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Saponin, ein gelber Farbstoff (Quercitrin), ein Bitterstoff (Argyraescin), Aescin» und Propaescinsäure, Zucker(namentlich Laevulose, Saccharose), viel Stärke, fettes Oel, Eiweiss, Gummi, wenig Aesculin und Mannan, inden Fruchtschalen, die unreif nach Kanngiesser giftig sind, Capsulaescinsäure, Pektin und Telaescin. A.Hippocastanum enthält in seinen frischen Samen 40,9 bis 47,5°/o Wasser und 3,79 °/o bis 3,38°/o Oel, ge»trocknet 6,42 bis 6,45°/o, die „rotblühende" (wohl A. Pavia) in den frischen Samen nur l,42°/o, in den getrock«neten 2,82°/o Oel. Dieses Oel lässt sich nach Stillesen mit Benzin ausziehen und ergibt eine gelblichbren.nende, fast geruchlose, ziemlich dickflüssige Masse, die hauptsächlich aus Olein, in geringer Menge auch ausLinolein, Palmitin und Stearin besteht und als „Kastanienöl" bezeichnet wird. Es steht dem Mandel» und gelben
dings erst nach und nach an das Futter gewöhnt werden j doch soll die Milchabsonderung der Kühe dadurch gehobenwerden. Durch Entbitterung stellte man daher in der Schweiz während des letzten Krieges ein bei der allge«meinen Futternot sehr willkommenes Kraftfutter her. In Deutschland allein wurden 1916 5720 Tonnen Samen ge-sammelt, die 12°/o Rohsaponin und 69,8°/o Stärke ergaben. Die Verwendung an Stelle von Kaffee hat sich dagegennicht bewährt. Zum Reinigen von Wäsche, Wollstoffen, als Waschkleie usw. ist das Mehl schon lange bekannt.Namentlich Schlosser, Schornsteinfeger, Schmiede usw. benutzen es gern, da es fettige und schmierige Stoffeleicht löst. Während des Krieges stellte man aus dem zu Syrupdicke eingedampften Auszug der Samen durchBeigabe von kieselsaurer Tonerde die sogenannte „Bolusseife" her, die zwar eine grosse Waschkraft besitzt, aber in»folge des Eisengehaltes der Tonerde für die Reinigung weisser Wäsche ungeeignet ist. Aus 1 kg unreiferSamen können etwa 500 g Kunstseife gewonnen werden. Es soll aber vorteilhafter sein, reife Früchte zu be»nutzen, da sich das gewonnene Pulver, wenn es trocken aufbewahrt wird, beliebig lange hält. Das Mehl ist fernerneben gepulverten Maiblumen (oder Arnica) ein Hauptbestandteil des Schneeberger Schnupftabaks. Sehr bekanntist auch seine Beimischung zum Giesswasser für Blumentöpfe, aus denen Regenwürmer vertrieben werden sollen(Diels). Das Kastanien»Dextrin und der Zucker, die nach Neger mit 17°/o in den Samen enthalten sind,werden zur Spirituserzeugung und zur Leimzubereitung für Buchbindereien, Leinwebereien und Pappfabrikationbenützt. Aus den Blüten gewinnt man eine Tinktur, die als Mittel gegen Rheumatismus Verwendung findet.
die Rinde dieses Baumes mit frischem Wasser eine trübe braune Brühe, welche den wollenen Zeug ziemlichstark Braungelb färbt, und mit Zusätzen dauerhafte Farben macht.'
Senföl am nächsten und ist in der Küche zumBraten und zu anderen Zwecken gut zu ver»wenden. Zur Gewinnung von Mehl aus denSamen lassen sich die Gerbsäure und die saponin»artigen Glykoside leicht mit Alkohol und Azetonauslaugen. Durch Verarbeitung bei 40° er»hält man ein nussartig schmeckendes Rohmehl,das dem Getreidemehl ähnelt, bei Siedehitzeein Kleistermehl. Beide sind zu Speisen, nament-lich Suppen und Gebacken sehr geeignet. DasOel dient auch als Schmieröl für Maschinen.Nach T r o o s t lässt sich das Mehl im Haus«gebrauch auch dadurch gewinnen, dass die ge«schälten und getrockneten Samen gemahlenwerden und das so gewonnene, sehr bittere Mehletwa 6 bis 8mal mit Sodawasser gemischt und jeetwa 12 Stunden stehen gelassen wird, wodurchdie bitteren Stoffe von der Soda aufgenommenwerden. Durch Nachspülen mit reinem Wassererhält man dann ein verwendungsfähiges Mehl,das, zur Hälfte mit Getreidemehl gemischt, zumBrotbacken dienen kann. Als Mastfutter für dasVieh sind die Samen schon lang, wenn auch nichtallgemein, bekannt und ihretwegen pflanzt auchdie Forstverwaltung in Revieren mit starkem
Fig. 1870. Aesculus Hippocastanum L. Blütenzweig mit der kurznach dem Austrieb charakteristischen, hängenden Stellung der Laubblätter.Phot. Gebr. Nipkow, Stäfa (Schweiz).
kaufen. Audi Schweine, Schafe, sowie Fischefressen die Samen gern. Das Rindvieh muss aller«
*) Daliinger, P. (Nachrichten über Saflor» und Waukultur, 1800) schreibt: „In der Färberey giebt