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anlage (letztere nur von einem Integument umhüllt); sehr selten (nur bei Ilex teratöpis Loes.bisher beobachtet) in jedem Fruchtknotenfache 2 Samenanlagen. Frucht eine kugel» oder ei=förmige (beerenartige) Steinfrucht, mit meist 4 bis 6 Steinkernen. Samen mit hartem, fett»haltigem Endosperm. Keimling am obersten Ende des Samens etwa herzförmig; Würzelchennach oben gerichtet.
Die Familie der Aquifoliaceen ist von Th. Loesener 1 ) vorbildlich ;bearbeitet worden. — Die Stellungder Aquifoliaceen im natürlichen Pflanzensystem ist vielfach umstritten. Van Tieghem stellt sie (1898) instrenger Durchführung seines hauptsächlich auf den Bau der Samenanlagen gegründeten Systems in die Näheder Solanaceen, was jedoch mit Rücksicht auf zahlreiche andere morphologische Verschiedenheiten zwischenden genannten und den Aquifoliaceen kaum zu billigen ist. Warnung (1913) ist offenbar der Ansicht, dassdie Aquifoliaceen mit den Cornales und mit Viburnum näher verwandt sind als mit den Celastraceen undsucht dies mit der Sympetalie und dem Aufbau der Samenanlagen zu begründen. Eine ähnliche Ansicht hattebereits früher (1903) H. Hallier geäussert, ist aber von ihr später (1912) wieder abgekommen, indem erjetzt unsere Familie wiederum in die Nachbarschaft der Celastraceen bringt. Die meisten Forscher, so ßenthamund Hooker, Eichler, Engler, Radlkofer und Loesener, halten die Aquifoliaceen für nah verwandtmit den Celastraceen. Jedenfalls bestehen sehr nahe Beziehungen zu den Cassinoideen, einer Unterfamilieder Celastraceen. Mit diesen stellt sie das Engler«Prantlsche System in die Reihe der Sapindales (Celastrales).Von den Aquifoliaceen unterscheiden sich die Celastraceen hauptsächlich durch das Vorhandensein einesBlütendiskus und eines zweiten Integuments der Samenanlage sowie durch einen viel grösseren Keimling.Von der Familie der Aquifoliaceen sind bis jetzt etwa 300 Arten beschrieben, die weitaus zum grössten Teilauf die Gattung Ilex fallen. Ihre Hauptverbreitung hat die Familie in den Tropen und Subtropen beiderErdhälften. Mehrere Arten finden sich auch in der nördlichen und südlichen gemässigten Zone. Nach Loesenergliedert sich die Familie in folgende drei Gattungen!
Tribus 1 Iliceae Dumort. Kronblätter abgerundet, in der Knospenlage sich dachig deckend, ohnenach innen gebogenes Anhängsel, selten verkümmert und dann lanzettlich bis lineal und sich in der Knospenlagenicht (oder kaum noch) deckend.
1. Kelch deutlich. Blumenkrone meist ± radförmig mit abgerundeten, sich in der Knospenlage deutlichdachig deckenden Kronblättern Ilex L.
2. Blumenkrone und besonders Kelch stark rückgebildet (dieser bisweilen fast fehlend). Kronblätterfrei, lanzettlich oder lineal, nicht oder nur undeutlich sich deckend Nemopänthes Raf.
Tribus II Phellineae Loes. Kronblätter frei, nach der Spitze zu in ein nach innen gebogenesZipfelchen verschmälert, in der Knospenlage klappig Phelline Labill.
Die Gattung Nemopanthus ist eine „monotype" (nur in einer einzigen Art bekannt): N. miicro»nätus (L.) Trel. ist ein kleiner, nordamerikanischer Strauch, der bei uns vollkommen winterhart ist undmanchmal als „nordamerikanischer Berghülsen" angepflanzt wird. Die Gattung Phelline (10 Arten) kommteinzig in Neu«Kaledonien vor und hat nur botanisches Interesse.
CCCCLVIII. Hex 2 ) L. Stechpalme.
Die Gattung Ilex (allgemeine Gattungsmerkmale vgl. pag. 233 f.), von der bis jetzt fast 300 Arten be«schrieben sind, ist weitaus die umfangreichste unter den Aquifoliaceen. Ihre Hauptverbreitung hat sie in dentropischen und subtropischen Zonen beider Erdhälften. Eine Reihe von Arten kommt aber auch in der nörd.lieh gemässigten Zone vor, so z. B. I. Aquifolium L. in Mitteleuropa und im Mediterrangebiet. Das Gebietdes atlantischen Nordamerika zählt etwa ein Dutzend Arten z. B. I. gl&bra (L.) Gray, I. Cassine L., I.verticilläta (L.) Gray, J. decidua Walt. In Zentralasien kommen u. a. I. rottin da Thunbg., I. triflöraBl., I. d i p y r e n a Wall. vor. Etwa 20 Arten wachsen im mandschurisch-japanischen Gebiete. Nur wenige Artenweist dagegen die südliche gemässigte Zone auf.
*) Vorstudien zu einer Monographie der Aquifoliaceen. Dissertation, Berlin 1890, 44 S. ; MonographiaAquifoliacearum Pars I in Nova Acta, Abhandl. der Kais. Leopold. Carol. Deutschen Akademie der Natur«forscher. Halle, Bd. 78 [1901], Pars II ebenda, Bd. 89 [1908], S. 1 bis 314; lieber die Aquifoliaceen, besondersüber Ilex in den Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, nr. 28 [1919], S. 1 bis 66], Loesener'sDarstellung ist auch der vorliegenden Bearbeitung zugrunde gelegt.
*) Darunter verstanden die Römer die Stein« Eiche (Quercus Ilex) vgl. Bd. III, pag. 116; die Lieber»tragung des Namens auf die Stechpalme erfolgte der ähnlichen Blätter wegen.
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