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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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strohgedeckten Hütten und gibt sich in einer unbeschreiblichen Atmosphäre von Hitze, Schweiss und Gestankdem Genüsse der Wasserpfeifen und dem Kauen der Katblätter hin. Der durch das Gift des Katstraucheserzeugte Erregungszustand hält nidit lange an; um so länger aber scheucht das koffeinähnliche Alkaloid denSchlal. Die erste Hälfte der Nacht hindurch wälzt sich der Araber daher schlaflos auf seinem Lager; spät undunlustig erwacht er dann aus schwerem Morgenschlaf und zur Arbeit findet er sich erst bereit, wenn die Sonneschon hoch am Himmel steht und der Sand glüht. Nach Wehm er enthalten die Laubblätter das AlkaloidKathin, Celastrin (?), Gerbstoff, ätherisches Oel, Mannit, Kautschuk, aber kein Koffein. In Usambara wird derStrauch noch in 1600 m Höhe gebaut, wobei man ihn als Steckling zusammen mit dem Kaffee pflanzt. Alsvollgültigen Ersatz für echten Tee kommt er aber nach H. Winkler nicht in Betracht. Celästrus obscürusRieh., in Abyssinien heimisch, liefert das in seiner Heimat vielverwandte HeilmittelAdd.Add". C. pani,culdtus Willd. aus Indien enthalt in seinen Früchten das Celasteröl. Lophop6talum töxicum Loher.der Insel Lucon eigentümlich, enthält in seiner Rinde ein Pfeilgift, dessen wirksamer Stoff das Lophopetalin ist. Cassine.Arten, kenntlich durch gegen« oder wechselständige, lederige, ganzrandige oder gekerbte odergesägte Laubblätter, aufrechte Samenanlagen in den Fächern des 2= bis 5=fächerigen Fruchtknotens und einetrockene, ^ fleischige Steinfrucht, werden bisweilen in botanischen Gärten irrtümlich als Ilex Paraguari£nsis(pag. 235) gezogen. Die Laubblätter der tropisch.asiatischen C. glatica (Pers.) O. Kuntze dienen gegen Kopf»schmerzen und als Räuchermittel bei Ohnmacht, die Rinde als Heilmittel von Geschwüren. C. cröcea (Thunbg.)O. Kuntze liefert das südafrikanische Saffranhout oder Gelbholz, ein Färbeholz, das aber kaum noch im Ge»brauch ist. Die in Britisch-Guayana wachsende Göupia tomentösa Aubl. dient mit ihrem Kabucalli»Holzzum Schiffsbau. In Gärten finden sich ausser den unten behandelten Evonymus=Arten bisweilen einigeArten der Gattung Celästrus L. (Baumwürger) angepflanzt, sommergrüne, dickstämmige Schlinggehölze miteinfachen Laubblättern, unscheinbaren, 1.geschlechtigen, meist 2.häusigen Blüten, unbehaartem, in der Regel3«fächerigem Fruchtknoten und buntfarbigen Früchten. Sie gedeihen in jedem Boden und in jeder Sonnenlageund eignen sich als Bedeckung von Mauern, Drähten, Spalieren, Bäumen, Zäunen, Lauben usw. Manche werdendurch Wurzelaustriebe lästig; auch schwächeren Bäumen können sie bisweilen durch ihre würgende Tätigkeitgefährlich werden, während sie von starkwüchsigen Bäumen mit hartem Holz zerrissen werden. Die ange.pflanzten Arten lassen sich nach C.K.Schneider, sowie A. Purpus (Die holzigen Lianen . . ., Mitteilungender Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 1922) folgendermassen unterscheiden:

1. Blütenstände blattachselständig, meist nur 3» bis l.blütig. Laubblätter klein bis mässig gross . . 2.

1°. Blütenstände endständig, meist in vieMuber 15»)blütigen Rispentrauben. Laubblätter im Durch»

schnitt länger 3.

2. Dünnstämmiger, verzweigter Schlinger mit hakig.bedornten (aus Nebenblättern hervorgehenden),wurzelnden, rundlichen, im ersten Jahre rotbraunen Zweigen. Laubblätter rundlich.spitzeiförmig, sehr feinund grannig gezähnt, kahl oder unterseits auf den Nerven leicht rauh behaart, beiderseits ± hellgrün. Samenganz vom Arillus umschlossen. C. flagell&ris Rupr. (= C. ciliidens Miq.). In Nord.China, der Mandschurei,Korea und Japan einheimisch. Im Gebiet winterhart, aber noch wenig bekannt. 1906 eingeführt.

2*. Sehr üppiger, dickstämmiger, hochwindender Schlinger mit mässig auffallenden Lenticellen undabfallenden Nebenblättern. Laubblätter meist über 6 cm lang und 4 cm breit, rundoval, ± drüsig.gekerbt,auf den Nerven ganz leicht behaart. Frucht gelb; Arillus scharlachrot. C. orbiculäta Thunbg. (== C. arti»culäta DC.). Heimat: China, Sachalin, Japan. Die Pflanze ist ein gefährlicher Schlinger, aber zu Zaunbeklei»düngen, zumal sie völlig winterhart ist, gut geeignet. Die Schösslingsbildung ist ausserordentlich reichlich.Fruchtende Zweigstücke können vorteilhaft zu Herbststräussen verwendet werden. Wahrscheinlich nur eineForm dieser Art stellt die japanisch-koreanische C. punetäta Thunbg. dar, die in allen Teilen zierlicher ist.Laubblätter kaum 6 cm lang. Zweige meist deutlicher durch helle Lenticellen punktiert.

3. Laubblätter sehr gross, 11 bis 15 cm lang und 7 bis 12,5 cm breit, in eine lange Spitze auslaufend.Kleiner Strauch oder Schlinger (?) mit kahlen, im ersten Jahre purpurbraunen, ± kantigen Zweigen. Laubblätterderb, auf den Nerven der helleren Unterseite i leicht kurzhaarig, sonst kahl. Blüten fast sitzend, in 10 bis20cm langen Blütenständen. Frucht wahrscheinlich gelbrot. Samenmantel orange. C. ariguläta Maxim. InChina heimisch. Die Art wurde erst in neuester Zeit eingeführt, ist sehr schön, aber empfindlich.

3*. Laubblätter kaum über 10 bis 11 cm lang und 5 bis 7 cm breit. Blütenstiele deutlich. Fruchtstielemeist über 5 mm lang . . 4.

4. Blütenstand 10 bis 20 cm lang, in deutlich hängender, rispiger Traube. Einjährige Zweige mit sehrvielen feinen, hellen Lenticellen, kahl, braun, rundlich. Laubblätter dünn, gelblichgrün. Kronblätter nuretwa doppelt so lang wie der Kelch. C. paniculdta Willd. (= C. dep6ndens Wall.) Heimat: Himalaya.Wahrscheinlich in Kultur. In Herbarien und in den Gärten werden unter den Namen C. paniculata undC. dependens sehr mannigfache Formen verstanden. Bisweilen verbändern die Zweige dieser Art.