oder mit ihr übereinstimmende Formen), in Frankreich und Italien bewiesen haben. Auch aus dem Tertiärvon Japan und Nord-Amerika sind Reste bekannt geworden.
Anatomisch ist die Familie durch den Besitz eines gemischten Sklerendiymringes, durch einfache, rundebis eiförmige Gefässperforationen und lange, bis 1 mm messende Bastfasern ausgezeichnet. Die Markstrahlensind 1» bis 2-reihig. Nach Brandza weicht im einzelnen der Bau einiger Aesculus-Arten so stark von-einander ab, dass sich Bastarde dadurch erkennen lassen sollen. Eine grössere Anzahl von Arten besitzt, wie Waagfestgestellt hat, haubenlose Kurzwurzeln, die zur Speicherung von Wasser dienen. Nach Stahl sind die Wurzelnmit einer endotrophen Mykorrhiza ausgestattet. — Zwischen den eiförmigen, ungegliederten Knospenschuppenund den voll entwickelten, gefingerten Laubblättern lassen sich häufig bei A. parviflöra und (nach Ulbrich)auch bei A. rubicünda, weniger häufig bei A. Hippocastanum gleitende Uebergangsformen feststellen,auf die bereits Goebel (Beiträge zur Morphologie und Physiologie des Blattes, 1880) aufmerksam gemachthat. Er zeigte, dass die an den Blattknospen untersten Schuppen klein und vertrocknet sind und nur wenigeund schwache Leitbündel besitzen, während die oberen saftreich und sehr gross (etwa 4 cm lang und 2 cmbreit) und reichlich mit verzweigten Leitbündeln versehen sind, sodass sie im Aussehen länglich ovalen, un-gegliederten Laubblättern ähnlich sehen. Namentlich an der Innenseite tragen sie Spaltöffnungen, die den unterenSchuppen völlig fehlen. Ueber die Zottenschuppen vgl. Bd. I, pag. LXV und ebenda Fig. 79. Nach Penzigwerden bisweilen Uebergangsformen zu Laubblättern beobachtet, bei denen der Laubblattstiel am Grunde ein-oder beidseitig schmal gesäumt ist (Fig. 1864 g), wobei nach Sa vi der Stiel an der Spitze einige Spreiten tragenkann oder auch nach P1 u s c a 1 spreitenlos erscheint. Uebergänge zur Fiederung beschreiben K e i s s 1 e r ,Janchen, Masters u. a. Nach Losch finden sich solche stets an den innersten Knospenschuppen derEndknospen eines Zweiges. Bei all diesen Uebergängen lässt sich feststellen, dass die xerophile Struktur derSchuppe — als Schutzfunktion — durch einen mesohygrophileren Bau ersetzt wird, der berufen ist, Assimi-lation und Transpiration zu übernehmen. Zu diesem Zwecke bilden sich auch, namentlich an der Aussenseite,
— wie es ähnlich von Cucürbita P6po bekannt ist — papillenförmig erhöhte Spaltöffnungen, und zwarfinden sich im dünnwandigen Grundparenchym des scheidig verlängerten Blattgrundes grosse schizogeneSpalträume, die z. T. von Kalluswucherungen von fadenförmig;einreihiger oder verzweigt-mehrreihiger, amEnde oft blasig angeschwollener Gestalt erfüllt sind. Losch fasst dieses kallusartige Sdiwammparenchym alsein Transpirationsgewebe auf. — Neben Formen mit erblich tief geschlitzten Laubblättern (f. laciniäta) trifftman bisweilen diesen sehr ähnliche Formen, die aber infolge von Frühjahrsfrösten entstehen, indem namentlichdie Kanten der Gewebe an noch jugendlichen Laubblättern geschädigt werden, sodass sie bei der Weiter-entwicklung nicht mehr weiterwachsen und zu sich vergrössernden Fehlstellen, Löchern, tiefen Einschnitten usw.Veranlassung geben (vgl. z. B. Thomas, Fr. Die meteorologischen Ursachen der Schlitzblätterigkeit von Aes-culus Hippocastanum. Mitteilungen des Thüringischen Botanischen Vereins, 1901, ferner Laubert, R.Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 1921). Laubert macht, wie vor ihm bereits schonDaguillon, Cesati, Schlechten dal, Fournier, Fankhauser u. a., noch auf andere bemerkens-werte, mittelbar durch den Frost entstehende, mannigfach gefiederte oder längsgespaltene Spreitenformenaufmerksam, wie sie z. T. bei den naheverwandten Familien der Aceraceen und Sapindaceen Regelsind. Sie entstehen, wenn durch Kälterückschläge die Frühlingsblätter so stark geschädigt werden, dassdie Spitzen der Triebe nicht zur Anlage von Winterknospen gelangen, sondern — wenn auch nur kurzgestaucht
— weiterwachsen. Die seitlichen Vorwölbungen am Vegetationskegel, die eigentlich zu den braunen Knospen-schuppen der Winterknospen werden sollten, wachsen dann zu kleinen Laubblättern mit scheidenartig ge.flügelten Blattstielen aus und auch die nächstjüngsten Blattanlagen entwickeln sich vorzeitig. Hierbei tretenVerschiebungen in der Stellung und in der Ausbildung der in basipetaler Reihenfolge entstehenden Einzel-blättchen ein. Die zuletzt angelegten unteren Blättchen bleiben klein und gleiten etwas am Blattstiel herunter, sodass dadurch Uebergänge von der handförmigen zur fiederteiligen Blattform Zustandekommen. Solche Laubblättererinnern nach Laubert z. T. geradezu an Eschenblätter. Auch andere Blattanomalien : Verbänderungen, Längs.Verwachsungen, sodass dadurch bisweilen grosse, fast ungeteilte oder nur gelappte Spreiten entstehen) Grannen-bildung usw. können durch Frost hervorgerufen werden. Infolge von Ueberernährung rücken nach Loesenerdie in der Regel gegenständigen Laubblätter an der Primärachse sowohl wie an den seitlichen Achsen bis.-weilen zu 3-gliederigen Wirtein zusammen. Der herbstliche Laubfall wird nach Laubert stark vom Lichtebeeinflusst. Er beobachtete in Berlin.Dahlem, dass bei Strassenbäumen (A. rubicunda) derjenige Teil der Krone,der der Strassenlaterne am meisten genähert war, die Laubblätter 2 bis 3 Wochen später abwarf als der an derdem Lichte abgekehrten Seite und führt diese Erscheinung auf die allnächtlich mehrstündige Belichtung zurück, die dieAusbildung der Trennungsschicht am Blattgrund hintan halte. Graf Fr. von Schwerin beobachtete einenüber der Oeffnung eines niedrigen Treibhausschlotes hängenden Zweig einer Rosskastanie, der mitten imWinter stark austrieb, ziemlich grosse Laubblätter entwickelte und sogar zur Blüte gelangte, während der ganzeübrige Teil des Baumes, der dieser Wärmezufuhr nicht ausgesetzt war, in der Winterruhe verharrte. — Nach