Druckschrift 
5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
269
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

269

lingsraupen (so u. a. Eriocämpa äceris Kalt., Acronycta äceris Hb., Hibernia aceräria Hb., Penthina aceriänaDup.). Die auffällige Weisspunktkrankheit des Berg«Ahorns wird nadi Elisabelh v. Tubeuf (in Naturw. Zeit»schrift für Forst» und Landwirtschaft. Bd. XIV, 1916) durch Typhlöcyba» und Etipteryx« Arten und andereKleinzikaden hervorgerufen. Im Laub minieren die Larven von Blattwespen (Phyllötoma äceris Kalt.) undMotten (Lithocoll6tis acerifoliella und Nepticula äceris Frey und N. speciösa Frey [N. acerclla Gour. inFrüchten]). (Näheres über die Ahornmottenbei F. Fankhauser in Schweiz. Zeitschriftfür Forstwesen. Bd. LV, 1904, pag. 235/39).

Im Holz und Splint bohren verschiedeneBorkenkäfer, Bodekäfer und Schmetterlings»raupen (besonders Cössus ligniperda undZeuxera aesculi). Von sonstigen schädi«genden Einflüssen ist vor allem der Rinden«brand hervorzuheben, der durch plötzlicheErwärmung, z. B. bei Freistellung im Be»stand erwachsener Bäume von A. Pseudo«platanus und A. platanoides, verursacht wirdund im Ausdörren und Aufreissen derBorke besteht. Kaum schädlich sind da«gegen die ältere Stämme (Fig. 1849) oft dichtbekleidenden Moose (Leücodon sciuroides,

Steröodon cupressiförmis, Zygodon viridis«simus, Rädula complanäta, Madothdcaplatyphyllos usw.) und Flechten (besondersParmdlia« und Leptögium»Arten, Lobäriapulmondria).

Viele Ahorn»Arten, von den un«serigen besonders A. Pseudoplatanus undA. platanoides, liefern durch ihre Härte,

Elastizität, Feinheit und gute Polierbarkeitrecht wertvolle, gegen Feuchtigkeit jedochwenig widerstandsfähige Nutzhölzer. Besonders zu Tischplatten, Werkzeugstielen, Küchengeräten, Musikinstrumenten,Drechsler» und Wagnerarbeiten wird Ahornholz gebraucht. Geräte aus solchen (besonders von A. Pseudoplatanus,doch auch von A. platanoides und A. campestre) sind in grösserer Zahl aus neolithischen, bronze» und eisenzeitlichenPfahlbauten und römischen Niederlassungen in der Schweiz bekannt. Zu Mehl gemahlen kann das Holz infolgeseines Stärkegehaltes es empfiehlt sich die Bäume im Spätherbst oder im Winter zu fällen auch alsViehfutter verwendet werden, lieber die chemische Zusammensetzung vgl. E. Beckmann (Sitzungsberichteder Akademie der Wissenschaften. Berlin, 1915). Der ziemlich viel Saccharose enthaltende Blutungssaft mehrererArten kann zur Zuckergewinnung dienen. Von unseren Arten sind hiezu A. platanoides und A. Pseudo»plantanus früher mehrfach verwandt worden, haben aber keine befriedigende Ausbeute gegeben. Neuer»dings sind besonders in Sachsen wieder Versuche damit auf Anregung von F. W. Neger (Die DeutscheZuckerindustrie. Bd. XLII, 1917; Land« und Forstwirtsch. Zeitschr. Bd. LXX, 1917; Mitt. Deutsch, landwirtsch.Gesellsch. Bd. XXXII, 1917; Naturw. Zeitschr. für Forst« und Landwirtsch. Bd. XV, 1917) und A. Herzfeldunternommen worden. An der Sonnenseite von nicht unter 30 Jahre alten Bäumen werden kleine Löcherbis in den Splint getrieben und der Saft durch ausgehöhlte Stücke von Holunderzweigen abgelassen. DasAnzapfen hat im Spätwinter beim Einsetzen der ersten warmen Tage zu erfolgen, und der Saft muss jedenAbend abgeholt und sofort sterilisiert werden. Ein vorsichtiges Anzapfen schadet den Bäumen nicht und kannbeliebig lang wiederholt werden. Da der sehr schwankende Ertrag stets gering bleibt und das Eindampfenzu Sirup oder auskristallisiertem Zucker viel Brennmaterial kostet, lohnt sich der Betrieb höchstens im kleinenund nur an Orten, wo zahlreiche Bäume an feuchten Standorten zur Verfügung stehen. Anders verhältes sich mit den amerikanischen (und einigen japanischen) Arten, von denen besonders A. saccharum, wenigerauch A. saccharinum und A. Negundo seit etwa 1850 zur Zuckergewinnung kultiviert werden (früher wurdensie schon lange von den Indianern benützt). Besonders ausgedehnt ist die Zuckergewinnung in Kanada, woschon 1893 in Delaware und Otsego Zuckergärten mit 2000 bis 5000 Bäumen bestanden, aus denen ingünstigen Jahren 25 bis 60 Doppelzentner Zucker gewonnen wurden (eine ausführliche Darstellung der Ge-winnung wurde von T.B. Spenner [Die Ahornzucker »Industrie in Kanada, Mitteilungen der DeutschenDendrologischen Gesellschaft, 1914] gegeben), ähnlich auch 'n den Nordstaaten der Union, die 1900 überHegi, Flora. V.l. 220

Fig. 1844. Acer rubrum L. a Zweig in Winterruhe, b Zweig im Herbst-aspekt. c Laubknospe, d Knospe mit männlichen Blüten, e und / Desgl.geöfinet.