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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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falls in Frage kommende Zizyphus Spina Christi, obgleich letzterer ziemlich weit entfernt von Jerusalem erst im Jordan,tale wächst. Die Bezeichnung der mit langen, starrenden Dornen ausgerüstete Gleditschia triacanthos L. (vgl.Bd. IV/3, pag. 1128) als Christusdorn ist schon deshalb zu verwerfen, weil dieser Baum amerikanischen Ur.Sprungs ist und vor 1700 in der Alten Welt überhaupt nicht kultiviert wurde. Trotzdem wird er nachv.Schwerin im kleinen, mauerumwehrten Gärtchen zu Gethsemane als echter Christusdorn gehegt.Paliurus Spina Christi fand sich bereits 1597 in dem Botanischen Garten der Fürstbischöfe von Eichstätt undwurde einfach als Paliurus oder Stechdorn bezeichnet. Später soll er auch nach Schübe während der Renais.sance.Zeit in schlesischen Gärten gezogen worden sein.

CCCCLXV. Rhämnus 1 ) L. Kreuzdorn. Franz.: Nerprun; engl.: Buckthorn;

ital.: Ramno.

Sträucher oder Bäume mit ungeteilten, gegenständigen oder wechselständigen Laub»blättern und häufig verdornenden Zweigen. Laubknospen mit Knospenschuppen. Blütendurch Verkümmerung unvollkommen 2»häusig, selten zwitterig, strahlig, 4=, seltener 5=zählig, un=scheinbar, einzeln oder zu mehreren in blattachselständigen Trugdolden. Kelchblätterklein, nach dem Verblühen vom Rande des Adisenbechers umschnitten abfallend. Kronblättersehr klein, unbenagelt, zwischen den Kelchblättern stehend, die vor ihnen stehenden Staub»blätter oft einhüllend. Fruchtknoten frei, 3= bis 4=fächerig, am Grunde der tiefeingesenktenBlütenachse; Diskus über den Staubblättern eingefügt; Griffel 2» bis 4=(5=)spaltig, bisweilenmit mehrspaltigen Narben. Frucht eine steinfruchtartige Beere, mit (1) 2 bis 4 (5) lederartigen,holzigen, 1 »sämigen Steinkernen (Fig. 1888e), Samen mit tiefer Rückenfurche und Nährgewebeauf der Aussenseite. Keimblätter dünn, epigäisch.

Die Gattung umfasst etwa 80 fast nur in der Alten Welt auftretende Arten, die etwa zu gleichenTeilen die gemässigten Zonen, die Subtropen und die Tropen bewohnen. Die systematische Gliederung undAbgrenzung der Arten ist z. T. noch wenig gesichert, da viele von ihnen über einen ^ grossen Formen»reichtum verfügen und (scheinbar) ineinander übergehen. Auch zu der Gattung Frangula sind, wie nament«lieh einige tropische Arten zeigen, die verwandtschaftlichen Beziehungen sehr eng. Nach dem Stande unserergegenwärtig noch recht mangelhaften Kenntnisse wird die Gattung in 2 Gruppen geteilt s in die kleine, durchtraubige Blütenstände ausgezeichnete Sektion Alat6rnus, zu der u.'a. R. Alaternus (vgl. unten) zählt, undin die Sektion Lept ophyllius mit sitzenden oder einzeln stehenden Blüten, die wiederum auf Grund derBedornung ihrer Aeste in die Cervispina und infolge deren Wehrlosigkeit in die fispina getrennt werden.Nach C. K. Schneider dürfte sich die Gattung bei einer natürlichen Gliederung wahrscheinlich in einegrössere Zahl artenärmerer Sektionen zerlegen lassen. Anatomisch ist die A1 a t er nus dadurch gekennzeichnet,dass die Laubblattnerven nur unterseits durchlaufen, während bei der Sektion Leptophyllius die Seiten,nerven erster Ordnung von Epidermis zu Epidermis reichen. Die Liniersektion E s p i n a besitzt im Palisaden,gewebe grosse, morgensternartige Kristalldrusen; bei der Lintersektion C e r v i s p i n a sind die Kristalle ebenfallsgross und zahlreich vorhanden, aber nach Art der Citrus.Kristalle nicht in Drusen vereinigt, sondern einzelngelagert. Der wirtschaftliche Wert der Familie ist nicht bedeutend und in erster Linie auf die Verwendungder Früchte einer grösseren Zahl von Rhamnus»Arten (R. cathärtica, R. saxatilis, R. pümila, R.alpina, R. infeetöria L., R. oleoides L., R. Graeca B. R. und R. petioläris Boiss.) begründet, dieje nach ihrem Ursprungsland als »Deutsche, Französische, Ungarische, Mittelländische, Levantinische und Per.sische Gelbbeeren" bezeichnet werden und teils medizinisch benutzt werden (vgl. unter R. cathartica), teilstechnische Bedeutung als Färbemittel besitzen. R. cathartica, R. infectoria und R. saxatilis sollennamentlich zu letzteren Zwecken früher im grossen gebaut worden sein. Gegenwärtig liefert nur noch dieasiatische Türkei Gelbbeeren') in nennenswerter Menge. Die für die Farbindustrie wichtigen chemischen Haupt«bestandteile der unreifen Beeren sind nach H. Rupe: ein in HiO unlösliches Rhamnetin CieHisO (ein intensiv

*) Griech. ycl/tvos [rhämnosj bei Theophrast (Hist. plant. 3, 18,2) und Dioskurides (Mat. med.

1, 90) Bezeichnung für verschiedene Rhamnus.Arten. Das Wort wird meist, wie auch nachstehend, alsFemininum verwendet; doch sei darauf verwiesen, dass Lobelius, C. Bauhin und auch Linn6 es alsMasculinum benützen.

*) Die chinesischen Gelbbeeren stammen von Söphora JapönicaL. und sind getrocknete Blüten,knospen (vgl. Bd. IV/2, pag. 1145).