309
Blüten in cymösen Blütenständen, ± gebüschelt, vor den Laabblättern an vorjährigen Trieben erscheinend,rosa, etwas unsymmetrisch. Kelchblätter 5, eiförmig-lanzettlich. Kronblätter 4 bis 5, auf einem mit den Kelchblätterngleich langen, behaarten, rinnigen Nagel und mit am Grunde fädlich zerteilter Schuppe. Diskus einseitig,scheibenförmig. Staubblätter in der Regel 8. Kapsel derb.lederig, gestielt, niedergedrückt birn« bis fast kuchen«förmig, 3=klappig, tief braunrot. Samen fast schwarzbraun, mit breitem, hellem Nabelfleck. Wie die vorigeArt nur für wärmere Gebiete geeignet, leicht zurü de frierend, aber dann wieder ausschlagend.
Als 9. Unterreihe schliessen sich die Sabiineae mit heterochlamydäischen Blüten an, deren Staub»blätter vor den Kronblättern stehen. Zu ihnen gehört nur die etwa 70 Arten starke Familie der Sabiäceae.Bäume, Sträucher und spreizklimmende Lianen mit abwechselnden, einfachen oder gefiederten Laubblättern,ohne Nebenblätter. Blüten in Doldentrauben oder verzweigten Trauben, unscheinbar, zwitterig oder 1.geschlechtig.Kelchblätter 2 bis 5. Kronblätter 4 bis 5. Staubblätter 5, davon 4 bisweilen unfruchtbar. Fruchtknoten aus 2oder 3 Fruchtblättern gebildet, in jedem Fache mit je 2 hängenden oder horizontalen, an der Mittelplazenta,befestigten Samenanlagen. Frucht 1.fächerig, mit i Samen, nicht aufspringend. Samen ohne Nährgewebe. DieFamilie ist fast ganz auf die Tropen beschränkt (vorwiegend südasiatisch-mittelamerikanisch, in Afrika fehlend)umfasst 4 Gattungen (die beiden monotypischen südamerikanischen P h o x ä n t h us Benth. und OphiocäryonSchomb., die pantropische Meliösma Bl. [mit 46 Arten] und die dem asiatischen Monsungebiete und Japaneigene Gattung Sdbia Colebr.) und hat nur ganz geringe wirtschaftliche Bedeutung. Das Holz ist, wenn auchgut politurfähig, so doch weich und nur für gewöhnlichen Hausrat tauglich. Die Früchte von Ophiocäryonparadöxum Schomb. gelten als Schlangenmittel. Auch die systematische Stellung ist unsicher, da Sekret«behälter fehlen. Möglicherweise ist die Familie zu den Polycarpicae in die Nähe der Menispermaceae zu stellen.
Die folgende Unterreihe der Melianthineae mit regelmässig symmetrischen Blüten, freien Staub«blättern und nährgewebehaltigen Samen besteht nur aus der auf das tropische und südliche Afrika beschränkten,3 Gattungen starken Familie der Melianthäceae, Honigstrauchgewächse. Bäume oder Sträucher mit abwech«selnden, unpaarig gefiederten oder ungeteilten Laubblättern, häufig mit Nebenblattern. Blüten in Trauben,zwitterig. Kelch« und Kronblätter 5. Staubblätter 5 bis 4, selten 10, ungleich oder teilweise verwachsen. Diskushalbring« oder ringförmig, mit 10 Fortsätzen, ausserhalb der Staubblätter liegend. Fruchtknoten aus 4 bis 5verwachsenen Fruchtblättern bestehend, mit vielen bis nur 1 Samenanlage in jedem Fache. Kapsel mit l=samigenFächern, fachspaltig. Samen mit oder ohne Arillus, mit reichlichem Nährgewebe. Der grösste Teil der Artender Familie (etwa 25) zählt zur Gattung Bersäma Fres. mit vorwiegend tropischer Verbreitung, 5 Arten zuMelidnthus L. M. major L. ist ein Strauch mit 9« bis 1 l»fiederigen Laubblättern und schön braunroten, inlangen Trauben angeordneten Blüten, die einen eigenartigen, für den Menschen unangenehmen Duft besitzenund von kleinen Honigvögeln bestäubt werden. Die im Kapland verbreitete Art wird nicht selten in denwärmeren Gebieten zur Zierde angepflanzt, war auch bereits im 17. Jahrhundert in Schlesien bekannt. —Greyia Hook, et Harv. besitzt 3 Arten in Natal und im Kapland, von denen besonders G. SutherländiiHarv. (mit kahlen, ungeteilten Laubblättern und prächtig roten, ansehnlichen, zu dichten Trauben angeordnetenBlüten [die Fortsätze des Diskus in einer kreisrunden Platte endend]) gern in Kalthäusern gezogen wird. Sonstbesitzt die Familie kaum einen wirtschaftlichen Wert.
Die letzte Unterreihe der Sapindales bilden die Balsaminineae, die gleich den Melianthineaeregelmässig symmetrische Blüten aufweisen, in diesen aber verwachsene Staubbeutel zeigen. Ferner fehlt in denSamen das Nährgewebe. Zu dieser Unterreihe gehört nur die nachfolgende Familie.
78. Farn. Balsaminäceae. Springkrautgewächse.
(Bearbeitet von Dr. H. Beger und Dr. EmilSchmid.)
Kahle oder behaarte, oft saftige Kräuter, seltener Halbsträucher, mit oft an den Stengel»knoten verdickten Gelenken und Wechsel», gegen» oder quirlständigen, krautigen, fiedernervigenLaubblättern. Nebenblätter fehlend, aber an deren Stelle oft drüsenartige, extraflorale Nektarien(Fig. 1876 g, i). Blüten zwitterig, zygomorph (Fig. 18751), ohne Vorblätter, in blattachselständigen,selten scheinbar endständigen, traubigen oder traubig gebüschelten Blütenständen, seltener einzeln,meist gross und bunt gefärbt. Kelchblätter 5 oder durch Verkümmerung der beiden vorderen 3,das hintere gross, fast immer gespornt, kronblattartig gefärbt, trichter», boot», heim» oder sack»förmig. Kronblätter 5 oder durch Verwachsung zweier Paare 3, versdiiedengestaltig. Staub»blätter 5, mit den Kronblättern abwechselnd; Staubfäden kurz, breit, vorn meist miteinanderverwachsen; Staubbeutel miteinander verwachsen, den Griffel mützenförmig bedeckend. Griffel 1,