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können nach Kanngiesser aber auch schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Medizinischen Zweckendiente die Pflanze schon bei den Römern (erwähnt z.B. bei Scribonius Largus [um 45 n. Chr.]). Da manihr die Fähigkeit zuschreibt, die Reblaus zu vertreiben, wird sie in verseuchten Weinbergen angepflanzt. Laub»biälter und Zweige finden ferner zum Schwarzfärben, die Rinde zum Gelbfärben, Wurzeln und Früchte zumRotfärben Verwendung. Die Laubblätter werden ihres aromatischen Duftes wegen bisweilen dem Tabak bei-gemischt. Zur Zeit Ludwigs XIV. fand sich die Pflanze in Schlesischen Gärten in Kultur. — R. semialdtaMurr. var. Osbecki DC. (= R. Osbecki Steud.). Fig. 1816f. Bis 10 m hoher Baum mit anfangs rostig behaarten,später verkahlenden, glänzenden, rotbraunen Zweigen und bis 40 cm langen, 3= bis 15»zählig gefiederten Laub«blättern; Blattspindel deutlich geflügelt; Fiederblättchen eiförmig, zugespitzt, grobgesägt, oberseits tiefgrün, aufden Nerven ± behaart, unterseits grau, papillös, reichlich behaart, mit vortretenden Nerven. Blüten in grossen,bis 40 cm langen Blütenständen, gelbgrau. Frucht kugelig, etwa 7 mm im Durchmesser, gelbrot, drüsig behaart.Heimati (nach C. K. S ch n e i d er *)) Japan; an trockenen, felsigen Orten. Die Art ist in Mitteleuropa winterhart.1752 kam sie nach England. Der Karlsruher Botanische Garten z.B. besitzt einen Baum, dessen Stammumfang 1,18 mbeträgt. Auch in den Anlagen in Wiesbaden findet er sich angepflanzt. Im Herbste färbt sich das Laub schönrot. Äphis Chin^nsis Doubl, erzeugt an den Laubblattstielen und Zweigspitzen die technisch und medi«zinisch wichtigen, als Gällae Chinßnses und Gallae Japönicae (Fig. 1814 e) bekannten chinesischen und japanischenGalläpfel. Sie zeigen eine an Trapa natans erinnernde Gestalt, buckelige Fortsätze und Höcker, sind stark behaart,hellgelbgrau, bis 8 cm lang, bis 12 g schwer und enthalten nach Wehm er bis 77°/o, nach Tschirch bis70°/o Gerbsäure (= Tannin), 4°/° andere Gerbsäuren, etwas Gallussäure, Fett, Harz, Gummi und 2°/o Asche.Bei den Chinesen dienen sie seit alten Zeiten als Heilmittel und werden besonders in den Provinzen Houanund Szetchuan gesammelt. Deutschland führte 1909 22757 Tonnen chinesischer Gallen ein. Sie haben seit 1862besonders in der Färberei und Tanninherstellung die kleinasiatischen, von Quercus infectöria L. stam«menden Gallen mehr und mehr verdräng!. Dass, wie Paul Gr aebner angibt, aus dem Milchsaft Lade her«gestellt werde, konnte C. K. Schneider nicht bestätigen. Die Früchte enthalten einen gelben Farbstoff undBalsam. — R. copallina*) L. Kopal-Sumach. Fig. 1816g. Strauch oder bis 10m hoher Baum mit Wurzel«ausläufern und anfangs dicht braunfilzigen, verkahlenden, jungen Zweigen. Laubblätter bis 30 cm lang, aufbreitgeflügeltem Stiele, 9» bis 21»zählig gefiedert; Blattspindel behaart; Fiederblättchen lanzettlich, bis 9 cm lang,ganzrandig oder ungleich entfernt gezähnt, oberseits tief» und glänzend.grün, an den Nerven behaart, unter«seits hellgelblichgrün, locker weichhaarig. Blüten in breit pyramidenförmigen, bis über 20 cm langen, behaartenRispen. Frucht etwa 4 mm im Durchmesser, kurz drüsenhaarig, karminrot, früh abfallend. — VII, VIII. —Heimat i Nordamerika (von Neu«England südlich bis Florida und Cuba, westlich bis Ost-Nebrasca, Kansas undTexas). Liebt trockene, steinige oder felsige Hänge. Die meist als Strauch gezogene Art scheint in Mitteleuropawinterhart zu sein. Diese Art fand sich bereits 1688 im Garten des englischen Bischofs Henri Cumpton.Vor 1808 wurde sie auch im Karthäusergarten zu Erfurt kultiviert. Eine grössere Verbreitung hat sie aberweder seinerzeit noch gegenwärtig gefunden, obwohl sie durch den dunkelgrünen, im Spätherbst braunrot ver»färbenden Glanz der Laubblätter als Ziergehölz recht empfehlenswert ist. Die gerbstoffreichen Laubblätterbilden einen Teil des als „Amerikanischer Sumach" in den Handel kommenden Gerbmittels, können auch zumParfümieren von Tabak Verwendung finden. Die Wurzeln färben rot. Die Früchte sind reich an Calciummalat.Der Name „Kopal"«Sumach wurde dem Strauch nach Sargent von Linnd in der irrigen Auffassung gegeben,dass er die Stammpflanze des KopaUGummis sei. — Wichtige Erzeugnisse liefern ferner folgende, in Mittel,europa kaum je gezogene Rhus.Arteni R. succedänea L., der Wachs=Sumach der Japaner und Chinesen, ent-hält wie R. vernieifera, R. acuminäta DC. und R. silv^stris Sieb, et Zucc. im Mesokarp der Früchte und inden Kotyledonen bis 65°/» Fett. Diese als C6ra Japönica, Japantalg, Japanwachs, Sumachwachs, Cire de Japonbekannte Masse besteht nach neueren Untersuchungen laut Wehm er in der Hauptsache aus Palmitin undfreier Palmitinsäure, daneben aus mehreren hochmolekularen Fettsäuren: Nonadecamethylcarbonsäure (C«H<oO«)und den Säuren CjoHjsOi und CwHaaO«. Das blaugrüne Rohwachs, das gebleicht und raffiniert weissliche odergelblichweisse Farbe annimmt, wird in bisweilen zentnerschweren Blöcken und runden oder 4=eckigen Kuchen odergestempelten Scheiben zusammengeschmolzen und stellt eine bedeutende Ausfuhrware von Japan dar. Diejapanische Durchschnittsernte beläuft sich auf etwa 2,4 Millionen kg (= 4 Mill. kin; 1 kin = 0,601 kg). 1909
') Nach der Darstellung von Tschirch kommt die var. Osbecki mit breitgeflügelter Blattspindel inChina, in Japan jedoch die var. Roxbürghi DC. mit schmalgeflügelter Blattspindel vor, deren Gallen allerdingswirtschaftlich gleichwertig sind. Auf Formosa und westlich bis zum Himalaya tritt die ungeflügelte var. Sand»wic^nsis Engl. auf.
') Abgeleitet vom mexikanischen kopalli, der Bezeichnung für den ausgetrockneten Saft der LeguminoseHymeneea coürbaril L. und verwandten Arten, die das Kopalharz (Resina s. Gummi copal [mex.:kopalli]) liefern.