wurden 5,7 Mill. kin ausgeführt. Die Ausfuhr Chinas ist bedeutend geringer. Die Pflanze gehört dort zu denbereits im 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnten Drogen.
Die gerbstoffreichen Laubblätter von R. lücida L. und R. tomentösa L., beide im Kaplandheimisch und beide nach Schübe zur Renaissance-Zeit in den Prunkgärten Schlesiens gezogen'), dienen zumGerben. Die gestossenen und in Wasser gekochten Früchte des westmediterranen R. pentaphylla (L.)Desf. geben einen gelben Farbstoff. Dauerhaftes Holz gewinnt man von dem abyssinisdien R. levigdta L.und dem vom Kapland bis Natal heimischen R. viminälis Vahl. Teratologische Bildungsabweichungen sindin der Gattung Rhus nach Penzig vielfach beobachtet worden. An den oben aufgeführten Arten fanden sichfolgende Anomalien! Verbänderung der Zweige bei R. glabra, R. semialata und R. typhina, fein zerschlitzteLaubblätter bei R. typhina, Vermehrung der gedreiten Laubblätter durch 1 oder 2 weitere, mitunter lang,gestielte Fiedern bei R. radicans, Ascidienbildung der Fiederblätter bei R. semialata, Verlaubung der Blüten»rispe bei R. copallina, R. typhina und R. glabra. Die von Cotte und Reynier beschriebene R. coriaria-Form mit stark verkürzten Laubblattspindeln und stärkerer Behaarung dürfte nur unter dem Einfluss tierischerParasiten entstanden sein. Die in der Regel 1.häusigen Blüten des R. copallina besitzen bisweilen in denweiblichen Blüten fruchtbare, pollenlragende Staubblätter. Adventivwurzeln auf Wurzeln entstehen gelegentlichbei R. glabra und R. typhina. Bei R. radicans fanden sich längs der Querseiten verwachsene Luftwurzeln.
CCCCLV1. Cötinus 2 ) Miller. Perückenstrauch.
Sträucher mit gelbem Holz. Laubblätter abwechselnd, eiförmig bis rundlich, lang ge=stielt. Blüten vielehig, klein, in grossen Rispen, mit Tragblatt und linealen, spitzen Vorblättern.Kelch 5=teilig; Kelchblätter eiförmig=lanzettlich, dachig. Kronblätter länglich. Staubblätter unterhalbdes breiten Diskus eingefügt. Fruchtknoten verkehrt=eiförmig, zusammengedrückt, mit 1 Samen»anlage mit grundständigem Funiculus; Griffel 3, seitlich stehend, mit kleinen Narben. Stein»frucht schiefdänglich, stark zusammengedrückt, an der schmalen Seite in der Mitte mit denResten der Griffel; Exokarp dünn, Mesokarp sehr schwach, Endokarp hornartig. Keimling mitflachen Keimblättern und langem, gegen den Scheitel des Faches hin hakig gekrümmtem Stämmchen,
Die Gattung zählt nach neueren Auffassungen 3 Arten, den unten behandelten C. CoggygriaMiller, den mehrfach auch als Form dieser Art aufgefassten C. velütina (Engl.) C. K. Schneider (= Rhusvelutina Wall.) und den in Nordamerika (nach Sargent in Alabama, Ost-Tennesse, Indian-Territorium, West-Texas und Südwest-Missouri) in Bergwäldern heimischen C. cotinoides Britt., einen Strauch oder bis 12 mhohen Baum mit langkeiligen, in den Stiel vorgezogenen, 7 bis 15 cm langen und 3,5 bis 5 cm breiten, amRande weniger knorpeligen, dünnen, unterseits kahlen oder spärlich behaarten Laubblättern und länglicherFrucht, der seiner sehr lebhaften Herbstfärbung wegen bisweilen in Anlagen angepflanzt wird. Die Ver-wandtschafts-Verhältnisse sowohl dieser Arten als auch weiterer chinesischer Formen sind gegenwärtig nochnicht genügend geklärt.
1863. Cotinus Coggygria 3 ) Miller (= Rhüs Cotinus L.' 1 )). Perückenstrauch. Franz.:Arbre ä peruques, fustet, sumac des teinturiers, barbe de Jubiter, pompon, coquecigrue; ital. 1Scotano, scotanello, cotino, capecchio (im Tessin: scodan). Fig. 1814a bis d, 1821 und 1822.
Bis über 3 m hoher, sommergrüner Strauch mit reichlicher, ausgebreiteter, graurot«dünnschuppiger Verästelung und kahlen, olivbraunen, glänzenden, 1 »jährigen Zweigen. Laub»blätter wechselständig, kurz=(l bis 4 cm lang=)gestielt, breit eiförmig»rundlich, 3 bis 8 cm lang,am Grunde plötzlich und kurz in den Stiel verschmälert, vorn stumpf, ganzrandig, am Rande
') Auch R. unduläta Jacq. aus dem Kapland fand sich dort in Kultur.
') Lat. cötinus, bei Plinius (Nat. Hist. XVI, 73) Name eines in den Apenninen wachsenden Strauches,von dem eine Purpurfarbe gewonnen wurde.
*) Entstellt aus der Bezeichnung xoxxvyea [kokkyg6a], wie ein Baum, der auf unsere Art gedeutet wird,bei Theophrast (Hist. plant. 3, 16, 6) heisst. Plinius (Nat. hist. 13, 121) nennt ihn coccygia. Der Namesoll mit griech. xoxxv£ [kokkyx] = Kuckuck zusammenhängen (warum?).
4 ) Wie Vollmann in den Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, 1914 hervorhebt,wird das Wort Rhus im Lateinischen und Griechischen teils männlich, teils weiblich verwendet. Die feminineSchreibart kann also benützt werden, jedoch mit Ausnahme von R. C o t i n u s j denn Cotinus ist im Lateini-schen Substantiv. Bei Plinius dürfte der als cotinus bezeichnete Strauch kaum unserer Art entsprechen;der xozifoi [kötinos] des Theophrast ist Ölea Europaa in der Wildform (var. oledster L.).