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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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J. R. Jungncr (Av vinden förorsakade omgestaltande rörelser hosbladen, 1911) ist die äussere Form desAesculus.Blattes durch die rotierende Bewegung der Spreite um Stiel und Hauptrippe und auf die Pendel,bewegung senkrecht zur Ebene bedingt, die eine Stauung der Blattmasse im vorderen Spreitenteil hervorruft.Nicht selten pflegen unsere gepflanzten, gegen gewaltsame Beschädigungen meist wenig empfindlichen Ross-kastanien im Herbste zu einem neuem, wenn auch schwächeren Austrieb von Blüten und Laubblättern zuschreiten. Diese Erscheinung tritt namentlich dann ein, wenn die Bäume durch starke sommerliche Hitze rh gelittenhaben und durch herbstliche Feuchtigkeit, von Wärme unterstützt, zu erneuter Tätigkeit angeregt werden. NachSpäth spielt auch gute Ernährung und wiederholter Temperaturwechsel, eine Rolle bei dieser Erscheinung.Meist gelangen in einer ganzen Allee von Rosskastanien nur einige wenige Bäume zu dieser Verjüngung. InMünchen z. B. kommt am Stachus ein Baum fast alljährlich zu dieser Herbstblüte; auch in Dresden sind mehrere solcheBäume bekannt. Wie H. L. Späth in einer sehr bemerkenswerten Studie (Einwirkung des Johannistriebes aufdie Bildung von Jahresringen. Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 1913) ausgeführt hat,handelt es sich um einen Vorgang proleptischer Art, indem sich die Triebe im Gegensatz zu echten Johannis-trieben ohne Rücksicht auf die Jahreszeit an einem belaubten, unversehrten Spross unregelmässig, nachvölliger Beendigung des Längenwachstums, also aus bereits abgeschlossenen (fast nur terminalen) Knospennach einer ausgeprägten Ruheperiode entwickeln. Es werden demnach die Triebe, die erst im nächsten Früh«jähr zu erwarten wären, bereits im Herbstvorweggenommen". Anatomisch wirkt sich dieser Austrieb dahinaus, dass sich im Gegensatz zum echten Johannistrieb ein zweiter, falscher Jahresring bildet, der, wenn derHerbstaustrieb frühzeitig erfolgt, schwach gegen das Frühlingsholz, wenn er spät erfolgt, scharf gegen diesesabgrenzt. Das Dickenwachstum der Bäume wird bei solchen proleptischen Austrieben nicht, wie in der Regel,im August abgeschlossen, sondern kann sich bis Anfang Oktober hinziehen. Die Zygomorphie der Blüteund die Bewegungen der Staubblätter und des Griffels (vgl. unter Aesculus Hippocastanum) werden nachGoebel, ähnlich wie bei Dictamnus, durch die Schwerkraft bedingt. Bei der gewöhnlichen Rosskastanielassen sich bisweilen 4« und 5»gtiederige, pelorische Gipfelblüten feststellen. Häufig ist auch die Krone sonst5=gliederiger Blüten nur 4«gliederig, indem das in der Symmetrie vordere Kronblatt nicht zur Ausbildung ge»langt. Bei Aesculus Pavia wurden Blüten nach der Formel KsQAsGs oder K b C s A s G b , sowie solche mit8 bis 9 Staubblättern und 4 Griffeln beobachtet. Die Blütenstände sind mitunter gegabelt oder durchwachsen,die Samen bisweilen verwachsen. E. Löwi (Oesterreichische Botanische Zeitschrift, 1913) hat die räumlichenVerhältnisse im Fruchtknoten und in der Frucht von Aesculus Hippocastanum einer mathematischenBehandlung unterzogen und festgestellt, dass das Ausreifen von nur 2 (3) Samen aus ursprünglich 6 Samen-anlagen (Fig. 1864 h, Fig. 1866 h), aus mechanischen Gründen erfolgen muss. Von diesen Anlagen befindensich je 2 in jedem Fach und zwar, je an einer Scheidewand entspringend, übereinander geordnet (Fig. 1866 f)und durch schräg verlaufende Nabelstränge mit ihren in allen Fächern gleich hochstehenden Plazenten vereinigt.Je nach dem in zwei Richtungen möglichen Verlauf der Nabelstränge ergeben sich zwei Haupttypen im Frucht-bau ! ein zyklisch geordneter und ein azyklischer, deren jeder wieder im Zeigersinne oder im Gegenzeiger-sinne verlaufen kann. Die Haupttypen stehen in einem mathematisch begründeten und durch die Wirklichkeitbestätigten Verhältnis 1:3. Aus dieser Uebereinstimmung im Verein mit der Tatsache, dass ein der einenFruchthälfte (apikal oder basal) angehöriger Samen zu einem anderen, der an der gleich bezeichneten (±)Fruchtblattseite entspringt, in Bezug auf die Mittelquerschnittsebene symmetrisch gebaut ist, folgert Löwi,dass die Anordnung der Teile der sich differenzierenden Samenanlage nicht aus inneren Gründen, sonderndurch gegenseitige, mechanische Verdrängung der ursprünglich in gleicher Höhe stehenden Anlagen durchWachstum im beschränkten Räume zustande kommt.

CCCCLXII. Aesculus 1 ) L. Rosskastanie. Franz.: Chätaignier de cheval,chätaignier de mer, marronier d'lnde; engl.: Horse-chestnut, conqueror-tree;ital.: Castagne di cavalle, castagna cavallina, castagno d'India, castagna amara.

Sommergrüne Bäume oder Sträudier mit gegenständigen, gefingerten, 5= bis 9=zähligenLaubblättern. Blüten in endständigen, grossen, rispigen Blütenständen, gross, zwitterig oder1 »geschlechtig, schräg zygomorph (Fig. 1867a bis d). Kelchblätter 5, zu einer Röhre oderGlocke verwachsen. Kronblätter 4 bis 5, mit verdicktem, rinnigem Nagel, ungleich. Staub*blätter 5 bis 8, frei, gerade oder aufwärtsgebogen. Fruchtblätter 3, verwachsen, mit je 2 Samen«anlagen. Griffel 1, verlängert; Narbe einfach. Diskus ringförmig oder einseitig, ausserhalb des

') Die Gattung wurde von Linn6 nach einer von römischen Schriftstellern als aesculus bezeich»neten Eichenart bezeichnet. Die Ableitung ist unsicher, wird aber häufig mit edere = essen zusammengebracht.