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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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am Grunde aufwärts gekrümmt, viel länger als die Kronblätter. Fruchtknoten fein samtigund stieldrüsig behaart. Kapsel kugelig, bis 6 cm im Durchmesser, gelbgrün, weichstacheligund fein behaart. Samen flach=kugelig, 1 bis 2 cm im Durchmesser, glänzend braun, mitgrossem, gelblich=graubraunem Nabelfleck und derber Schale. (IV) V.

Auf humosen, tiefgründigen Unterlagen aller Art häufig als Zierbaum in Parkanlagen,Gärten, Alleen, an Strassen, seltener auch in Wäldern gepflanzt; hie und da auch an Waldrändernund in Wäldern verwildert und eingebürgert. Von der Ebene bis in die montane Stufe: im West»fälischen Bergland bis 400 m, in Nordtirol bis 1210 m, im Pustertal bis 1383 m, im Tessin bis 1187 m,im Schanfigg (Graubünden) bis 1350, im Engadin bis 1400 m (nicht fruchtend), im Jura bis 1200 m.

Im ganzen Gebiete als Zierbaum, in Mittel- und Süddeutschland auch z. T. zu forstlichen Zwecken ge.pflanzt. Vielfach verwildert, stellenweise eingebürgert und bereits im südlicheren Norddeutschland und selbst in

Schwerin sidi selbständig aussäend. In Oesterreich angeblichwenig häufig verwildert, so z. B. in Böhmen, Mähren, Niederösterreichund Krain, in Südtirol (Serrada 1250 m angepflanzt). In der Schweizz. B. verwildert im Aargau, im Limmattal (Kanton Zürich), am Neuen,burgersee (Gorgier) und im Kanton Waadt.

AllgemeineVerbreitung: Gebirge von Nord»Griechenland, Thessalien und Epirus, Bulgarien (PrjeslavPlanina); angeblich auch im Kaukasus (Imeretien), Nord»persien und im Himalaya. Durch die Kultur weit ver=breitet; in Europa nördlich bis zu den Britischen Inseln(Faer Oer), Dänemark, Skandinavien, Russland (Narva,St. Petersburg).

An Gartenformen werden unterschieden! f. incisa Dipp.Blättchen verhältnismässig kurz und breit, grob und tief einge.schnitten gesägt. f. H e n k 61 i Henkel. Aehnlich, aber Blättchenmehr gestredet. f. laciniäta Dipp. (= f. asplenifölia, diss^ciaund heterophylla hört.). Blättchen schmal, tief eingeschnitten fiederiggezähnt. f. Memmingdri Rehder. Blättchen weissbunt. f.variegata Loud. Blättchen gelbbunt. f. pümila Dipp. (= f.digitdta hört.). Zwergform. f. pyramidälis S. Louis.Wuchs pyramidal. f. umbraculifera Rehder. Krone dicht,kugelig. f. Baumänni Schneider (= f. flore pleno Lemaire).Blüten weiss, gefüllt. f. Schirnhof6ri Voss. Blüten gelbrot,gefüllt. f. tortuösa Bth. Aeste gedreht.

In Griechenland kommt Aesculus Hippocastahum nach Th. v.Heldreich in der unteren Tannenstufe von etwa 1000 bis 1300 mHöhe in schattigen, i feuchten Waldschluchten zusammen mit Alnusglutinosa, Juglans regia, Platanus Orientalis, Fraxinus excelsior, ver.schiedenen Quercus. Arten, Acer platanoides, Ostrya carpinifolia, Abies Appolinis, Ilex Aquifolium usw. vor.In Bulgarien findet sie sich nach Adamovic nur an der Prjeslav Planina. Dort bildet der Baum auf feuchtenBöden entlang der Wasserläufe in luftfeuchten Taleinschnitten zwischen 380 und 500 m bisweilen kleinere Bestände,die von Tilia tomentosa, Juglans regia, Acer Pseudoplatanus und A. campestre, Carpinus Betulus, Fagussilvatica, Fraxinus excelsior, Alnus glutinosa, Sambucus Ebulus, Symphytum tuberosum, Salvia glutinosa undanderen mesohygrophilen und schattenliebenden Arten begleitet werden. Meist nur vereinzelt geht er in denauf trockeneren Böden wurzelnden Tilia tomentosa-Juglans regia.Wald über, wo er sich zu Fraxinus Ornusund F. oxyphylla, Carpinus Duinensis und C. Betulus, Staphylea pinnata, Acer campestre, Tamus communisgesellt. Ausgesprochen trodeene und sonnige Lagen meidet er dort ganz und tritt auch nicht mehr in densich oberhalb 500 m anschliessenden Rotbuchenwald ein.

Die erste Abbildung und Beschreibung der Rosskastanie findet sich bei Matthiolus 1565, der vondem kaiserlichen Gesandten Busbeck oder dem flämischen Arzte Quackelbeen einen Fruchtzweig ausKonstantinopel zugesandt erhielt. 1576 pflanzte Clusius durch den österreichischen Gesandten Ungnadebenfalls aus Konstantinopel bezogene Samen in Wien. 1612 kamen Früchte nach England, 1615 nach Frank,reich, 1633 nach Leyden, 1646 nach Altdorf (Franken), 1657 nach Bologna, 1672 nach der Mark Brandenburg,

Fig. 1F68. Aesculus Hippocastanum L.a Bl üte, b Fruchtzweig. c Junge Frucht, d Quer-schnitt durch die hrucht. e Querschnitt durchden Samen.