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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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316
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am Niederrhein, in der Norddeutschen Tiefebene meist nur zerstreut oder z. T. selten; im Gebiet der ErfurterFlora meist nur als vorübergehende, durch Wasser verbreitete Adventivpflanze.

Allgemeine Verbreitung: Europa, nördlich bis Irland, Süd=England, Dänemark,Skandinavien (bis Saltdal, Norrland), Süd= und Kajana=Oesterbotten bis 64° 30' nördl. Breite)und 01onez=Karelien (Archangelsk); in Südeuropa nur im südwestlichen Teile der Iberischen Halb*insel, auf den italienischen Inseln und dem südlichsten Balkan fehlend, Südrussland; Vorder»asien, Sibirien bis zu den Kurilen und Kamtschatka, China, z. B. bei Lauschan (Tsingtau), und Japan.

Aendert ab: f. albiflöra A. Schwarz. Kelchblatter und Kronblätter weiss mit schwach gelblichemTone, nur an der Spitze des Sporns hellgelb. Blüten etwas kleiner als beim Typus, beim Trocknen meist raschbraun werdend. Zerstreut mit dem Typus. Kaum davon zu trennen ist wohl f. p ä 11 i d a Hermann. Krön»blätter bleichgelb, fast weisslich. So bei Molmerschwende im Unterharz. Rein weisse Blüten wurden in Ober»bayern zwischen Oberammergau und Graswang beobachtet'). Rouy und Foucaud unterscheiden ferner

eine f. (subvar.) micräntha, die wohl kleistogamblühenden Stöcken entspricht, und eine f. (subvar.)ap6tala, bei der alle Blütenhüllblätter fehlen.

Impatiens Noli tangere gehört dem eurasiati»sehen Elemente an. Höck stellt sie zu seinen Erlen»begleitern. Die schöne, durch die Kontrastwirkungder sattgrünen Flachblätter mit den halbverdecktunter diesen hervorleuchtenden, gelben, grossenBlüten auffällige Pflanze erscheint am liebsten anziemlich feuchten Orten halbschattiger Laubwäldermit hoher Luftfeuchtigkeit, wo sie bisweilen ausge»dehnte Reinbestände bildet. Im Auenwalde, nament«lieh im Alnetum incanae und A. glutinosae, trifft siehäufig mit Equisetum maximum und E. silvaticum,Carex pendula, Ranunculus reptans, Myosotis palustris,Cardamine impatiens, Galium palustre, Circium olera»ceum usw. zusammen. In der Schwäbischen Alb istsie nach R. Gradmann für die mitteleuropäischeSchluchtwaldgenossenschaft bezeichnend und findetsich dort mit Fraxinus excelsior, Acer Pseudoplata»nus, Sambucus nigra, Allium ursinum, Bromusasper, Campanula Trachelium, Cardamine impatiens,Carex digitata, C. pallescens und C. silvatica, Cir»caea Lutetiana und Stachys silvatica. Im typischenBuchenwalde wurde sie z. B. bei Joachimsthal (Bran»

Fig. 1879. Impatiens Noli tangere L. denburg) zusammen mit Carex silvatica, C. digitata,

Phot. B. H al dy, Mainz. ' .

Melica uniflora, Milium effusum, Cephalanthera grandi»flora, Polygonatum multiflorum, Cardamine impatiens, Vicia silvatica, Lathyrus vernus, Mercurialis perennis,Pulmonaria officinalis, Veronica montana und Asperula odorata beobachtet (Verhandlungen des BotanischenVereins der Provinz Brandenburg, 1912). Viel seltener tritt die Art in feuchten Fichtenwäldern auf. Ueberihre Begleiter dort vgl. z. B Moehringia muscosa (Bd. III, pag. 417). Durch Selbstaussaat erhielten sich dieauf der Maloja im Engadin (1860 m) ausgepflanzten Exemplare nur ein Jahr lang. Trotz der starklichtabdämmenden Wirkung, welche die Pflanze durch ihr reiches Blattmosaik und durch die häufig breit ausladendenZweige hervorruft (Fig. 187S a) und mittels deren sie vielfach alles andere pflanzliche Leben unmöglich macht, ist ihrdurch die massenhafte Ausbreitung und die stellenweise vollständige Einbürgerung ihrer Verwandten I. parvifloraeine gefährliche Gegnerin erwachsen, der sie an vielen Orten hat völlig weichen müssen (vgl. unter I. parviflora). Die blütenbiologischen Verhältnisse, denen auch die von I. parviflora gleichen, sind sehr beachtenswert.In der männlichen Phase liegen die verwachsenen Staubbeutel kappenförmig über der Narbe, so dass diehonigsuchenden Insekten (Hummeln) m t ihrem Rücken den Pollen abstreifen. Später fallen die Staubbeutelab und die Narbe erreicht, indem sie dieselbe Stellung einnimmt wie zuvor die Staubbeutel, ihre volleEntwicklung. Durch liegengebliebene Pollenkörner kann hierbei ausnahmsweise auch Selbstbestäubung ein»treten. Durch die Form der Blüte ist nur Hummeln der Zugang zum Honig möglich, den sie bisweilen allerdings auch

') F. Vollmann weist darauf hin, dass gelbe Blumen im allgemeinen wenig zum Albinismus neigen.