Druckschrift 
5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
323
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

büsdieligen, sehr kurzgestielten Trugdolden. Fruchtknoten 2», seltener 3» oder 4»fächerig, mit meist 2=spaltigemGriffel. Frucht eine kugelige bis länglich-eiförmige, ungeflügelte, 2 bis 3 cm lange, zinnoberrote, braunrote oder nach C.K.Schneider schwarze, essbare Steinfrucht mit fleischigem Mesokarp und hartem Kern, amGrunde oft vom Achsenbecher umgeben (Fig. 1884 d). Im Mittelmeergebiet nur in der bedornten Form var.spinösa (Bge.) vertreten. In Japan tritt auch eine unbedornte Form var. inermis (Bge.) auf, die dortsowohl als auch in China viel angepflanzt wird. Die vom östlichen Mittelmeergebiet durch Vorderasien,Bengalen, Mittel» und Nordchina, die Süd«Mongolei und Korea bis Japan verbreitete Art wird in Südtirol in derUmgebung von Meran, Bozen und Riva (Doss Brione), sowie in der Südschweiz im südlichen Tessin beiLocarno und Bellinzona, sowie vereinzelt in Anlagen anderwärts (z. B. in Wiesbaden), gepflanzt, z. T. deressbaren Früchte wegen, und im südlichen Gebiet an steinigen, sonnigen Orten bisweilen verwildert angetroffen;am Eingang des Schlosses Rottenstein bei Meran z. B. ist sie vollständig eingebürgert. Sie liefert in Frankreichdurch ihre glänzenden, olivengrossen Früchte die offizineilen Bdccae Jüjubae seu Zizyphi, die rotenBrustbeeren (Fig. 1884 d), die in Deutschland obsolet sind. Innerhalb des dicken, lederigen Exokarps liegt nachTschirch ein weiches, markiges Fruchtfleisch (Mesokarp oder Sarcokarp), dessen Zellen hie und da Kristall»drusen und so reichlich Zucker (Hexosen und Saccharosen) führen, dass sie oft völlig von einem zähen Siruperfüllt sind. Das Endokärp ist steinhart und besteht zu äusserst aus einer breiten Schicht von Sclerei'den undeiner schmalen inneren Faserschicht. Die meisten Jujuben kommen gegenwärtig aus der Provence (z. B. vonden lies d'Hyeres) in den Handel. Sie werden teils inGelatine gelöst in Bonbonform oder als Zusatz zuBrusttee als hustenlösendes Mittel verwandt. In Süd»tirol bezeichnet man die Früchte alsDatteln". In ähn«licher Weise werden die kleineren und weniger süssenFrüchte von Z. Lötus (L.) Willd. gebraucht, der inAegypten, Italien und Südspanien im grossen ange«pflanzt wird im Hortus Eystettensis (1597) alsPseudosycomörus, Weisse Brustbeerlein in Kulturund sich durch fast stets mangelnde Behaarung, undeut»liehe bis fehlende Bezahnung und Kleinheit der Laub»blätter von der vorigen unterscheidet. Bei Theophraststellt dieser Strauch eine seiner zweikyreneischen"

Lotus«Arten dar. Bei anderen Schriftstellern des Alter«tums wird der NameLotus" auf die verschiedenstenVergessen bringenden" Pflanzen angewandt und kannmit Tschirch als ein antiker Sammelbegriff bezeichnetwerden. So ist der Indische Lotus das Nelumbo nuci»fera (Bd. III, pag. 438), der Aegyptische Lotus die Nym»phaea Lotus (Bd. III, pag. 440), der Grosse Lotus vonKyrene Celtis australis, die Lotusbirne Diospyros Lotus L.,der Lotusklee Trifolium fragiferum L., Melilotus Mes»sanensis All. und Trigonella elatior s. s. Auf welche Artsich der Lotus der Lotophagen bezieht, die Odysseusbei seiner Heimkehr von Troja gastfreundlich auf»nahmen, wissen wir nicht. Doch vermutet Desfon»taines, dass es Zizyphus Lotus gewesen sei. Nach

Italien kam der Strauch erst gegen das Ende der Regierungszeit des Kaisers Augustus durch den KonsulScabus Papirius, der ihn aus dem Orient mitbrachte. Doch verbreitete er sich so rasch, dass er zurZeitvon Plinius schon allgemein bekannt war. In Algerien ist er gegenwärtig ein äusserst lästiges Unkraut, dasvermöge seiner stark ausgebildeten, reichlich stengeltreibenden Grundachse kaum auszurotten ist. Für dieärmere Bevölkerung spielt er aber insofern eine grössere Rolle, als seine Früchte teils roh gegessen, teils zuBrot verbacken oder zu einem Getränk vergoren werden. Wichtig ist ferner der ostindische Z. MauritidnaHam. (= Z. Jujuba Lam. non Mill., = Z. Soröria Roem. et Schult.), der als dorniger Steppenstrauch mit filzigenLaubblättern vom tropischen Afrika über das südliche Vorderasien und Indien bis Ceylon und Australienverbreitet ist und neuerdings auch in Togo angepflanzt wurde. Seine gerbstoffreichen Laubblätter, sowie dieRinde dienen als Gerbemittel und z. T. auch zu Heilzwecken; im Himalaya werden sie als Seidenraupenfutterverwandt. Die Früchte werden alsTsao" oderChinesische Datteln" gegessen. Das harte Holz findet zuBauzwecken und anderem Nutzholz Verwendung. Auf dem Strauch lebt auch die Lackschildlaus (Cöccusldcca), die den zur Herstellung des Schellacks notwendigen Stocklack ausschwitzt. Die Früchte des brasi»

Fig. 1884.

Zizyphusb Blüte.

Jujuba Miller, a Blühende Zweige.c Kronblatt, d Frucht.