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Fig. 1867. Aesculus parviflora Walt, a Blüte. — A.HippocastanumL. b Zwitterblüte im ersten (männlichen)Zustande, c Zwitterblüte im zweiten (weiblichen) Zustandeim Aufriss. d Männliche Blüte im Aufriss. e Diagrammeines Blütenwickels. / Frucht, g Querschnitt durch denSamen (Fig. b bis d nacn Herrn. Müller, e nach Eichler)-
Alabama und Florida. Ein sehr schöner und winterharter Strauch, der in lichten Baumgruppen sehr wirkungsvollund seit 1820 in Kultur ist. Die wagrecht abstehenden Blüten sind mit Ausnahme der roten Staubbeutel weiss undbesitzen einen lilienartigen Duft. Nadi Knuth wurden in Mitteleuropa als Bestäuber Bienen beobachtet) dochliegt die Vermutung vor, dass die Blüten in der Heimat von Nachtschwärmern (oder Vögeln) besucht werden.— Neben diesen reinen Arten werden bei uns häufig Kreuzungen gezogen, die infolge ihres Formenreichtumsdie Trennung der Arten vielfach sehr erschweren. Als A. cärnea Hayne wird der Bastard A. Hippo»castanum L. X A. Pavia L. (Fig. 1866 o, p) bezeichnet.
Nach C. K. S c h n e i d e r ist es jedoch fraglich, ob hierherauch die häufig gepflanzte A. rubicünda Loisel. gehört, diesich in der Tracht der A. Hippocastanum nähert.
Baum von 10 bis 15 m Höhe. Blättchen sitzend oder kurzgestielt, tief kerbig gezähnt. Kronblätter 5, seltener 4, rosabis dunkelrot, am Rande mit Drüsen. Die Blüten sollenmeist unfruchtbar sein und nur ausnahmsweise schwachbestachelte Früchte mit wohlausgebildeten Samen ver»schiedener Grösse hervorbringen. Die Kreuzung wird gerngepfropft als Alleebaum verwendet, zeigt aber nur sehr lang«sames Wachstum. A 1s häufigste Formen dieses Baumes werdengezogen: f. älba Voss<Vilmorin. Kronblätter anfangs fastweiss, gelb und rot gezeichnet, spater mehr rot. — f.cärnea Voss.Vilmorin. Kronblätter fleischfarben. — f.rösea Voss.Vilmorin, Kronblätter rosenrot. — f. coc«cinea Voss-Vilmorin. Kronblätter lebhaft rot. — f. pur»pürea Voss.Vilmorin. Kronblätter dunkelrot. — f. p6n.dula hört. Zweige hängend. — Als Rückkreuzungen A.
Hippocastanum L.X (A. Hippocastanum L. xA. PaviaL.) gelten die von A n d r 6 als A. intermedia, A.Balgiänaund A. Plantierdnsis bezeichnete Formen. Bei letzterer sind die Blüten taub. Die vermutliche KreuzungA. g 1 abra Willd. X A. octandra Marsh, soll der von Booth beschriebenen A. Maryl&ndica entsprechen.
1877. Aesculus Hippocastanum L. (= Hippocastanum vulgäre Gaertner). Gemeine Ross»kastanie. Franz.: Marronier; engl.: Hors=chestnut. Fig. 1864, 1867b bis g, 1868, 1869,1870 und 1871; Bd. I, pag. LXIV, Fig. 79 und pag. LXIX Fig. 87 und 88.
Der Name Rosskastanie soll diese Frucht vor der ähnlichen (jedoch Scheinfrucht!) echten Kastanie(vgl. Bd. III, pag. 101) als minderwertiger, nicht für den menschlichen Genuss geeignet kennzeichnen (vgl. Rosskümmel= Anthriscus, Heracleum im Gegensatz zum echten Kümmel!). Andere Beinamen sagen dasselbe z. B. WildiKest(ene), Jude(n)kest, Säukestene (Elsass), Vexierkescht (alemannisch), lieber Formen wie Kristanje,Kastangel, Kastandel (niederdeutsch), Keschte, Kästene, Kescheze (Baden) vgl. Bd. III, pag. 101.
Bis über 30 m hoher Baum mit dichter, schön gewölbter Krone und zuletzt über»hängenden Aussenzweigen (Fig. 1870). Wurzel flach, aber weit streichend. Stamm mit anfangsglatter, zuletzt ziemlich dünnschuppig abblätternder, graubrauner oder grauschwarzer Borke.Jüngere Zweige gelblichbraun bis rotbraun, anfangs braunfilzig behaart. Knospen dick kegel=förmig, stark klebrig, die Endknospen sehr gross, die Seitenknospen kleiner (Fig. 1864d), mitdunkelrotbraunen, undeutlich gesäumten Knospenschuppen. Laubblätter 5= bis 7-zählig gefingert,auf bis 20 cm langen, rinnigen Stielen; Blättchen sitzend, über 20 cm lang, länglich=ver=kehrt=eiförmig, im oberen Drittel am breitesten, gegen den Grund keilförmig verschmälert,am Rande ungleich kerbig gesägt, fiedernervig, mit parallelen Seitennerven, oberseits matt»glänzend sattgrün, unterseits hellgrün, anfangs braunrot behaart, zuletzt nur noch in denNervenwinkeln flaumig; Haare 1 »zellig; Drüsenhaare der Nervenwinkel l=zellreihig, häufigmit einer rundlichen Zelle abschliessend. Blüten in reichblütigen, steif aufrechten, kegel» oderlang=eiförmigen Rispen (Fig. 1870). Kelch ungleich 5»lappig. Kronblätter 5 (bis 4) 10 bis 15 mmlang, rundlich»eiförmig, genagelt, am Grunde herzförmig, am Rande kraus zurückgebogenund gewimpert, weiss, am Grunde mit gelbem, später rotem Saftmal. Staubblätter meist 7,
Hegi, Flora. V, 1. 222