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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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zitronengelbes Pulver), Xanthorhamnin CitHmOii (in Wasser leicht löslich und ebenfalls gelb), Rhamnose(= Isodulcit, Cc.HnOa) und Rhamnacin ChHhOj (ein Dimethylquercetin oder Monomethylrhamnetin), dessenFärbevermögen geringer ist als das des Quercetins und Rhamnetins und das auf Eisenbeize ein helles Braun,auf Tonerde ein schwaches Gelb ergibt. Die Gelbbeeren werden hauptsächlich zum Färben und Bedruckenvon Baumwolle benutzt, besonders für Dampfgelb, Orange und Olivgrün, sowie zum Abändern anderer Dampf,färben. Geringer ist die Bedeutung als Färbemittel von Leder und Papier (Schüttgelb). Das Gelb widerstehtbesonders als bräunlich-gelber Chromlack dem Seifen und Chloren in hohem Masse; sehr schön und lebhaftgelb ist der Zinnoxydullack, auch der Tonerdelack wird angewendet. Sehr selten wird Wolle damit gefärbtoder bedruckt. Auf Kupfersulfat wird ein Olivgrün erzeugt, das am Lichte immer grüner wird und danneine der lichtechtesten Farben ist. Das Rhamnetin im besonderen färbt Wolle mit Chrom gebeizt rotbraun,mit Tonerde braunorange, mit Zinn schön orange und mit Eisen olivschwarz, das Rhamnacin mit den ent»sprechenden Beizen goldgelb, orangegelb, zitronengelb und olivbraun. Die reifen Beeren ergeben dasSaft«

grün" der Maler, das in Blasen in den Handel kommtund daher auchBlasengrün" (Vert de vessie) genanntwird. Ueberreife Beeren liefern eine purpurroteFarbe. Auch aus den Rinden einiger Arten werdenFarbstoffe gewonnen. Im europäischen Kulturkreisekommen namentlich R. s axat ilis und R. tinctoria,in geringerem Masse auch R. cathartica, im asia"tischen R. Davurica Pall., R. chloröphoraKoehne und R. ü t i 11 s Decne dafür in Frage. Die Chi«nesen bereiten aus den beiden letztgenannten Arten dasLokao, Chinesisch.Grün oder Chinagrün", eine Farbe,die in Europa als Malerfarbe bekannt ist, währendsie in ihrem Heimatlande seit alter Zeit zur Färbungvon Baumwolle und Seide verwendet worden ist.Die Ware, deren Preis sehr hoch ist, kommt indünnen, brüchigen, gekrümmten Blättchen von etwasstumpf-dunkelgrünem, ins Violette stechendem Aus»sehen in den Handel. Die Chinesen erzielen damit einschönes, ins Blaue spielendes Grün von grosser Licht-beständigkeit. Mit schwach saurer oder alkalischer Zinn»chlorürlösung zusammengebracht wird ein Blau er»zeugt, das bei der chinesischen Seidenfärberei durchZugabe von Kreuzdornfrüchten 'je nach Wunsch inverschiedene grüne Schattierungen übergeführt wird.Die chemisch wichtigen Stoffe der Rinden dabei sindLokaonsäure C4aH4sOs7 und Lokansäure CseHjeOn.Näheres vgl. E. Abderhalden, Handbuch derbiologischen Arbeitsmethoden, Abt. I, T. 10, 1922. In Abyssinien werden die Laubblätter von R. pri»noides L'Herit. als erregendes Genussmittel, die von R. paucxflöra Höchst, zu einem aus Honig her»gestellten alkoholischen Getränk verwandt. R. thöezans L. wird in Japan und auf Java dem echtenTee beigemengt. Eine Anzahl von Rhamnus«Arten hat auch als Ziergehölze in den Gärten Eingang gefunden.Von diesen seien erwähnt: R. Alat^rnus L. Immergrüner Kreuzdorn. Fig. 1888a. Formenreicher,bis 5 m hoher Strauch mit in der Jugend meist behaarten und olivgrünen, später braunroten Zweigen, sehrveränderlichen, bald völlig ganzrandigen, bald leicht oder auch völlig und scharf gesägten, stachelspitzigen,immergrünen, derben, 3« bis 5»nervigen, oberseits glänzend grünen, unterseits bleicheren und später häufigbronzefarben werdenden, kahlen oder verkahlenden, bis 5 cm langen Laubblättern, grünlichgelben, meist5=zähligen, vielehig=2»häusigen Blüten in mehrblütigen, büscheligen Trugdolden und länglich eiförmig»rundlichen,erst roten, später schwarzen Früchten. Der Strauch gehört zu den bezeichnendsten Arten des Mittelmeer»gebietes und zu den fast ständig auftretenden Gliedern der Macchien und der Garigue. Aus der reichen Zahlseiner Begleiter seien nach Beck aus der immergrünen Buschformation der Dalmatinischen Inseln hervor»gehoben 1 Laurus nobilis, Myrtus Italica, Punica Granatum, Arbutus Unedo, Phillyrea latifolia, Olea Europaea,Viburnum Tinus, Quercus Ilex und Q. coccifera, Pistacia Lentiscus, Juniperus Oxycedrus und J. Phoenicea,Erica arborea, E. verticillata und E. multiflora, Die Heimat der Art liegt im ganzen Mittelmeerbecken undreicht östlich bis Syrien und Armenien. Der xerophile Strauch leidet unter strengerer Kälte und findet sichdaher nur im südlichsten Gebietsteile (Südtirol, südlichstes Tessin) angepflanzt, scheint auch nur äusserst selten

Fig. 1888. a Blühender Zweig von Rhamnus Alaternus L.b Samen von R. cathartica L. c Desgl. von R. s axat ilis Jacq.d Desgl. von R. infectoria L. e Querschnitt durch die Frucht vonR. cathartica L., / desgl. durch den Samen, g Junge Schleimzelleaus der Stammrinde von Frangula Alnus Miller (Fig. b bis dnach Wiesner, e und / nach Karsten, g nach Tschirch).