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Karstwalde an. In Südtirol besiedelt die allerdings nur strauchartig auftretende Art nur die heissesten und sonnigstenHänge gemeinschaftlich mit vereinzelten anderen Ausläufern der Mittelmeerflora, wie Phillyrea und Cotinus. Dasfeste, dichte, politurfähige Holz, das im holzarmen Mittelmeergebiete meist als Brennholz dient, wird bisweilen zuDrechslerwaren verarbeitet und besitzt lufttrocken ein spezifisches Gewicht von 0,9 bis 1,1. Durch Einschnitte in denStamm gewinnt man das grünliche, durchsichtige, wohlriechende Chios«Terpentin, das bis 14°/o ätherisches Oel (Chios»Terpentin=Oel, grösstenteils aus Pinen bestehend), 83 bis 89°/o Harze und Spuren von Benzoesäure enthält undvielleicht schon von den Aegyptern zum Lackieren der Mumiensärge benutzt wurde. Die Alten bezeichnetennur das von Pistacia Terebinthus stammende Erzeugnis als Terpentin, während man gegenwärtig meist dieBalsamharze von Nadelbäumen darunter versteht. Die Rinde enthält 25°/o Gerbstoff. Die durch P e m p h i g uscorniculätus Pass. erzeugten, grossen, horn» oder schotenartigen, oft schraubig gedrehten und in der Mitteaufgeblasenen Blattgallen werden als Pistacien« oder Terpentingallen, Carobbe dl Giudea oder Judenscholenbezeichnet und im Orient zum Färben von Seide und Wein (letzteres auch in Ungarn) verwendet; seltenerdienen sie zum Gerben von Saffianleder. Sie enthalten Myricetin, etwa 60°/o Gerbstoff, 15°/o Gallussäure,Harz und 4°/o ätherisches Oel. Die aromatischen, bitteren Früchte werden z. B. in Griechenland gegessen.Geschichtlich berühmt ist der durch Abrahams Opfer geheiligte Terebinthushain von Mamre bei Hebron inSüdpalästina, über den schon im 2. Jahrhundert n. Chr. berichtet wird. Im 13. Jahrhundert zweifelte man, obes Eichen oder Terebinthen seien; seit dem 14. Jahrhundert gilt eine riesige Steineiche als der Baum Abrahams(Warbürg). Der Strauch wird seiner abführenden Wirkung wegen schon im 4. vorchristlichen Jahrhundertim Cörpus Hippocräticum unter den Styptica genannt. Auch in den Alphiten, einer mittelalterlichen Drogen«liste, werden Fölia, semen und cörium als heilkräftig genannt. Seit 1656 wird der Strauch in Mitteleuropakultiviert. — Missbildungen scheinen bei der Art selten zu sein. Es wurden i tief gespaltene Endblättchen,sowie Laubblätter mit nur 1 bis 5 Fiedern beobachtet. Nach Fritsch ist Pistacia Terebinthus ein Beispiel füreine ganz bedeutungslose Kontrastfärbung, da die Staubbeutel im Knospenzustand ± stark rot überlaufensind und dabei glänzen. Sie leuchten aus dem dunkelgrünen Laube umso auffallender hervor, weil sie dichtgehäuft stehen.
An die Anacardiaceae schliessen sich die 3 kleinen Familien der Cyrilläceae mit 3 Gattungen(Cliftönia, Costsea und Cyrilla) und 5 Arten im wärmeren Amerika, der Pentaphylacäceae (einzigPentaphylaxeuryoides auf der Insel Hongkong) und der Corynocarpäceae (mit einer Art Corynocärpuslaevigätus, dem Karakabaum, auf Neuseeland und auf der Chathaminsel) an. Von den Cyrillaceae dürfteeinzig Cyrilla racemiflöra L., ein sumpfliebender, immergrüner Strauch mit reichblütigen, dichtgedrängten,kleinen Blüten für die Kultur in Betracht kommen, eventuell auch Cliftönia ligustrina Banks (= C. mono«phylla Britton) mit Flügelfrüchten.
73. Fam. Aquifoliäceae. 1 ) Stechpalmengewächse.
(Bearbeitet von Dr. Heinrich M a r z e 11, Günzenhausen).
Meist immergrüne, seltener sommergrüne Sträucher oder (niedrige) Bäume mit un=geteilten, wechselständigen, meist lederartigen Laubblättern. Nebenblätter klein, Schwielen»ähnlich, dreieckig, meist bald abfallend. Blüten in den Blattachseln (nie endständig); bei deneinfachsten Formen eine achselständige Einzelblüte, in der Regel jedoch verzweigte (trugdoldige)Infloreszenzen bildend. Blüten aktinomorph, meist isomer, 4» bis 6=zählig, zwitterig; jedochdurch Fehlschlagen des einen Geschlechtes immer 2=häusig. Kelchzipfel etwa bis zur Mitteverwachsen, in der Knospenlage sich dachziegelig deckend. Blumenkrone i radförmig, weiss»lieh; Kronzipfel am Grunde verwachsen, seltener getrennt. Staubblätter 4 bis 6, mit denKronzipfeln abwechselnd, am Grunde mit der Kronröhre verwachsen, selten frei; Staubbeutelan ihrer Basis an den Staubfäden befestigt, sich mit zwei seitlichen Längsrissen öffnend. Pollennur bei den männlichen Pflanzen ausgebildet (bei den weiblichen sind die Staubbeutel kleinerund leer). Diskus fehlend. Fruchtknoten oberständig, frei, synkarp, meist 4= bis 6= (22=)fächerig;Narbe dem Fruchtknoten aufsitzend. Fruchtknoten nur bei weiblichen Pflanzen voll aus»gebildet, bei den männlichen zu einem kegelförmigen, ungefächerten Gebilde („Pistillodium")zurückgebildet. Jedes Fruchtknotenfach mit einer einzigen hängenden (apotropen) Samen»
') Vgl. pag. 236, Anm. 1.