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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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263
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Nasäspiegel (St. Gallen), Engelsköpf (Niederösterreich), Schmetterling (Riesengebirge), Schärä[Schere], Schlösseli (Toggenburg), Spiegel, Hackmesser (Sargans). Dementsprechend heisst der Ahornselbst auch Nasen», Brillenbaum, Näsekniperböm (Nordostdeutsdiland).

Bäume oder Sträudier. Laubblätter kreuzweise gegenständig (dekussiert), lang gestielt,meist handförmig gelappt, seltener ungeteilt, gefingert oder (Negundo, Trifoliata) gefiedert,meist sommergrün (immergrün bei der asiatischen Sektion Integrifolia Pax). Nebenblätter fastausnahmslos (vgl. pag. 262 Anm, 1) fehlend. Blütenstände meist an beblätterten Kurztrieben,cymös, ebensträussig bis trauben» oder doldenförmig, einhäusig, polygam (besonders andro=monözisch oder androdiözisch), selten (A. Ne=gundo) rein diözisch. Blüten strahlig, meist 4= oder5=zählig. Blütenhülle in freie (selten verwachsene)

Kelch = und Kronblätter gegliedert (seltener die Kronefehlend), meist gelbgrün. Staubblätter meist 8 (seltennur 4 oder 10), in 2 Kreisen, auf, innerhalb (sobei den meisten unserer Arten) oder ausserhalb desringförmigen (selten fehlenden) Diskus eingefügt.

Fruchtknoten 2=fächerig, seitlich abgeflacht, meist ±behaart, in jedem Fach mit 2 Samenanlagen. Griffeltief, oft bis zum Grund, in 2 lange Narbenäste ge=spalten. Frucht in 2 (ausnahmsweise 3 oder mehr)

Teilfrüchte mit je einem einseitigen, ± langen, häu=tigen, stark netznervigen Flügel zerfallend. Keim=blätter meist ziemlich dünn, gefaltet.

Aus der Gattung Acer sind mindestens 200 Artenbeschrieben worden, die sich jedoch bei Ausscheidung derUnterarten, Abarten und Bastarde auf höchstens 100 reduzieren.

Dazu kommen fast ebenso viele aus tertiären Ablagerungen,die an den charakteristisch geformten und oft gut erhaltenenLaubblättern und Früchten meist gut zu erkennen sind. Nähereshierüber in der Monographie von Pax (Englers Botan. Jahrb.

Bd. VI, VII, XI, XII, XVI, 1885 bis 1892). Sowohl die Ver.breitung der lebenden wie der ausgestorbenen Formen sprichtfür einen arktotertiären Ursprung. Die ältesten sicheren Acer»

Reste sind aus alttertiären Ablagerungen (zweifelhafte schon aus cretacischen) von Grönland, Island, Spitzbergen undWesteuropa bekannt und scheinen den im Mitteltertiär über die ganze Nordhemisphäre verbreiteten SektionenSpicäta Pax, die heute etwa */« aller Arten (darunter A. Tataricum und A. Pseudoplatanus) umfasst, Camp£Stria Pax und Rubra Pax nahegestanden zu haben. Aus der heute auf Nordamerika beschränktenSektion Rubra (z. B. A. rubrum und A. saccharum) war A. trilobätum (Sternb.) A. Br. (Fig. 1839) vom Oligozänbis ins Pliozän anscheinend über die meisten Länder Europas und Nordamerikas verbreitet. Seine Reste sindz. B. in der nordalpinen Molasse stellenweise häufig. In Süd» und Mitteleuropa waren im Miozän auch dieSektionen Saccharina Pax (jetzt nur in Nordamerika, z. B. A. saccharinum) und Palmäta Pax (jetzt nur inOstasien, z. B. A. palmatum, fossil auch im pazifischen Nordamerika) vertreten. Die heute neben den Spicata inEuropa allein vertretenen Sektionen Platanoidea Pax (A. platanoides) und Camp6stria Pax (A. cam»pestre, A. Monspessulanum, A. Opalus) scheinen schon im Tertiär wie heute auf Eurasien beschränkt gewesen zusein. Von dem im Eozän Südfrankreichs gefundenen A. crassin6rvium Ettingsh. scheinen sowohl A. Opaluswie A. Monspessulanum abzustammen. Von den übrigen Sektionen sind die Macrdntha in Ostasien undNordamerika (daselbst nur das auch im Gebiet kultivierte A. Pennsylvanicum), dielndivisa, Argüta, Inte»grifoliäta, Lithocdrpa und Trifoliäta nur in Asien, die Gläbra und Negundo nur in Nordamerikavertreten. Die meisten Arten besitzen die Gebirge vom Osthimalaya bis China (einzelne bis 3300 m steigend),etwas weniger die Gebirge um das östliche Mittelmeer und Schwarze Meer, Japan und Nordamerika (vonMexiko und Guatemala bis Oregon und Südkanada, in den Vereinigten Staaten 9 Arten). Ausser den 5 auchnördlich der Alpen vertretenen Arten (mit einigen ihrer oft als Arten bewerteten Unterarten) kommen nurnoch 3 in Europa vors A. Tataricum (bis Krain und Ungarn), A. Heldreichii Orph. und A. Orientä 1 e

Fig. 1839. Acer trilobätum (Sternb.) A. Br. aus deroberen Süsswassermolasse von Öhningen. a Laubblatt.b Zweig mit Knospen, c Männlicher Blütenstand, d Weib-licher Blutenstand, e Frucht (nach O.Heer).