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kenntlich. Als wichtigste Besucher kommen Hummeln in Betracht. In der Hervorbringung männlicher undzwitteriger, bezw. weiblicher Blüten verhalten sich nach Kirchner die einzelnen Bäume sehr verschieden. Häufigfindet man solche von vorwiegend männlichem Charakter, bisweilen aber auch solche, bei denen die weiblichen,bezw. zwitterigen Blüten bei weitem vorherrschen. Der Baum blüht nach 10 bis 15 Jahren. — Die Stachel,bildung an den Früchten ist mitunter unregelmässig, so dass sich am selben Baume neben stark stacheligen auchstachellose, glatte Fruchtschalen entwickeln können. — Nach Cooper gehen die Samenschalen aus 2 Integu»menten hervor, von denen das äussere etwa 8, das innere 4 Zellreihen enthält. Aus der Epidermis desäusseren Integumentes bildet sich die stark verdickte Epidermis der Samenschale, auf welche nach innen3 Parenchym»Schichten folgen, von denen die erste dickwandig, die zweite reich an Lücken und die dritte zart,wandig ist. Das innere Integument wird aufgelöst. — Die Keimblätter verwachsen häufig miteinander. DieKeimung (Fig. 1864 b) erfolgt hypogäisch.
Seiner Raschwüchsigkeit und seiner leichten Bewurzelungsfähigkeit wegen wird Aesculus Hippocastanumnicht selten als Unterlage für Pfropfungen anderer Rosskastanien.Arten benutzt. Aeusserlich sind solche ge-pfropfte Bäume häufig an der ringartig erhöhten Verwachsungsnaht leicht zuerkennen. Nach L a ub er t findensich in Berlin.Dahlem einige bemerkenswerte Bäume, die in der Laubkrone neben einer überwiegenden Zahlvon Aesculus Hippocastanum.Aesten und »Zweigen einen kleineren Teil von Aesculus rubicunda.Trieben auf»weisen. Es handelt sich dabei aber nicht um Knospenvariationen, wie sie z. B. bei Laburnum Adami vorkommen,sondern die kräftigere Unterlage hat an der Pfropfstelle einige Aeste entwickelt, welche die fremden Reiser zuunterdrücken drohen. Pfropft man nach T. Timpe ein panaschiertes Reis auf eine grüne Unterlage, oder um«gekehrt, so treten an den grünen Laubblättern zunächst gelblichgrüne Flecken und Streifen auf, die sich späterbei der grünen Unterlage wieder verlieren, während sie im zweiten Falle (grünes Reis) erhalten bleiben. — ImFrühling kann man öfters in den Baumkronen Zweige beobachten, deren junge Jahrestriebe und Laubblätter zufolgeFrühfrösten plötzlich welken. Die Ursache dieses Absterbens ist nur indirekt der Pilz Nectria cinna«barina, der auf der Rinde der Zweige ziegelrote Mützchen hervorbringt und das Holz durchzieht. VonA. Cieslar (Centralblatt für das gesamte Forstwesen, 1916) wurde auch Agäricus m6lleus, der bisher nurvon Nadelhölzern, Weiden, Pappeln und Eschen bekannt war, als Urheber des Absterbens von Rosskastanienfestgestellt. Als sehr gefährlicher Gast siedelt sich ferner bisweilen das Mycel eines holzzerstörenden Hyme«nomyceten aus der Verwandtschaft von Rizomörpha s ub c o r t i cäl i s auf den Wurzeln an und dringtals flächenartig ausgebreitetes Gebilde zwischen Rinde und Holz am Stamm bis in die Aeste hinauf. Anscheinbar ganz gesunden Stämmen sterben dann plötzlich einige Zweige ab. Eine ganze Anzahl neuer Triebebricht zwar noch aus, doch geht der ganze Stamm in der Regel in kurzer Zeit zugrunde. Diese Erscheinung hatsich namentlich in Berlin in den letzten Jahren an Strassenbäumen sehr unliebsam bemerkbar gemacht. —Bisweilen, aber nicht häufig, werden auf Rosskastanien Misteln beobachtet. Bei Verletzungen der Wurzel oder,wenn der Baum zu kränkeln anfängt, bilden sich Stockloden. — Starke Haarschopfbildung in den Nerven»winkeln der Laubblattflächen wird durch Eriöphes hippocastäni (Fockeu) Nal. hervorgerufen. Die Zahlder auf Aesculus Hippocastanum lebenden Ascomyceten ist beträchtlich. Lindau führt über 30 verschiedeneArten auf, von denen hier nur Calon6ctria hippocästani (Otth.), Cryptöspora aesculi Fuckelund Massäria aesculi Tul. genannt seien.
An die Hippocastanaceen schliesst sich mit etwa 150 Gattungen und rund 1050 Arten die Familie derSapindäceae, Seifenbaumgewächse, an. Es sind Holzgewächse (Bäume, Sträucher und Lianen), ganz selten Kräuter,mit Sekretschläuchen und Sekretzellen und mit abwechselnden, ungeteilten oder gefiederten Laubblättern. Blütenzwitterig oder 1.geschlechtig, typisch 5=gliederig, meist schräg zygomorph, selten strahlig, mit extrastaminalem,häufig einseitigem Diskus, in der Regel unscheinbar, aber häufig wohlriechend. Kelchblätter bisweilen teilweiseoder alle verwachsen. Kronblätter 5 bis 3 oder ganz fehlend, vielfach mit Schuppen versehen. Staubblätterin der Regel 8, seltener 10, 5 oder viele. Fruchtknoten aus 2 bis 3 verwachsenen Fruchtblättern bestehend,mit Je 1, seltener mehr oder nur 2 Samenanlagen. Frucht eine Kapsel, Nuss, Stein« oder Spaltfrucht. Samenhäufig mit grossem, zuckerreichem Arillus (Fig. 1873 b), ohne Nährgewebe. Die Familie bewohnt den gesamtenTropengürtel, sowie die Subtropen bis zum 34.". Ihre Gattungen sind meist auf bestimmte Kontinente beschränkt,ein Teil davon für altisolierte Gebiete (Madagaskar, Neuseeland, Neukaledonien, Australien, Hawai, die Fidschi.Inseln usw.) bezeichnend. Nur in der gemässigten Zone treten u.a. die Gattungen Xanthöceras Bunge undKoelreut^ria Laxm. (beide in China), B r i d g 6 s i a Bert, und Valenzu£lia Bert, (in Chile), U n g n ä d i aEndl. in Texas und Nord.Mexiko) auf. Die meisten Arten sind Holzgewächse. Die als Lianen auftretendenArien zeigen in ihrem anatomischen Aufbau vielfach eigentümliche Abweichungen von der gewohnten Strukturund besitzen zusammengesetzte (Fig. 1872), geteilte, umstrickte oder zerklüftete Holzkörper, die mit den An»fordernngen an die Zug» und Biegungsfestigkeit der Stämme im engen Zusammenhange stehen. Das Holz derregelmässig gepflanzten Bäume und Sträucher ist häufig sehr hart und infolgedessen als Bauholz, zur Herstellungvon Geräten oder infolge des Gehaltes an fetten Oelen für Fackeln geschätzt, aber noch kaum auf dem