werden. Von vigne stammen her:Vigny (vinötum -= Weinberg), Vegny oder Vegney und als Diminutivformen Vigneules und Vegneules (kleineReben), ferner Vignex, Vignasse, les Vignettes usw. Die Ableitung von hautin ist namentlich im KantonWaadt gebräuchlich und hat les Uttins, les Hutinets, aux Hutins, aux Utins ergeben. Im Wappen wird dieRebe namentlich im südwestlichen Deutschland und in der Schweiz geführt. Das Gemeindewappen von Lützen,berg (Kanton Appenzell a. Rh.) zeigt in Gold unter zwei grünen Blättern an einem grünen Ast eine blaueTraube. Die Gemeinde Weinfelden (Thurgau) führt ein Weinfass mit Trauben, die Gemeinde Magden (Aargau)einen Baum mit Früchten zwischen 2 Weinstöcken. Trauben u. dergl. zeigen die Zürcher Gemeinden Dättlikon,Weiningen, Rickenbach, Uhwiesen, Flurlingen, Höngg und Töss, ebenso Raron im Kanton Wallis. Die FamilieCremers in Köln a. Rh. führt Wappen und Helm mit Traube, die Familie Grube in Niedermarschacht inNiedersachsen eine Traube am beblätterten Zweige, die Familie Stachow in Bremen eine Traube mit 2 Laub«blättern. Ebenso erscheint die Rebe bezw. Traube, Rebmesser, Kufe in den Wappen der schwyzerischenFamilien Räber und Truttmann, dann in denen der Basler Familien Flubacher, Gass I, Honegger, Jung,Kiburt, Köchlin, Ramsperger, Ramspeck, Tobler, der Zürcher Familien Junker, Zoller, Köchli, Tugginer, Altdorfer,Freitag, Tobler, Wirz von Erlenbach (Fasspunten), der Schaffhauser Dürler, Köchlin, Schachemann, Spahn undZoller. In Basel führen die Rebleutenzunft, Weinleutenzunft und die Gesellschaft zum Rebhaus in Kleinbaselentsprechende Embleme in ihren Schildern, früher auch die Zunft zur Meise in Zürich (die eigentlichen Rebleutegehörten der Zimmerleutenzunft an, nur die Weinhändler und Wirte zur Meise). Johannes der SchniderWirt und Bürger zu Uznach, Vogt zu Fägschwil hat im Schild des Sigels von 1328 den Fuchs unter einemStrauch mit 3 Trauben. Das Sigel des ehemaligen Barfüsser.Klosters in Zürich (1278 bis 1316) zeigt im spitz«ovalen Feld 2 Männer mit Judenhütchen, die die Traube aus Kanaan an einem Stabe tragen. Sehr gross istdie Zahl der Geschlechter 1 ), die sich von der Rebe, der Tränke, vom Most, Wein, Fass ableiten, so Rebhan,Rebholz, Rebmann, Rebstode, Reber, Traub, Weintraub und Schwarztrauber (Pfalz), Mostler (Pfalz), Weinmann, «garth,•kauff, «schenk, «zieher, «kämmerer, Weinbacher, .beck, «beer, «berg(er), .bock, »brecht, »brenner, .furthner,■gartner, .gärtler, .graben, «hammer, .hard(t), «hauser, .heimer, «holzer, .huber, .maier, «müller, .press, .reich, .schütz,.stein, .stetter, Trotter, Trottmann, Trottbaum (im 14. Jahrhundert in Zürich), Weinzierl, Wingerter, Wingerthans,Weininger, vielleicht auch Fassbänder, Fassbind, Weiner (Pfalz) und Keller, ebenso Erlewein, Gundelwein, Jenewein,Eswein, Edelwein, Wirthwein, Würtwein usw. Sehr verbreitet sind Wirtschaftsbezeichnungen wie zur Traube, zumTrauben, zum Weinberg, Traubenberg, zur Reblaube, zum Rebstock, zum Weinstöckl (Pfalz), zur Weinbrücke,zur Rebe, zur Weinleitern (Zürich), Alte Trotte (Höngg), Torggelstube (München beim Hofbräuhaus), WinzererFähndl (Oktoberwiese München), Torglhaus (Bozen) usw. In Zürich gibt es noch heute eine Weingasse, einenWeinmarkt (auch in Luzern), ein Elsässergässli (bis 1527 Weingässli geheissen) und ein Haus zum Elsasser(hier wurde seit 1422 in einer obrigkeitlichen Weinstube Elsässer Wein ausgeschenkt), ein Haus zum Hahnen(bezw. Weinhahnen) und zum Trottbaum (am Rennweg), im Bezirk Winterthur eine Zeitung „Weinländer".
Die Reihe der Malväles oder Columniförae umfasst viele Holzpflanzen mit wechselständigenLaubblättern und mit Nebenblättern; krautartige Formen treten stark zurück. Anatomisch sind die meistenFamilien durch Schleimzellen oder Schleimlücken, dann durch die eigenartigen, mehrzelligen Tridiome (Büschel,haare) gekennzeichnet. Die meist sehr grossen und auffälligen Blüten sind in der Regel zwitterig, aktinomorph,5« (seltener 4«)zählig, mit Kelch (zuweilen mit „Aussenkelch") und Krone s ersterer ist in der Knospenlage inder Regel klappig, letztere meist gedreht. Die Staubblätter stehen in 2 Kreisen und sind (durch Spaltung)zahlreich geworden, wobei dann der äussere Kreis meist wegfällt; oft sind die Filamente zu einem odermehreren Bündeln verwachsen oder sie werden von einer Säule (colümna) getragen. Der 2» bis vielfächerige,oberständige, synkarpe Fruchtknoten enthält in jedem Fach 1 bis viele umgewendete Samenanlagen. DieReihe ist als eine ziemlich natürliche anzusehen, die einerseits unverkennbare morphologische Beziehungenzu den Euphorbiaceae, andererseits solche zu Familien der Parietales aufweist. Die Beziehungenzu den Euphorbiaceen äussern sich in der Knospenlage der Kelchblätter, in der Art der Behaarung, in demVorkommen von Nebenblättern, im Baue des Fruchtknotens, dessen Fächer oft einsamig sind und der sich oftin einsamige Teilfrüchte auflöst, endlich auch im endotropen Verlaufe des Pollenschlauches. Die Aehnlichkeit
') Verschiedene dieser Mitteilungen verdankt der Herausgeber seinem Bruder Prof. Dr. Friedrich Hegi«Naefin Rüschlikon (Schweiz), Justizrat Fr. Gundelwein in Billigheim (Pfalz), Prof. Dr. Josef P o d p 6 r a in Brünn.