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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Laubblätter nicht nur am Rande, sondern audi auf der Fläche mit Stacheln besetzt. f. calamisträtaGoepp- Laubblätter stark gebuchtet, ± zusammengerollt. Zur f. c i 1 i d t a Loud. mit ebenen, nicht gewelltenBlattflächen und langen (bisweilen fast wimperförmigen) Stacheln gehört die häufig gezogene subf. serrdta(Desf.) Loes. (in gärtnerischen Verzeichnissen : I. Aquifolium serrdta arg^ntea, serratifölia aürea usw.) mit schmal«lanzettlichen, diditstacheligen, fast gesägten Laubblättern; diese oft ± gelb panaschiert. f. laurifölia(Kern.) Loud. (? = var. sen^scens Gaud.). Laubblätter ganzrandig, eben, lanzettlich oder länglich-lanzettlich,auch panaschiert. f. integrifölia Nolte. Laubblätter ganzrandig, dicker als bei der eben genannten Form.

Was die Verbreitung der Stechpalme in Deutschland betrifft, so zeigt hier der Verlauf der Ilex.Grenzeeinige Aehnlichkeit mit der Januarisotherme von 0°. Daraus geht schon hervor, dass die Stechpalmezeitweise auch tiefere Temperaturen aushalten kann. In Westdeutschland bewegt sich die Ostgrenze der Stech,palme etwa auf dem Januarminimum von4° bis5° C, in der norddeutschen Tiefebene (nach Graebner)etwa auf dem von 12° C. Aus fossilen Funden (interglaziales Torflager von Clinge bei Cottbus, inter»glaziale Kalktuffe bei Weimar), die dem Diluvium angehören, geht hervor, dass die Stechpalme früher weiternach Osten verbreitet war. In Skandinavien hatte die Stechpalme noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts (nachH o 1 m b o e) einen weit nach Osten vorgeschobenen Standort (Südwestschweden an der Küste der LandschaftBohuslän). Demnach ist der Strauch im Rüdegang begriffen. Bemerkenswert ist, dass sich Ilex.Reste häufigin einer glazialen Ablagerung bei Kaltbrunn (am oberen Ende des Zürcher Sees) finden. Der älteste bekanntefossile Fundort der Stechpalme (oder einer verwandten Art bezw. Stammform) soll aus dem Pliozän Südfrank,reichs stammen. Engler rechnet Ilex Aquifolium zu den Pflanzen, die von Südeuropa kommend sich nachder Glazialzeit wieder Terrain in Westeuropa eroberten, dessen Klima durch den Einfluss des Golfstromesfür sie günstig geworden war. Trotzdem die Stechpalme nach ihrer heutigen Verbreitung als typisch atlantischePflanze erscheint, so nimmt doch Loesener aus phylogenetischen Gründen und nach der Verbreitung ihrernächsten Verwandten an, dass sie zentralasiatischen Ursprungs ist. Nach ihm dürfte sie von den RandgebirgenInner.Asiens aus westwärts wandernd bis in ihr Jetziges Verbreitungsgebiet vorgedrungen sein. Dazu würdeein fossiler (diluvialer) Fund im insubrischen Seengebiet stimmen, in dem Ilex Aquifolium zusammen mit dort aus.gestorbenen Vertretern (z. B. Rhododendron Ponticum) der kaukasischen und himalayischen Flora vertreten ist.

Die Stechpalme kann im grossen und ganzen als Buchenbegleiterin angesprochen werden. Höckrechnet sie zu den Buchenbegleitern, die nicht zur Buchengemeinschalt selbst gehören, aber doch noch deutlicheBeziehungen zur Buche aufweisen. E. H. L. Krause bezeichnet die Stechpalme ebenso wie die Buche undPrimula acaulis alsmontan.boreal". In Deutschland, Tirol und in der Schweiz ist die Stechpalme allerdingsvorzugsweise in Buchenwäldern anzutreffen, seltener in Mischwäldern. Im Tessin findet sie sich auch im lichtenKastanienwald; in den thessalischen Gebirgen, wo sie in Höhenlagen von 1150m bis 1600 m vorkommt, fehltsie der Buchenregion. Uebrigens gedeiht auch im Gebiet die Stechpalme im lichten Eichenwalde besserals im Buchenwalde, da sie sich dort mehr ausbreiten kann. Wenn dagegen im südwestlichen Teile Westfalensund in der Rheinprovinz Ilex Aquifolium in Fichtenbeständen wächst, so mag dies daher rühren, dass es sichda in den meisten Fällen um ehemalige Buchenwaldkahlschläge mit Fichtenaufforstung handelt (Foerster). InSchleswig.Holstein ist die Stechpalme im Verbreitungsgebiet der Buche meist in Jedem Laubwald reichlich, imGürtel der Eiche jedoch sehr spärlich oder ganz fehlend; in denKnicks" kommt sie zerstreut vor. Reine Be.stände bildet sie dort nur selten; ein solcher ist z. B. derIlexhain" bei Lägerdorf, der dadurch entstandenist, dass der Eichenhochwald 1875 abgeschlagen worden ist. In manchen Buchenwäldern ist die Stechpalmedort so häufig, dass sie (z. B. Immenstedter Holz), um die Verjüngung der Buche zu ermöglichen, gerodetwerden muss (Briefl. Mitteilung von Willy Christiansen). Als das eigentlicheHülsenland" darf in erster LinieNordwestdeutschland und zwar besonders die nähere und weitere Umgebung von Osnabrück angesprochen werden.

Biologisch bietet die Stechpalme viel Bemerkenswertes. In der ersten Zeit (nach Foerster etwabis zum 40. oder 50. Lebensjahre) wächst sie verhältnismässig schnell, wobei allerdings die Verhältnisse desStandorts eine grosse Rolle spielen. Später jedoch wird sowohl das Dicken, wie das Höhenwachstum einäusserst geringes. Es ist wahrscheinlich, dass es Ilex.Bäume im Alter von 200 bis 300 Jahren gibt. Die Blätterder Stechpalme sind gegen zu starke Wasserabgabe durch eine lederartige Epidermis mit stark entwickelterCuticula (Fig. 1827) geschützt. Nach den neuesten Untersuchungen von Robert Bloch (Berichte derDeutschen Botan. Gesellschaft. Bd. XLII, 1924, pag. 255) dürfte das bereits von A. Meyer festgestellte, imMesophyll als ölartige Tropfen vorkommendeMesekret" am Aufbau der Cuticula beteiligt sein. Auch diestark glänzende, das Licht zurückwerfende Blattoberflädie verhindert eine allzu grosse Erwärmung. NachO. Stocker transpiriert Ilex Aquifolium etwa so stark wie Sedum album und S. purpureum. Die Spalt.Öffnungseinrichtungen (Fig. 1824c) weisen dagegen keinen besonderen Schutz gegen zu starke Transpiration auf;hierin stimmt die Stechpalme mit vielenBuchenwaldpflanzen" überein. Das einzelne Blatt dauert 1 bis 5 Jahre (nachHoffmann meist 25 Monate) aus. Ueber die biologische Bedeutung der Blattstacheln und der Wellung des Blattrandeshat Loesener eingehende Studien angestellt. Die Tatsache, dass an älteren höheren Exemplaren von Ilex Aqui.