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niederer Lagen neben subalpinen Arten wie Thalictrum aquilegiifolium, Peltaria alliacea, Geranium luci»dum, Moltkia petraea und Senecio rupester. Audi in lichteren Föhren» und immergrünen Laubwäldern derEbene und des Hügellandes fehlt der Strauch selten. Die vielleicht in Abyssinien einheimische var. ChiaDC., ein kleines Bäumchen mit rundlicher Krone und breiteren Laubblättern, wird namentlich in der Umgebungder sog. 20 Mastixdörfer der Insel Chios auf jungtertiären, gelblichen Sandstein» und weisslichen Mergelbödenunter dem Namen Schinia in grossen Mengen gepflanzt und liefert das offizinelle Mastix l ) (Resina Mastix,Mastix Levantina). Das Mastix, das nach älteren Angaben «»Harz, Mastixsäure, /S»I larz (= Masticin), Bitterstoffund 2% ätherisches Oel (Mastixöl), nach neueren Angaben 4°/o amorphe «• und /9«Masticinsäure, 0,5°/o kristal»lisierte Masticolsäure, 20 und 18°/o amorphe «. und ^.Masticonsäure, 30 und 20°/o amorphe«» und /?»Mastico»resene, Bitterstoff und etwas ätherisches Oel enthält, wird durch dicht gestellte, senkrechte Einschnitte gewonnen,die in den Stamm der Bäumchen von der Wurzel bis zu den Aesten gemacht werden. Das in den Harzgängender Rinde befindliche flüssige, durchsichtige, wohlriechende Harz beginnt schon nach wenigen Stunden auszu»treten und wird auf Steinplatten, Laubblättern oder auch nur auf dem Boden aufgefangen (mastix vulgdris oderin sortis). Ein gut entwickelter Baum liefert jährlich bis 5 kg Harz. Die wertvollste Sorte, das sogenannteTränenmastix (mastix in lacrimis oder elöcta), schwitzt von selbst aus den Zweigen aus und erstarrt in Formklarer, blassgelblicher Tropfen an den Zweigspitzen. Die beim Erwärmen oder Kauen angenehm aromatischschmedeende Masse, mit einem spezifischen Gewicht von 1,04 bis 1,07, dient zur Herstellung von Lacken (z. B.Decklacken in der Zinkätzung), Firnissen (für Gemälde 1) und technisch vielseitig verwendetem Kitt, als Bestandteilvon Räucherpulvern, zum Parfümieren von Tabak, als Stopfmittel hohler Zähne, als Zusatz zu Zahnpulvern.Bei den Orientalen wird es zur Festigung des Zahnfleisches gekaut. Ferner besitzt es eine weite Verbreitung alsBeigabe zu Gebacken und Süssigkeiten und zur Bereitung des Mastiki» oder Raki»Branntweins. Für Medi«kamente wird nur das der var. Chia benützt. Die Droge war bereits in der Pharaonenzeit bekannt und wurdenach 3 Sorten unterschieden. Von römischen Schriftstellern nennen es z.B. Theophrast, Plinius, Dios»kurides, Scribarius Largus, Columellau. a.; Alexander Talianus verordnete die Droge sehrhäufig. Audi bei den Arabern des Mittelalters, z. B. beilbuBaithar, dem bedeutendsten ihrer Pharmakognosten,stand das Mastiki oder Pastaki in hohem Ansehen. In den mittelalterlichen Arzneibüchern Deutschlands kehrtes vielfach wieder. Früher wurde es zu innerlichem Gebrauch gegen Magenbeschwerden, Durchfall, Erkältungenund Gonorrhoe verordnet. Aeusserlidi kam es früher und auch hie und da noch gegenwärtig zur Linderungvon Gicht und Rheumatismus zur Verwendung. Als Verfälschungen werden namentlich das Sandarakharz (vonder Conifere Callitris quadrivälvis Vent. stammend), Kolophonium und Resina Pini beobachtet. Die bieg«samen Zweige des Strauches sind als Reitgerten beliebt. Jung werden sie auf Scopelos, einer der SporadischenInseln, in Essig eingemacht und als Salat gegessen. Nach der griechischen Sage schmückten sich die Nymphen derDiana mit Zweigen des Mastixstrauches, weil er den Alten als Symbol der Reinheit und Jungfräulichkeit galt.Die Laubblätter enthalten 11% Tannin, 2 Gerbstoffe und den gelben Farbstoff Myricetin (Cis Hio O») und dienenbesonders in Frankreich ausserordentlich häufig zur Verfälschung des echten Sumachs. Auch unter den medi»zinischen Jaborandiblättern (von Pilocarpus.Arten stammend; vgl. pag. 51) sind sie aufgefunden worden.Ferner reinigt man mit ihrer Abkochung Weinfässer. In Lyon werden sie nach H. Rupe infolge des gelbenFarbstoffgehaltes, der sich namentlich in der Epidermis zu befinden scheint, auch zum Färben von gewissenSeideerzeugnissen benützt. Aus Tunis sollen jährlich gegen 10000 Tonnen solcher „Shinisblätter" nach Frankreichund auch nach Palermo eingeführt werden. Mikroskopisch sind sie leicht daran zu erkennen, dass sie einesehr stark entwickelte, glatte Kutikula besitzen, unter der das Palissadengewebe in zwei Schichten entwickeltist, während das Schwammparenchym untypisch aus 2 bis 3 Reihen dicht gedrängter, palissadenähnlidier Zellenbesteht. Drusen und Einzelkristalle sind vorhanden (Netolitzky). Hervorzuheben ist, dass die Membran«Verdickung der Oberhautzellen eine bikonkave Wölbung aufweist, völlig farblos und durchsichtig ist und vielleichtinfolge dieser Linsennatur als lichtbrediender und lichtsammelnder Apparat im Sinne von Haberlandt dient.
Die von Hanausek (Berichte der Deutschen Botan. Gesellschaft. Bd. XXXII, 1914) festgestelltenInklusen — nach Tunmann eigentümlich gestaltete, gelbe oder braune Zellinhaltskörper mit bassorin»artigerGrundsubstanz, in der ± reichlich Gerbstoff gespeichert und in ungemein fester Weise gebunden ist — sindnach N e t o 1 i t z k y in jungen Laubblättern leicht zu übersehen, während sie in 2«jährigen Laubblättern sehrdeutlich hervortreten und zahlreiche Zellen so stark erfüllen, dass die Assimilation i stark behindert wird.Die Spaltöffnungen ähneln im Aufbau denen von Juglans regia und gehören zum Iris«Typus, bei welchem dieNebenzellen von aussen her verdickt sind und sich leicht gegen die Atemhöhle (Fig. 1814 f) vorziehen (Rehfous).Die Wurzeln stehen nach Stahl mit einer endotrophen Mycorrhiza in Verbindung. Das Holz wird zu kleinerenDrechslerarbeiten verwandt. — P. v6ra L. Echte Pistacie, Pimpernuss. Kleiner Baum mit 1« oder2«paarigen Laubblättern mit sitzenden, eiförmigen Fiederblättchen. Blütenrispe kurz. Steinfrüchte gross, bis
*) Der griechische Name für das Harz lautet ixaazi/ri = mastiche.