326
wiegend südafrikanischen Gattung Phylica finden sich einige Arten in Kalthäusern, so P. buxifölia L., P.paniculäta Willd., P. purpürea Sond., P. capitdta Thunb., P. ericoidesL. (bereits zur Renaissancezeitin Schlesischen Gärten bekannt), P. stipuläris L. usw.
Zoocecidien werden nicht selten auf unseren einheimischen Arten beobachtet. Durch Gallmückenwerden Blattknospen, Laubblätter und Früchte angestochen und zeigen Aufschwellungen; in Blüten schlagenStaubblätter und Stempel bisweilen fehl. Durch den Stich des Blattflohes Trichopsylla Wa 1 keri Först.rollt sich bei Rhamnus cathartica der Laubblattrand nach oben ein, wird i stark fleischig verdickt undi stark behaart, durch die Tätigkeit von Triöza rhämni Schränk erhält die Laubblattfläche kleine Aus.stülpungen nach oben, in denen die Larven leben. Auf Rhamnus alpina sind die Ausstülpungen horn.oder beutelartig und etwa 5 mm lang. Unterwärts filzartig graugrüne Behaarung ruft Eriöphyes annuldtushervor. Auch Milben können zu solchen Auswüchsen Veranlassung geben. Auf Rhamnus pumila trittdas Aecidium von Puccinia rhamni, auf vielen anderen Arten das von P. coronffera Kleb. (Kronen,rost) auf. Nach Israel leben auf unseren Rhamnus.Arten eine grosse Anzahl von Falterraupen, namentlichsolche von Kleinschmetterlingen, wie z. B. die vom Zitronenfalter (Rhodocera rhdmni L.). Die Räupchenvon Ancylis derasäna und A. Sorgheg6nia hausen in zusammengerollten und versponnenen Laub-blättern von Rhamnus cathartica und Frangula Alnus, die von Neptlcula rhamn611a, N.cathartic£lla und Bucculätrix frangulölla minieren auf den Laubblättern.
Die 3 im Gebiete der mitteleuropäischen Flora wild auftretenden Gattungen unterscheiden sichfolgendermassen ■.
1. Nebenblätter in Dornen umgewandelt. Laubblätter stets 3»nervig. Kelch radförmig. Griffel 2oder 3. Frucht trocken, geflügelt Paliurus CCCCLXIV.
1*. Nebenblätter krautig, meist hinfällig. Kelch röhrig, glockig oder kegelförmig. Griffel 1, bisweilenmehrspaltig 2.
2. Laubknospen ohne Knospenschuppen. Griffel ungeteilt, mit kopfiger Narbe. Blüten zwitterig,5-zählig Frangula CCCCLXVI.
2*. Laubknospen mit Knospenschuppen. Griffel 2» bis 5=spaltig. Blüten selten zwitterig, meist un.vollständig 2.häusig, vorherrschend 4.zählig Rhamnus CCCCLXV.
CCCCLXIV. Paliurus 1 ) Gaertner. Stechdorn.
Sträucher oder kleine Bäume mit wechselständigen Zweigen, abwechselnd 2=zeiligen,3=nervigen, sommergrünen Laubblättern und zu Dornen umgewandelten Nebenblättern (Sti=pulardornen). Blüten in blattachselständigen Trugdolden, zwitterig, strahlig, klein, grünlichgelb.Kelch flach, scheibenförmig, mit eiförmigen Zipfeln, zur Frachtzeit bleibend. Kronblätter 5,klein, zwischen den Kelchblättern stehend, die davor stehenden Staubblätter ± einhüllend.Fruchtknoten 2» bis 3=fächerig, mit 2» bis 3=spaltigem Griffel und länglichen, stumpfen Narben.Frucht trocken, flach, zusammengedrückt, mit kreisförmigem, wagrechtem, strahlig=nervigemFlügelsaum, lederiger Aussenschicht und holzigem, 1-- bis 3=fächerigem Kerne, nicht aufspringend.Samen in jedem Fache je 1, verkehrt»eiförmig, platt zusammengedrückt, ohne Furche.
Ausser der nachfolgenden, näher dargestellten Art in Ostasien noch P. ramosissimus Poir. mitgeraden Stipulardornen, der seit 1907 in Darmstadt gezogen wird.
1880. Paliurus Spind-Christi Miller (= Rhamnus Paliurus L., = P. austrälis Gaertner,= P. aculeätus Lam., = Zizyphus Paliurus Willd.). Christusdorn, Stechdorn. Franz.: paliure,porte=chapeau, capelets, argolou, arnaves, epine du Christ; ital.: Paliuro, spino=crocefissi,marruca, marruca nera, soldino; engl.: Christ's=thorn. Fig. 1886 und Fig. 1887.
Dichter, aufrechter oder ausgebreiteter, bisweilen überhängender, bis 3 m hoherStrauch mit brauner Rinde und hin» und hergebogenen, in der Jugend behaarten, später ver»kahlenden, grau= oder rotbraunen Zweigen. Laubknospen von 2 verschieden grossen, behaartenKnospenschuppen eingehüllt. Laubblätter wechselständig, annähernd 2=zeilig, meist kurz ge=stielt, 2 bis 4 cm lang und 1,3 bis 3,5 cm breit, schief=eiförmig, 3=nervig, fast ganzrandig oder
') Griech. na'/.iovnog [palfuros] Name des Strauches bei Theophrast (3, 18, 3) u. A.; vielleicht vongr. nat.iv |pdlin] = wieder und ovqop [üron] = Harn, wegen der angeblich harntreibenden Wirkung derBlätter und Wurzeln.