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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
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244
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Nebenblättern. Blüten in cymösen oder racemösen, rispigen, einzeln oder zu mehrerenachsel», seltener endständigen, durch fadenförmige oder schwielige Hochblätter gestützten Blüten»ständen, seltener einzeln, meist klein, grünlich oder weisslidi, bisweilen audi rötlich, strahlig(Fig. 1834d), zwitterig oder durch Verkümmerung 1 »geschlechtig, 1 »häusig, seltener 2=häusig.Kelchblätter 4 oder 5, frei oder verwachsen, meist bleibend, mit in der Regel dachziegeliger Drehungoder offen. Kronblätter 4 oder 5, frei, selten fehlend, in der Knospenlage meist dachig,seltener gedreht oder klappig, unterhalb des meist vorhandenen flachen, polster», ring» oderbecherförmigen, ganzrandigen oder ± gelappten Diskus eingefügt. Staubblätter 4 oder 5,mit den Kronblättern abwechselnd, auf oder unter dem Diskus oder am Rande desselbeneingefügt (Fig. 1834b). Fruchtknoten oberständig, dem Diskus aufsitzend oder in diesen einge»senkt, aus 2 bis 5 Fruchtblättern zusammengesetzt, mit gleich viel Fächern; Griffel 1, kurz;Samenanlagen in jedem Fruchtknotenfach meist 2, seltener nur 1 oder mehrere, meist ausdem Innenwinkel aufrecht, seltener hängend, bisweilen 2=reihig. Frucht eine fachspaltige Kapsel oderBeere, seltener eine nicht»aufspringende Schliessfrucht, Flügelfrucht oder Steinfrucht. Samenmeist von einem saftigen, lebhaft gefärbten Samenmantel (Arillus) ganz oder teilweise um»geben (Fig. 1830); Keimling gerade; Nährgewebe vorhanden.

Die Familie umfasst etwa 40 Gattungen mit annähernd 480 Arten, die mit Ausnahme der kaltenZonen in allen Teilen der Erde auftreten. Besonders reich an Arten sind Südafrika und Südasien. Die Gattungensind teils sehr weit verbreitet, wie z. B. Evönymus L. in Asien, Australien, Amerika und Europa undCelästrusL. in Süd. und Ostasien, Australien, Melanesien und Nordamerika, teils auch sehr beschränktund in kleinen Gebieten, oft auf alt.abgeschiedenen Inseln, endemisch, so z. B. Polycärdia Juss. und Pte.1 i d iu m Thouars auf Madagaskar. Auch Australien, Neuguinea, die Norfolkinseln, Neukaledonien, die Fitschi«Inseln besitzen einige eigene Gattungen oder doch Arten. Als zu den Celastraceen gehörig sind Fossilien bereitsaus der Kreide und aus dem Tertiär von Nordamerika, den Polarländern, Europa, Java und Australienwiederholt beschrieben worden. Wenn auch der namentlich auf Laubblattresten gegründete Teil dieser Zu.Weisungen höchst unsicher ist, so bieten doch Fruchtfunde etwas grössere Sicherheit, sodass also eine früheAnwesenheit der Familie in Europa und Nordamerika sicher steht. Auch die oben bereits angedeutete, gegen,wärtige Verbreitung vieler Arten auf altisolierten Landstücken spricht für das hohe Alter der Familie. Dienächste Verwandtschaft weist einerseits auf die Hippocrateaceen, die Baillon sogar als Unterfamilie auffasst,andererseits auf die Staphyleaceen, zu denen gewisse Gattungen hinneigen. Andere verwandtschaftliche Be-ziehungen bestehen zu den Icacinaceae und den in der Tracht oft ähnlichen Rhamnaceen. Letztere unter»scheiden sich aber durch die epipetalen Staubblätter und durch die epitropen Samen. L. Radlkofer machtauch auf Aehnlichkeiten mit den Euphorbiaceen aufmerksam. Durch den Bau der Spaltöffnungen werdenBeziehungen zu den Buxaceen und Aquifoliaceen angedeutet. Nach der sero.diagnostischen Eiweiss.Untersuchung derKönigsberger Schule" dürften die Celastraceen an den vom Columniferen.-Ast ab.gezweigten Hauptast'einzufügen sein, der mit den,Vitaceen in gerader Linie endigt, während als ein Seiten,zweig von der Familie die Bicornes! ausstrahlen (Bd. IV/3, Fig. 1608). Für den Menschen haben nur wenigeArten der Familie einen Nutzwert; allerdings sind die meisten chemisch noch nicht untersucht. Einige Arten ent.halten wenig bekannte Alkaloide, organische Säuren, Glykoside, fette Oele, Gerbstoffe, Farbstoffe und Kaut'schuk. Ueber die Kautschukschläuche der Familie hat Radlkofer, sowie Metz (Beihefte zum BotanischenZentralblatt, 1903) berichtet. Von Nutzpflanzen seien genannt: Cätha edülis Forsk., ein Strauch oderBäumchen mit bis 5 cm langen, breit-eilanzettlichen, lederigen, gekerbten und am Rande und auf denNerven rot gefärbten Laubblättern, weisslichen, in kurzen cymösen Blütenständen vereinigten, kleinen,5.zähligen Blüten und 3. bis 4«spaltig aufspringenden, bis 1 cm langen Kapseln, der von Südarabien undAbessinien bis zum Kap verbreitet ist [und von den Arabern als anregendes und schlafvertreibendes Mittelbenutzt wird. In Arabien werden die Laubblätter (gern frisch) gekaut, in Abessinien z. T. ebenso verwendet,z. T. auch wie Tee (Kat.Tee") aufgegossen und zuweilen mit Honig vermengt. Der Geschmack junger Laub,blätter ist angenehm süss-aromatisch, derjenigen der älteren hingegen unangenehm lederig, die Wirkungim letzteren Falle stark berauschend. Der Genuss macht zu ausserordentlichen körperlichen Leistungen fähig.Die Pflanze spielt auch im religiösen und bürgerlichen Leben der Galla und Araber eine grosse Rolle undbegleitet sie von der Wiege bis zum Grabe. Die halb arabisierte Engländerin Rosita Forbes, die Jemenkürzlich besuchte, war überrascht, in welchem Masse der Genuss der Katblätter dem ganzen Leben derKüstenaraber von Jemen seinen Stempel aufdrückt. In den glühheissen Mittagsstunden versammelt sich diegesamte männliche Bewohnerschaft der Küstenstädtchen in besonders für diesen Zweck errichteten primitiven,