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durch Haare oder Drüsen ausgeschieden, sondern kann nur aus den schizogenen Gängen durch Verletzungenaustreten. Ein Berühren der Pflanze ist nach Angabe dieser Gewährsmänner völlig unschädlich. Als Gegen«mittel gegen die Rhus»Dermatitis wird ein Abwaschen mit alkoholischer Bleiazetatlösung empfohlen. Auch derSaft von Hydrophyllum Canadgnse L. soll in dieser Hinsicht wirksam sein. Die Laubblätter enthaltenRhusgerbsäure und gelten als Hautreizungsmittel bei Lähmungen. Früher waren sie als F ö 1 i a T o x i c o d 6 n d r 1oder Fölia s. H6rba Rhols Toxicodendri, Herba Rhois radieäntis, Giftsumachblätter, Feuilles de Sumac vdn^neuxoffizineil und 1794 durch Alderson in den Arzneischatz eingeführt worden. Der Auszug aus frischen Laub-blättern bewirkt Schmerzen der peripheren Nerven, Schwellungen der Hände und Füsse, rheumatischeSchmerzen, psychische Depressionen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung, Bläschenbildung, Uebelkeit, Magen«schmerzen, Drüsenschwellungen usw. Die Homöopathie verwendet den Auszug innerlich und äusserlich zurHeilung von Rheumatismus, Hautaus«schlagen und Nervenleiden. Bei Hasen,die den Strauch in strengen Winternannagen, wirkt das Gift sofort tödlich.
Der Saft findet in der Schwarzfärbereivon Leinwand Verwendung. Der schöne,aber gefährliche Strauch wurde nachGoetze 1622 in Europa eingeführt,
C. B a u h i n erhielt ihn zusammen mitR. typhina; Cornuti führt ihn 1635auf. 1640 wurde er in Kiew, 1642 inPadua, 1657 in Bologna gepflanzt. NachDeutschland kam er 1659 (Jena), 1737nach Holland, 1746 nach Helmstedt, umdiese Zeit auch in die Gärten Schlesiens.
Vor 1808 fand er sich im KarthäuserGarten zu Eisenach (Goverts in Mit»teilungen der Deutschen DendrologischenGesellschaft, 1920). — R. radicansL(= R. Toxicodendron L. var. radicansauet. plur., = Toxicodendron vulgäreMill,). Rankender Sumach. Ein dem R.
Toxicodendron ähnlicher Strauch, aberAeste stets mit Luftwurzeln kletternd und schlingend. Zweige höchstens anfangs behaart. Laubblättchendünn, beiderseits i hellgrün, nur unterseits auf den Nerven leicht behaart, ganzrandig oder ;£ gezähnt, breit«oder rhombisch»eiförmig, bis über 15 cm lang und 11 cm breit; Stiel 2 bis 8 cm lang. Frucht im Durchmesser5 bis 6 mm. — V und VI. — Heimat, Nordamerika, von Canada, New»York und Neu«England südlich in dieGebirge ausstrahlend und westlich bis zum Mississippi. Seit altersher viel in Kultur. Der Kletterstrauch istfür viele Leute seiner Giftigkeit wegen sehr gefährlich und wird wie R. Toxicodendron technisch verwendet.— R. vernieifera 1 ) DC. Lack»Sumach. Fig. 1816c. Strauch oder bis 10 m hoher Baum mit rissiger Rindeund kahlen (ob immer?), meist leicht bereiften Zweigen. Laubblätter bis 60 cm lang, 7» bis 13«zählig gefiedert-,Blättchen bis 16 cm lang und 7 cm breit, sitzend, eiförmig.länglich, zugespitzt, ganzrandig, oberseits glänzend,kahl, unterseits meist nur am Hauptnerven behaart. Blüten zwitterig oder 2«häusig, in wenig behaarten Rispen.Frucht etwa 10 mm im Durchmesser, glatt, grünlichgelb. — VI. — Heimat, Japan. Dort sowohl wie in Chinaund auch in Mitteleuropa häufiger gezogen und hier vollständig winterhart. Der Strauch liefert durch seinen beiVerletzungen der Rinde austretenden Phenol, Laccol, Laccase und viel Gummi (mit Araban und Galaktan)enthaltenden, giftigen Milchsaft den Ausgangsstoff für den von den Japanern „ki.urushi" genannten, für ihreLackarbeiten unentbehrlichen Japanischen Firnis. Im Lack selbst sind nach Wehm er 60 bis 85°/° Urushinsäure,3 bis 6°/« Gummi, 1 bis 3°/o eiweissartige Körper, eine flüchtige Substanz und eine ebensolche, die Gift«Wirkung bedingende (?) Säure, etwas fettes Oel (erst bei der Herstellung hineinkommend), Oxylacksäure (Oxy«dationsprodukt der Urushinsäure durch die Laccase) und 10 bis 33 °/o Wasser nachgewiesen worden. Ueberdie Natur mancher Stoffe besteht noch Unsicherheit. Der Giftstoff ist zufolge neuerer Untersuchungen harzigerNatur. Bei den Chinesen zählt der Strauch zu den uralten medizinischen Pflanzen und wird bereits am Anfangdes 3. vorchristlichen Jahrtausends in den als „Materia medica" bekannt gewordenen Schriften des KaisersShen Kung, des Vaters der chinesischen Landwirtschaft und Arznei« und Heilkunde, erwähnt. Die Frucht enthält
Fig. ISIS. Rhus typhina L. a. Blütenzweig, b Überwinterte Zweigspitze, c Knospemit Blattnarbe, d und e Blüten.
*) Von griech.«lat. berenice = Firnis (franz. vernis; ital. vernice; engl, varnish).Hegi, Flora. V, 1.
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