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Calciummalat (aber keine Apfelsäure), Weinsäure (?), Tannin, fettes Oel (in den Samen), Bitterstoff, organischeSäuren, cholesterinartigen Alkohol und 2,65 °/o Asche. Sie sind in der Pharm. Americ. offizinell und dienenferner zur Erzeugung von Essig. Die gerbstoffreichen Laubblätter bilden zusammen mit den Laubblättern vonR. typhina den als „ Amerikanischer Sumach" bezeichneten Handelsartikel, der als schwarzes Färbungsmittel, zuGurgelwässern und zum Parfümieren von Tabak verwendet wird. Mit den auf den Laubblättern auftretendenGallen (mit 67°/o Gerbstoff) wird in Amerika Leder gegerbt. — R. coriäria 1 ) L. Gerber»Sumach. 1 bis3 m hoher Strauch mit fein und didit behaarten, gelbgrauen Zweigen. Laubblätter bis etwa 18 cm lang, 9« bis15»zählig gefiedert-, Fiederblättchen an gegen die Spitze zu oft geflügelter Blattspindel sitzend, eiförmig odereilänglich, die unteren fast rundlich, selten über 6 cm lang, stumpflich, grob kerbig gezähnt, oberseits spärlichweichhaarig, unterseits heller und reichlich weichhaarig. Blüten in end» und seitenständigen, bis 25 cm langen,dicht behaarten, schmalen, dichten, rispigen Blütenständen auf sehr kurzen Stielen. Kelch dicht behaart. Krön«blätter eiförmig=länglich, stumpf, doppelt so lang wie der Kelch, bewimpert, grünlich. Frucht etwa 4 bis 6 mmim Durchmesser, kugelig, dicht rot, einfach und drüsig behaart. — VII bis IX. — Heimat: Mittelmeergebiet;westlich bis zu den Kanarischen Inseln, östlich bis Persien und Afghanistan. Der Strauch wird in Mitteleuropaselten gezogen (z. B. in Anlagen in Heidelberg), da er nicht winterhart ist und häufig bis zum Erdbodenzurückfriert, fand sich aber im Hortus Eystettensis bereits 1597 unter dem Namen Cotinus, Gelbes Presilien«holz. Verwildert und eingebürgert in der Schweiz im Kanton Neuenburg auf Felsen längs der Bundesbahnzwischen Neuchätel und Serrieres, im Traverstal auf Friedhöfen gepflanzt. R. coriaria gehört zu den charakte«ristischen Gewächsen der mediterranen Macchie und bedeckt z. B. in Griechenland oft meilenweit trockenesKalkgelände. Im Kolchischen Walde, der nach Engler an den Hängen aus Fagus Orientalis, Carpinus Betulus,Tilia intermedia, Castanea sativa, Ostrya carpinifolia, Zelkowa crenata (Desv.) Spach, Acer» und Prunus»Artenusw. gebildet wird, stellt er mit Corylus Avellana, Staphylea Colchica Stev. und S. pinnata, Viburnum Lan«tana, Berberis vulgaris, Cotinus Coggygria, Philadelphus coronarius, Rosa«Arten, Mespilus Germanica, Rho«dodendron flavum, Lonicera Caucasica Pall. u. a. das Unterholz dar. Häufig wird er auch im Mittelmeergebiet,besonders auf Sizilien (Hauptzentrum Palermo und Alcamo) der Laubblätter und jungen Triebe wegen gebaut,die unter dem Namen „Gambuzzo" getrocknet und gepulvert ein geschätztes Gerbmittel darstellen. In ihnenwurde Dextrose, der gelbe Farbstoff Myrecetin und der Sumachgerbstoff (CieHisOioJa nachgewiesen; die ge»trockneten Laubblätter allein kommen als „Silizianischer" oder „ItalienischerSumadi" 2 ) in den Handel und dienenals Gerb, und Färbemittel. Sie enthalten nach Wehmer etwa 13% (nadi Tschirch bis 27%, nach Veitschbis 35°/o s )) Gerbstoff, Myricetin (= Oxyquercetin), wachsartige Stoffe usw. In der Praxis werden meist 3 Sortenunterschieden : Feiner Sumadi (I. Qualität), feine Rippen und grobgemahlene Blattstiele, grobe Rippen und Stiele.Die letztgenannte Sorte kommt für den Handel nicht in Betracht. Andreasch gibt für eine Sorte mit ge«ringem Gerbstoffgehalt den Namen „Sommaco feminella" an; Veitsch unterscheidet zwischen einem „Mas»culino" (mit 25 bis 35% Gerbstoff) und einer „Feminella" (mit weniger als 25%). Die Stengel führen denNamen „Gambazzo". Mit Hilfe des Sizilianischen Sumach wird das Saffian« und Corduanleder hergestellt. Diehinsichtlich ihres chemischen Inhaltes nicht sicher bekannten Früchte werden zur Verbesserung von Essig undals Gewürz verwendet. Auch Verfälschungen des gestossenen, echten, aus Piper nigrum L. hergestellten Pfeffersmit Rhus coriaria sind bekannt geworden. Laubblätter und Früchte sollen bei Blut und Schleimfluss, sowie beiGallenfieber heilsam sein und sind deshalb noch in der portugiesischen Pharmakognosie offizinell. Letztere
*) Abgeleitet von lat. coriärius = Gerber, cörium = Haut, Leder. Bei Hippokrates hiess die Artvs eqri&Qri [rhus erythro], bei Columella Ros (rhus) syricum.
'*) Unter „Sumach" im weiteren Sinne des Wortes versteht man in der Apotheke eine Handelsware,die sich aus den getrockneten und gemahlenen Laubblättern mehrerer Rhus» und Coriaria»Arten zusammen,setzt, die meist auch Bruchstücke von Blattstielen und Zweigen enthält und ein graugrünes, schwach riechendes,zusammenziehendes Pulver darstellt. Die wertvollste Sorte wird von Rhus coriaria gewonnen; der Proven«zalische Sumach besteht z. B. aus Coriaria myrtifolia L. (vgl. pag. 213). Verfälschungen mit Ceratonia Siliqua,Cistus salvifolxus, Ficus Carica, Ailanthus glandulosa, Tamarix Africana, Arctostaphylos uva ursi, auch mitEisenteilchen usw. kommen vielfach vor. Das Gerben geschieht nach der französischen, italienischen odertürkischen Methode. Bei der ersteren werden die „Blossen" in einer Reihe von Sumachfarben gar gemacht,bei der zweiten werden sie in einer schwachen Sumachfarbe angegerbt und mit einer starken Sumachbrühefertig gemacht, bei der türkischen Methode endlich wird jedes Fell in einen mit Sumachbrühe gefüllten Sackgebracht und starkem Drucke ausgesetzt; die Operation muss mehrfach wiederholt werden. Audi zum Färbenvon Chromleder und zum vegetabilischen Nachfärben desselben findet der Sumach Verwendung. Als Ersatzvon Eichen« oder Fichtenrinde kommt er nicht in Betracht (Wiesner).
*) Die Angabe von Stenhouse, dass der Sumachgerbstoff chemisch mit dem der Galläpfel über«einstimme, ist von Löwe (Zeitschrift für analytische Chemie, Bd. 12) bestätigt worden.