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Das Holz hat nur geringen Gebraudiswert. Es besitzt eine feine und sehr gleichmässige, zerstreutporige Struktur,ist etwas glänzend, leicht, weich, leicht spaltbar, schwachelastisch, etwas zäh biegsam, stark schwindend, wenigfest und dauerhaft und von geringem Brennwert. Sein spezifisches Grüngewicht beträgt etwa 0,9, das mittlereTrockengewicht 0,53. Da es Farbe und Politur leicht annimmt, wird es namentlich zu Schnitzarbeiten, in unter,geordnetem Masse auch — namentlich die Wurzel — zu Drechsler» und Tischlerarbeiten, daneben als Kisten«holz verwandt. Die Holzkohle wurde zur Schiesspulverbereitung benützt. Der Baum wird bis 200 Jahre altund erreicht einen Umfang von 5,40 m (z. B. in Weiler bei Weinsberg in Württemberg).
Die kegelförmigen, bis 20 cm langen Blütenstände (Fig. 1870 und Fig. 1871), die oft zu Hunderten imMai wie helle, anfangs gelblichgrauweisse, später reinweisse Kerzen aus dem frischen Grün der wohlgeformtenLaubkrone hervorleuchten (Fig. 1871) und dem Baumezu seiner allgemeinen Beliebtheit verholfen haben,enthalten meist über 100, bisweilen bis 300 Einzel«blüten. Die innerhalb des kurzglockigen, 5-zipfeligenKelches eingefügte Blumenkrone bildet eine Schauflächevon anfangs 15 bis 20, später bis 25 mm Durchmesser,ist schief zygomorph und besteht aus 5 am Grundefaltig übereinander gelegten, weissen Kronblättern, vondenen die oberen etwas grösser sind als die unteren unddas unterste bisweilen sehr klein ausgebildet ist oder ganzfehlt (Fig. 1867 b, c-, 1869 a). Die beiden oberen tragenin der Mitte des Plattengrundes ein zackiges, etwa6 mm langes und 3 mm breites Saftmal, das bei sichöffnenden Blüten zitronengelb, dann ockergelb undzuletzt schön karminrot gefärbt ist. Im Grunde derBlüte ist ein weisser Wulst entwickelt, der den Nektarabsondert. Dicht um den in der Mitte stehendenFruchtknoten erheben sich etwa 7 Staubblätter, derenweisse, lange, flaumige Staubfäden in jungen Blütenabwärts gebogen sind und an ihrer Spitze die lehm«gelben Staubbeutel mit lebhaft rotbraunen Pollenkörnerntragen. Die meisten Blütenstände enthalten zugleichmännliche und zwitterige Blüten. Seltener finden sichrein männliche, als Ausnahme rein weibliche Rispen.
In den gemischten Rispen treten biologisch dreierleiBlüten auf. Im oberen Teile finden sich besonders diemännlichen Blüten (Fig. 1867d), in denen der Griffelund Fruchtknoten verkümmert ist und die nur etwa4 mm lang sind. Nach Heinecke besitzen diese nureine Lebensdauer von etwa 8 Tagen. Schon kurz nachdem Aufblühen strecken sich die 3 unteren Staubblätter wagrecht nebeneinander zur Blüte hinaus undneigen sich nach dem Verstäuben abwärts, während die 4 oberen ebenfalls wagerecht und nebeneinanderstehen, aber die Abwärts-Bewegung nicht ausführen. 4 Tage nach der Entleerung der letzten Staubbeutelfallen zuerst die beiden oberen Kronblätter und am nächsten Tage die übrigen ab. Im mittleren Teile derRispen finden sich vereinzelt zwitterige, proterogyne Blüten. Bei ihnen steht anfangs der weisse Griffel mit derempfängnisfähigen Narbe wagrecht in der Mitte der Blüte (Fig. 1867 b). Dann hebt sich das unterste Staub«blattpaar und spreizt nach aussen, so dass der Griffel nicht verdeckt wird. Hierauf folgt das einzelne untersteStaubblatt (Fig. 1867 c). Nach dem Verstäuben dieser 3 heben sich die noch übrigen kurzen oberen, währenddie unteren wieder abwärts wandern. 4 Tage nach dem Verstäuben fallen die oberen, am 5. Tage auch dieübrigen Kronblätter ab. Der Kelch bleibt bei den befruchteten Blüten noch einige Tage stehen, wobei sich dieKelchzipfel zurückbiegen. Die nektarsuchenden Insekten setzen sich auf den Griffel und berühren mit demunteren Teile des Hinterleibes die nach unten gestreckten Staubblätter, mit dem oberen Teile die Narbe. Nachder Befruchtung verwelkt der Griffel und es heben sich dann die Staubblätter unter gleichzeitiger Oeffnungihrer Staubbeutel bis zu der Stellung, welche die Griffel vorher inne gehabt hatten und dienen den Insektenals Anflugsstelle. Die untersten Blüten der Rispe sind biologisch weiblich, wenngleich sie auch Staubblätterenthalten. Letztere sind aber nur scheinbar regelmässig ausgebildet. Ihr Pollen ist geschrumpft, die Staubbeutelöffnen sich nur wenig oder bleiben ganz geschlossen; auch führen sie keinerlei Bewegungen aus und fallenfrühzeitig ab. Diese Blüten sind auch an dem aufgeschlitzten und nach rückwärts geschlagenen Kelche leicht